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Wissenschaft leicht gemacht: Radfahren – Kraft oder Frequenz?

27. März 2017 von Philipp Peter

Foto: Ralph Schick freiAuf Wettkampfstrecken sieht man unterschiedlichste Trittverhalten. Doch welche Kadenz ist für Triathleten auch in Hinblick auf den anschließenden Lauf am effektivsten? Eine hohe Trittfrequenz oder eine Niedrige? Viel diskutiert, betrachtet Philipp Peter in der Kolumne „Wissenschaft leicht gemacht“ die Studien-Lage zu dem Thema.


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Im Radsport wird oft über die optimale Trittfrequenz diskutiert. Es gibt Sportler, die fahren nicht nur am Berg mit sehr niedrigen Frequenzen von 60-80 U/min. Andere wiederum bevorzugen Trittfrequenzen jenseits der 100er-Marke. Das Optimum scheint also von Individuum zu Individuum verschieden zu sein. Dennoch ist die Trittfrequenz trainierbar und Radsportler wie Triathleten, die das eine oder andere Extrem gewöhnt sind, können durch eine gezielte Anpassung nach oben oder unten Leistungsfortschritte erzielen.

Hohe Frequenz besser für den Laufsplit?

Foto: Ralph Schick freiEine wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 2002 beschäftigte sich mit dem Einfluss der Frequenz beim Radfahren auf die direkt folgende Laufleistung im Triathlon. 13 Probanden mussten jeweils 30min Radfahren, einmal mit freigewählter Trittfrequenz und je einmal mit 20% darunter bzw. darüber. Nach dem Radfahren wurde jeweils ein 3,2km Lauf im Wettkampftempo durchgeführt. Überraschenderweise war die Laufperformance nach der hochfrequenten Radfahrt (+20%) im Schnitt fast eine komplette Minute schneller als die nach der niedrigfrequenten Radfahrt (-20%). Zudem liefen die Probanden mit höherer Schrittfrequenz bei annähernd gleicher Schrittlänge. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2003 von Bernard et al. konnte diesen starken Effekt zwar nicht bestätigten, zeigte jedoch ebenfalls, dass eine höhere Frequenz beim  Radfahren entscheidend für eine gute Laufleistung insbesondere auf den ersten 500 Metern ist.

Trittfrequenz im Training schulen

Unser Fazit: Trittfrequenztraining ist für jeden Triathleten ein wichtiger Trainingsbestandteil. Sowohl die Radleistung als auch die Laufleistung können so verbessert werden. Für das Grundlagenausdauertraining sind Trittfrequenzen von 90-100 U/min ideal (Tipp: großes Kettenblatt vermeiden!). Die optimale Trittfrequenz im Wettkampf hängt jedoch von Streckenbedingungen und zahlreichen individuellen Faktoren ab.

Zur Website der Formkurve.

Quelle: Gottschall JS, Palmer BM: The acute effects of prior cycling cadence on running performance and kinematics. Medicine and Science in Sports and Exercise 2002, Sep, 34(9), 1518-22.

Foto: Ralph Schick

Philipp Peter ist Autor dieses Artikels. Er ist Sportwissenschaftler und Triathlon Coach. Er bietet mit Formkurve (www.formkurve.de) Leistungsdiagnostik, individuelles Coaching und Bike-Fitting als kompetenter Partner im triathlon.de Center in München an. Er startet für das Team vom MRRC München in der Triathlon-Bundesliga.
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