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Vorgestellt: VO2MAX – Eine Laufjacke maßgeschneidert

13. Januar 2016 von Christine Waitz

Vo2max, einmaligStell dir vor, du brauchst eine neue Laufjacke. Du betrittst den kleinen Laden und vor dir steht ein Sportler auf einem Podest vor einem großen Spiegel. Der Verkäufer streckt ein Maßband von der Schulter zum Handgelenk und notiert sich eifrig die Zahl. „In drei Wochen ist ihre Jacke bei ihnen“, verabschiedet der Schneider den Sportler. Wenn du dich jetzt fragst, aus welchem Jahrhundert diese Szene wohl stammen mag, dann solltest du dieses Interview lesen. Sportbekleidung maßgeschneidert ist nämlich ein durchaus brandaktuelles Konzept.


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Zugegeben. Unser Bild von anno dazumal passt nicht zu 100% zum Jahr 2016. Die Quintessenz jedoch trifft es auf den Kopf.

Ebenso wie damals sollen die maßgeschneiderten VO2Max Jacken perfekt sitzen, beste Qualität bieten, sowohl was das Material, als auch was die Verarbeitung betrifft, und ideal auf den Träger abgestimmt sein. Ein Kleidungsstück, das man nicht mehr hergeben möchte, verspricht Chef Michael Sigl.

Weg von Masse hin zu Klasse

Vo2max, einmaligNoch etwas deckt sich mit dem Bild aus der Einleitung. Ähnlich, wie im kleinen Maßschneiderladen, versteckt sich auch hinter VO2Max ein Akteur. Michael Sigl heißt derjenige, der mit seinen Jacken weg von der Masse, hin zur Klasse möchte. Und damit gleich viele Schritte „back to the roots“ in Sachen Bekleidung macht.
Im Gegensatz zum Maßschneider näht er die Jacke zwar nicht selbst. Doch die Entstehung der Jacke ist dennoch so transparent wie eben anno dazumal. So kommt das Material für das Sportgewand ausschließlich aus der Schweiz. Die Vermessung nimmt Sigl selbst vor – kommt dazu extra zum Kunden. Der Nähbetrieb, der die Teile schneidet und zusammensetzt, sitzt in Deutschland.

Am Ende steht eine Jacke, die nicht nur so fair wie irgend möglich produziert wurde, sondern auch perfekt passt und dank ausgesuchter Qualität lange halten soll.

Wir haben uns mit Michael Sigl getroffen und uns mit ihm unterhalten.

Hallo Michael! VO2Max bietet maßgeschneiderte Jacken für Sportler. Hand auf’s Herz. Ist so eine Jacke überhaupt erschwinglich?

Dass man keine maßgeschneiderte Jacke für 19,95 Euro bekommt, das ist ja klar. Allerdings würde ich auch sagen, dass die „Zielgruppe“, die die VO2Max Jacken ansprechen, schon eine andere ist.

Wer kauft denn eine Jacke, die über 300 Euro kostet?

Ganz klar Sportler, die auf die Vorzüge von Maßarbeit setzen. Gehst du in einen Laden und probierst zehn Jacken, dann hat eine zu kurze Ärmel, Eine zu lange, die Andere schlabbert, die Nächste hat keine Tasche. Am Ende machst du einen Kompromiss. Nimmst die, die halt am besten passt und am wenigsten nicht passt.
Bei einer maßgeschneiderten Jacke musst du keinen einzigen Kompromiss machen. Die passt einfach. Das ist nicht nur angenehm, sondern natürlich auch essentiell für die Funktion. Sitzt die Jacke perfekt, kann sie beispielsweise auch ideal Feuchtigkeit abtransportieren.

Nassgeschwitzte Shirts gehören also der Vergangenheit an? 

Absolut! Nach einer halben Stunde (Anm. d. Red.: Das Interview fand natürlich im Laufen statt), ist mein Shirt weit weg von nassgeschwitzt. Das ist einer der ganz großen Gründe, warum ich die Jacke nicht mehr missen möchte. Man friert vor allem im Winter hinterher nicht so stark, wenn der Feuchtigkeitstransport optimal funktioniert.

Optimale Funktion ist also ein Aspekt. Klingt toll. Für so viel Geld müssen aber noch ein paar Argumente fallen…

Mindestens genauso bedeutend ist das Argument der Transparenz und sozialen Nachhaltigkeit. Mittlerweile weiß man, unter welchen Umständen besonders Sportbekleidung als Massenware produziert wird. Geht ja auch gar nicht anders – bei solchen Preisen.

Ich lege ganz bewusst Wert auf absolute Transparenz. Meine Stoffe kommen aus der Schweiz. Die habe ich selbst ausgesucht. Ich kannte die Stoffe des Herstellers Schöller aus dem Bereich der Wingsuits. Da muss die Qualität ja makellos sein, habe ich mir gedacht.
Nach dem Vermessen werden die Daten von mir registriert und gehen weiter an den Nähbetrieb. Der ist hier in Deutschland und dort werden die Teile zugeschnitten und verarbeitet. Da kann ich praktisch jederzeit reinschauen.

Vo2max, einmalig

Haben wir getan! Hier geht es zur Fotostrecke: So entsteht eine maßgeschneiderte Laufjacke.

Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen, maßgeschneiderte Jacken zu fertigen?

Ja, irgendwie hat immer irgend etwas nicht gepasst. Dann hat man an den Ärmeln gezuppelt, oder es war unangenehm, hat gezwickt oder geflattert. Dann habe ich mich eben auf die Suche nach einer Lösung gemacht. Und habe die für mich perfekte Lösung gefunden.

Früher stand maßgeschneiderte Kleidung für praktisch unkaputtbare Stücke. Ist das bei deiner Jacke auch so?

Ich führe den Extremtest gerade selbst durch. Meine Jacke ziehe ich praktisch gar nicht mehr aus (lacht). Schaut noch bestens aus, das gute Stück. Sollte allerdings doch einmal ein Part beschädigt sein – sagen wir, ich bleibe irgendwo ganz unglücklich hängen und habe ein Loch im Gewebe – könnte man das entsprechende Teil austauschen und ersetzen. Eine „normale“ Jacke würde man ohne nachzudenken wegschmeißen.

Vo2max, einmaligHalten wir fest: Das alles klingt vorbildhaft in Sachen Nachhaltigkeit. Für den Erfolg braucht es aber wahrscheinlich mehr als perfekte Funktion, Transparenz und soziale Nachhaltigkeit. Da braucht es Kunden, denen diese Werte im wahrsten Sinne des Wortes etwas wert sind. Gibt es die? Kommen wir tatsächlich weg von der gewissenlosen Massenware? Und dann auch noch im Sportbereich?

Ich wünsche es mir! Ich hoffe es! Und ich freue mich über jeden Läufer, der das so sieht wie ich UND noch dazu Spaß ein einem perfekten Kleidungsstück hat! Vielen von uns geht es doch wirtschaftlich gut – warum sollte man es sich selbst und den anderen nicht WERT sein?

Vielen Dank für das Interview!

Zur Website von VO2Max.

Fotos: VO2Max

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