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Triathlon Wettkampfbekleidung: Einteiler oder Zweiteiler?

3. April 2016 von Christine Waitz

Jörg Schüler, freiHilfe, ich habe gar nichts anzuziehen. Nicht nur Triathletinnen, auch ihre männlichen Sportskameraden stehen manchmal vor diesem Problem. Ein- oder Zweiteiler? Coldblack oder klassisches Lycra? Reißverschluss vorne oder hinten? Bekleidung ist ein wichtiger Bestandteil eines erfolgreichen Wettkampfes, will gut gewählt sein. Wir helfen euch bei der Entscheidung.


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Natürlich ist die Wahl der Wettkampfkleidung so individuell wie die Wahl alles anderen Equipments. Abhängig von Größe und Körperbau, von bevorzugter Distanz, von Vorlieben und Gewohnheiten, weiß wohl niemand besser als der Sportler selbst, was er braucht. Doch um dann auch mit dem perfekten Equipment am Start zu stehen gilt es erst einmal eine genaue Analyse der eigenen Bedürfnisse vorzunehmen. Der Fachhändler eueres Vertrauens kann euch mit dem so gewonnenen Profil das richtige Material empfehlen. Dann kommt es nur noch auf das Gefühl im neuen Dress an: Nicht zu weit und nicht zu eng? Keine Druck- oder Scheuerstellen? Und gut aussehen tut er auch noch? Gekauft!

Im kleinen Testen, im großen sorgenfrei starten

Foto: Ingo Kutsche, freiEs mach Sinn, seine Wettkampfbekleidung vor der Saison, oder im Vorfeld eines Wettkampfes zu testen. Nur so kann man feststellen, ob die Kleidung reibt, drückt oder juckt, und ob das Zusammenspiel der verschiedenen Ausrüstungsgegenstände (Schuhe, Startnummernband, Brille etc.) gut funktioniert. Entdeckt man Schwachstellen, kann im Vorfeld des Rennens noch ein Austausch des Materials stattfinden oder mit Hilfe von BodyGlide oder Vaseline Scheuerstellen minimiert werden.

Sprint- oder Jedermanndistanz

Unter Sprintdistanz werden in der Regel alle Rennen zusammengefasst, die ungefähr die Hälfte der olympischen Distanz betragen. Vielerorts wird die Schwimmstrecke etwas verkürzt (500/400m) und der Wettkampf wird als Einsteiger-Triathlon oder Jedermann-Triathlon angeboten. Einerseits finden hier Einsteiger-Streckenlängen vor, die sich schon mit wenig Training bewältigen lassen und die sich bestens zum Hineinschnuppern eignen. Andererseits werden diese Strecken auch von Profis in Liga- und Weltcuprennen genutzt. Doch welche Bekleidung ist für die kürzeste aller Triathlondistanzen notwendig?

Weniger ist mehr

Selbst auf dieser Distanz ist ein Neoprenanzug lohnend. Während er Anfängern die nötige Sicherheit im Wasser gibt und das Schwimmen erleichtert, spart er Profiathleten die nötigen Sekunden. Ein einfacher Triathlonanzug unter dem Neoprenanzug ist deshalb besonders für Anfänger ausreichend.

„Einfache“ Einteiler sind ab circa 100 Euro zu haben. Für Hightech-Anzüge, die auch bei Neoprenverbot für schnelle Schwimmzeiten sorgen, muss man jedoch etwas mehr auf den Tisch legen. Mittlerweile ist die Preisskala, ähnlich wie bei Neoprenanzügen, nach oben hin offen. Technologien wie Coldblack (schwarze Oberfläche die trotzdem das Sonnenlicht reflektiert), Lotusblüteneffekt (die Bekleidung wird nicht mehr nass), Kompressionswirkung, Teflon-Beschichtungen (besseres Gleiten im Wasser) oder verschweisste Nähte versprechen gute Schwimmzeiten, auch ohne Neoprenanzug, und ein optimiertes Hitze- und Schweisstransport-Management sorgt für Kühlung.

Ein- oder Zweiteiler

In der schieren Flut von Anzügen ist die Entscheidung für einen Sprint-Distanz Anzug noch simpel. Denn auf der kurzen Distanz benötigt man nicht unbedingt Hightech Materialien, ist ein Chamois nicht zwingend notwendig und auch Rückentschen werden nicht gebraucht. Denn für eine Sprintdistanz ist das Getränk als Verpflegung ausreichend, wodurch sich logistische Fragen rund um das Mitführen von Proviant nicht stellen. Die Verpflegung für die kurze Strecke kann man notfalls auch unter das Hosenbein klemmen, oder am Rad befestigen.

Unser Tipp: Ein einfacher Einteiler ohne Taschen ist auf der Sprintdistanz bequem und schnell zugleich. Wer es lieber komfortabel mag, kann zu einem Anzug mit Chamois greifen, es geht jedoch auch ohne. Wer ein Neoprenverbot erwartet und ambitioniert am Start steht, der ist mit einem speziell beschichteten Anzug gut beraten.

Die Olympische Distanz

triathlon.deÜber 1,5, 40 und zehn Kilometer geht es schon mehr zur Sache. Auch auf dieser Distanz bieten Einteiler noch den nötigen Komfort, selbst bei hohem Tempo. Nichts verrutscht, und bei Neoprenverbot bietet eine hydrodynamische Beschichtung geringsten Wasserwiderstand.
Während sich auf der Sprintdistanz Minimalismus noch angebracht zeigte, darf es auf der Olympischen Distanz ruhig schon etwas komfortabler sein. Ein dünnes Chamois bietet über 40 Radkilometer etwas Dämpfung, stört auf zehn Laufkilometern nicht. Wer seine Verpflegung nicht nur auf dem Rad anbringen will, oder auch auf der Laufstrecke noch zum Gel greift, der sollte beim Kauf darauf achten, dass der Anzug eng anliegende Taschen besitzt, die bei Neoprenverbot nicht flattern.

Die längeren Distanzen

Ein Neoprenanzug dürfte auf den längeren Distanzen wohl für jedes Schwimmniveau Sinn machen. Aufgrund der längeren Rad-Distanz ist bei diesen Rennen die Verwendung eines aufwändigeren Chamois, als sie Einteiler haben, angebracht. Insbesondere für die Langdistanz, wo prozentual sehr viel Zeit auf dem Rad verbracht wird, kann ein spezieller Langdistanzanzug mit dickerem Chamois, oder auch ein Zweiteiler, den nötigen Komfort bringen.
Der Zweiteiler bestehend aus Hose und engem, ärmellosen Top, birgt auf der Langdistanz auch dann seinen Vorteil, wenn ein Boxenstopp notwendig wird. Zudem spielt die Verpflegung eine wichtige Rolle und ist auf keinen Fall zu vernachlässigen. Damit sind die zwei wichtigsten Aspekte bei der Wahl der Garderobe definiert: Komfortabel und geräumig muss sie sein.

So ist es wichtig, dass Riegel, Gel und Co. bequem, und den Bewegungsablauf nicht störend, verstaut werden können. Ist man über lange Stunden hinweg unterwegs, lohnen sich auch Hightech-Stoffe mit Coldblack, eingearbeitetem Sonnenschutz oder Kompressionswirkung.

Triathlonbekleidung gibt’s auch im triathlon.de Shop.

Fotos: Jörg Schüler, Ingo Kutsche, triathlon.de

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