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Triathlon-Weltmeister Daniel Unger: „Mein Motto lautet: Volle Attacke“

28. März 2008 von Christian Friedrich

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Nach seinem Triumph-Lauf bei den Triathlon-Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr in Hamburg steht das Jahr 2008 für Daniel Unger ganz im Zeichen der Olympischen Spiele in Peking. Unger, der am 22. März 30 Jahre alt geworden ist, reiste erst kürzlich für seinen Ausrüster Asics an den Ort des Geschehens nach China. Wir haben diese Gelegenheit genutzt, um mit ihm über seine Vorbereitung, das olympische Rennen und seine Ziele zu sprechen.


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Herr Unger, als Triathlon-Weltmeister nehmen Sie bei den Olympischen Spielen in Peking fast automatisch die Position des Favoriten ein. Wie gehen Sie damit um?

Daniel Unger: Darüber mache ich mir keine Gedanken. Olympia war und ist mein großes Ziel. Entsprechend werde ich mich natürlich optimal auf dieses Ereignis vorbereiten, ordne den Spielen in Peking alles unter.

Was bedeutet das im Detail?

Daniel Unger: Die WM in Vancouver im Juni lasse ich höchstwahrscheinlich aus. An Weltcups werde ich vermutlich nur die Stationen in Südkorea, Südafrika und natürlich Hamburg mitnehmen. Hinzu kommen noch das eine oder andere Bundesliga-Rennen über die Sprintdistanz, der Wettkampf in Schliersee und die DM Anfang August. Das hört sich jetzt vielleicht viel an, ist es aber nicht. Ich bin einer, der eher wenige Rennen bestreitet, und die wenn möglich in Deutschland.

Vor vier Jahren verhinderte Pfeiffersches Drüsenfieber Ihre Olympia-Teilnahme in Athen. Obwohl qualifiziert, mussten Sie kurzfristig absagen. Denken Sie daran noch manchmal zurück?

Daniel Unger: Natürlich kommen diese Gedanken ab und zu noch mal hoch. So weit, wie ich jetzt bin, war ich vor vier Jahren auch. Ich versuche jetzt, mehr auf meinen Körper zu hören, Signale besser zu deuten und mit ein bisschen mehr Sensibilität auf meinen Körper zu achten.

Aber leidet darunter nicht das Training?

Daniel Unger: Im Hochleistungssport muss man nun einmal ein gewisses Risiko eingehen. Die Olympischen Spiele sind eine einmalige Gelegenheit. In vier Jahren bin ich 34, möglich ist eine Teilnahme auch dann noch, aber ich will meine Chance schon jetzt nutzen. Ich will in Top-Form nach Peking. Und da lautet mein Motto: Volle Attacke!

Kurz nach Ihrem WM-Triumph in Hamburg sind Sie beim Weltcup in Peking gestartet, konnten dort schon einmal erste Eindrücke sammeln. Erst kürzlich waren Sie mit ihrem Sponsor ASICS auch noch einmal dort. Wie lautet Ihr Fazit?

Daniel Unger: Peking ist schon anders als andere Städte auf der Welt. Alles ist viel hektischer.

Kommt Ihnen die Strecke denn entgegen?

Daniel Unger: Die Rad- und die Laufstrecke sind leicht wellig, man muss immer wieder auf einen Damm. Das kommt mir auf dem Rad entgegen. Auf der Laufstrecke habe ich es allerdings lieber ganz flach.

Auf welchem Teilstück wird denn das olympische Rennen Ihrer Meinung nach entschieden?

Daniel Unger: Es wird eine Runde ohne Neoprenanzug geschwommen. Hier muss ich versuchen, Anschluss an die starken Schwimmer zu halten, um vorne mit aus dem Wasser zu kommen. Auf dem Rad muss die Basis stimmen, damit man Attacken mitgehen kann. Die Entscheidung wird letztendlich wohl wieder auf der Laufstrecke fallen. Aber genau weiß man das nie, erst recht nicht in Peking.

Wieso?

Daniel Unger: Weil hier auch andere Faktoren eine wichtige Rolle spielen werden.

Und die wären zum Beispiel?

Daniel Unger: Vor allem das Klima. Während des olympischen Wettbewerbs werden Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad herrschen. Hinzu kommt eine Luftfeuchtigkeit von 60 bis 70 Prozent – und natürlich auch noch die schlechte Luft.

Und wie stellt man sich auf diese äußerlichen Gegebenheiten ein?

Daniel Unger: Bei diesen Bedingungen verliert man im Rennen schnell an Substanz. Deshalb muss man vorher viel in der Hitze trainieren. Noch besser wäre es, ein Laufband in eine 35 Grad heiße Sauna zu stellen, für eine hohe Luftfeuchtigkeit zu sorgen und als Zugabe noch Abgase einzuleiten.

Wann reisen Sie denn nach Peking zu den Spielen an?

Daniel Unger: Unsere unmittelbare Vorbereitung absolvieren wir in einem Trainingsstützpunkt auf Jeju Island in Südkorea. Zwei Tage vor dem Wettkampf geht es dann rüber nach Peking.

Die Fragen stellte Harald Gehring

Info: Cosmos-PPS
Bild: Asics

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