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Windschattenfahren erlaubt im Kraichgau

12. Juni 2017 von Stephan Schepe

Jörg Schüler, freiFrankfurt / Ubstadt-Weiher, 11. Juni 2017 – Nicht nur Sebastian Kienle und knapp 2.000 weitere „Halbironmänner und -frauen“ ließen am vergangenen Wochendende den Hardtsee im baden-württembergischen Kraichgau brodeln. Auch die 14 Damen- und 16 Herrenteams der 1. Triathlon-Bundesliga kämpften im Auftakt-Rennen der neuen Saison um Platzierungen und Punkte.


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Witten überrascht im Kraichgau, Murray führt Buschhütten zu Sieg
Zwei Olympiastarter von Rio haben den mit Spannung erwarteten Start in die 22. Saison der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga gewonnen. Am Hardtsee in Ubstadt-Weiher zwang Laura Lindemann (Triathlon Potsdam) die Niederländerin Rachel Klamer (EJOT Buschhütten) in einem langen Zielsprint auf den letzten Metern in die Knie. Im Rennen der Herren spielte Klamers Lebenspartner Richard Murray (RSA) seine überragende Laufform aus und kam letztlich souverän zu seinem dritten Erfolg im Kraichgau. Die Tagessiege im Kampf um die DTU Deutsche Mannschaftsmeisterschaft sicherten sich das Triathlon-TEAM TG Witten um Anja Knapp (Dettingen) und die Olympia-Zweite von London, Lisa Nordén, die auf den Plätzen drei und vier das Ziel erreichten. Bei den Herren führte einmal mehr kein Weg an Titelverteidiger EJOT Buschhütten vorbei.

 

DTU/ Ingo Kutsche, einmalig

An die Spitze gelaufen: Richard Murray

Spitzengruppe kann Vorsprung nicht behaupten

Bei optimalen äußeren Bedingungen wurden zunächst die 14 Damenteams in ihr Rennen über die Sprint-Distanz (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren. 5 Kilometer Laufen) geschickt. Knapp zehn Minuten benötigten die schnellsten Schwimmerinnen für den Auftakt im 22,5 Grad warmen Hardtsee. Ganz vorn dabei: Laura Lindemann (Potsdam), die nur wenige Meter hinter Zsanett Bragmayer (HUN, Schwalbe Team Krefelder KK) aus dem Wasser kam. Die Mitfavoritinnen Rachel Klamer (NED, EJOT Buschhütten) und Lisa Nordén (SWE, Triathlon-Team TG Witten) folgten im Sekundenabstand. Beim Radfahren formierte sich dann schnell eine etwa 15-köpfige Spitzengruppe, zu der auch Sophia Saller und Hanna Philippin (beide Buschhütten), Anabel Knoll (Lemgo) und Maaike Caelers (NED, Witten) gehörten. Der kleine Vorsprung auf die Verfolgerinnen reichte aber nicht bis zum zweiten Wechsel. In der letzten der vier Radrunden kam es zum Zusammenschluss, sodass nach 20 Radkilometern ein kompaktes Feld aus mehr als 30 Athletinnen auf die entscheidenden Laufkilometer ging.

 

DTU/ Ingo Kutsche, einmalig

Rennen von vorn bestimmt: Laura Lindemann

Lindemann gewinnt das Sprintduell, Witten die Teamwertung

Dort setzte Laura Lindemann dann von Beginn an auf Angriff und zunächst konnte diesen auch keine Konkurrentin parieren. Allein Rachel Klamer blieb der U23-Weltmeisterin von 2016 auf den Fersen. In Laufrunde drei schloss die Niederländerin sogar auf. Im langgezogenen Zielsprint war sie gegen die 20-jährige Deutsche (55:42 Minuten) dann aber chancenlos. Rang drei – und damit auch das Ticket zu den anstehenden Heim-Europameisterschaften in Düsseldorf – sicherte sich Anja Knapp (56:14 Minuten). Zugleich legte sie damit auch den Grundstein für den Tagessieg des Triathlon-Teams TG Witten, das sich mit Platzziffer 12 vor Triathlon Potsdam (16) und den Titelverteidigerinnen aus Buschhütten (27) an die Tabellenspitze setzt. Von der DTU ebenfalls für die EM in Düsseldorf nominiert, wurde Sophia Saller (Buschhütten), die das Rennen als Siebte beendete.

Murray zu stark für seine Gegner
Außenseiter Timo Hackenjos vom Aufsteiger Neckarsulm sorgte im Rennen der Männer beim Auftakt für Furore. Nach 8:51 Minuten stieg er aus dem Hardtsee und gehörte später auch zur zehnköpfigen Gruppe mit Lasse Lührs (Buschhütten) und Seth Rider (TriFinish Münster), die das Radfahren bestimmte. Topfavorit Richard Murray landete in der großen Radgruppe zwei, die den Rückstand nach vorn über die gesamte Raddistanz aber in Grenzen halten konnte und nur zehn Sekunden nach den Führenden in die Laufschuhe wechselte. Schon in Laufrunde zwei hatte der Südafrikaner die Lücke geschlossen – wenig später gar allein an der Spitze. Nach 49:22 Minuten stand sein dritter Kraichgau-Sieg nach 2014 und 2015 fest. Felix Duchampt (FRA, ROWE Triathlon) belohnte sich für ein starkes Rennen mit Platz zwei, Ian Manthey (Saarbrücken, KiologIQ Team Saar) schaffte als bester Deutscher den Sprung aufs Podium und wird damit ebenfalls bei der Heim-EM in Düsseldorf dabei sein. Das zweite Ticket sicherte sich Teamkollege Lasse Nygaard-Priester (8.).

Buschhütten souverän, ROWE Triathlon stark
In der Teamwertung begann die Saison 2017 wie das Vorjahr geendet hatte. Mit den Einzelplätzen 1, 5, 6 und 7 holte sich das EJOT Team Buschhütten überlegen den Tagessieg. Ambitionen auf einen Podiumsplatz in der DTU Deutschen Mannschaftsmeisterschaft meldete ROWE Triathlon aus Worms im Kraichgau an. Die Aufsteiger von 2016 landete auf den Rängen 2, 4, 11 und 14. Das reichte für Platz zwei – deutlich vor dem jungen KiologIQ Team Saar, das mit Platzziffer 57 den dritten Platz belegte.

Fotos: DTU/ Ingo Kutsche/ Jörg Schüler

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