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Tri-Wissen: Was ist der Open-Window-Effekt?

22. Februar 2014 von Philipp Peter

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K.- P. Adler - Fotolia.com, freiSchon wieder eine Erkältung? Eine ungeplante Trainingspause? Dann ist vielleicht der Open-Window-Effek schuld. Wir erklären die physiologischen Hintergründe und geben euch Tipps zur Vermeidung von Infekten.


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Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass nach einer intensiven und umfangreichen Trainingsbelastung das Immunsystem des Körpers bis zu drei Tage funktionell geschwächt ist und Infektionskrankheiten in dieser Zeit vermehrt auftreten. Auch psychische Belastungen wie Stress können dieses Phänomen verursachen.

Vorübergehend geschwächte Immunabwehr

Leukozyten, die weißen Blutkörperchen, sind Teil des menschlichen Immunsystems und dienen der Immunabwehr, das heißt sie haben die Aufgabe Krankheitserreger und körperfremde Strukturen zu beseitigen. Während körperlicher Belastung steigt die Zahl der Leukozyten zunächst deutlich an, um dann nach Belastungsende steil unter das Ausgangsniveau zu fallen. Damit ist Krankheitserregern sozusagen ein „Fenster zum Körper“ geöffnet und sie können sich leicht vermehren und ausbreiten. Dieser Zustand wird oft als “Open-Window-Effekt” beschrieben.

Erhöhtes Risiko im Herbst und Frühjahr

Das erhöhte Erkrankungsrisiko betrifft vor allem grippale Infekte, Infektionen der Harnwege und Durchfälle. Aber auch eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) bei der Viren den Herzmuskel angreifen ist möglich. Eine besondere Gefahr sich einen Infekt einzufangen besteht in den Übergangsjahreszeiten, in intensiven und umfangreichen Trainingsphasen, nach der Rückkehr aus dem Trainingslager und nach Wettkämpfen.

Kein Sport bei Fieber

Bei Fieber (> 38°C), erhöhten Entzündungsparametern im Blut oder geschwollenen Lymphknoten ist ein kompletter Verzicht auf Sport notwendig und erst nach mindestens drei symptomfreien Tagen kann wieder mit leichter körperlicher Belastung begonnen werden.

Bei leichten Infekten ohne Fieber, wie Schnupfen, sollte das Training deutlich reduziert  und intensive Belastungen vermieden werden. Besonders beim Schwimmtraining gilt es eine Pause einzulegen. Gegen regenerative Belastungen auf dem Hometrainer oder der Rolle ist dagegen nichts einzuwenden. Für den Wiedereinstieg ins Training ist es wichtig auch auf das subjektive „Sich-Fit-Fühlen“ zu achten. Generell gilt der Grundsatz: „Lieber gleich eine Trainingspause einlegen, als durch einen verschleppten Infekt einen Trainingsausfall von mehreren Wochen riskieren.“

Sport stärkt das Immunsystem

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Sport hat allerdings nicht nur negative Effekte für das Immunsystem. Im Gegenteil die Immunabwehr wird insbesondere durch Ausdauersport von bis zu vier Stunden pro Woche langfristig deutlich gestärkt. Zusätzliches Training bringt keine weiteren positiven Effekte mehr und ab einem gewissen Belastungsumfang im (Hoch-)Leistungssport steigt die Infektgefahr dann wieder deutlich an.

Tipps zur Vorbeugung von Infekten

  • Achtet im Training immer auf eine ausgewogenens Verhältnis von Belastung und Regeneration
  • Trainiert im Trainingslager maximal 2,5 mal soviel wie zu Hause und nutzt den letzten Trainingslagertag zur Erholung
  • Achtet immer auf funktionelle Bekleidung im und nach dem Training, vor allem im Winter und nach dem Schwimmtraining (Stichwort: Mütze)
  • Ernähre Dich ausgewogen und gesund (viel Obst und Gemüse)
  • Achtet darauf genug zu trinken, um einer Austrocknung der Schleimhäute entgegenzuwirken
  • Achtet auf ausreichenden Schlaf

Fotos: K.- P. Adler – Fotolia.com. triathlon.de

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