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Trainieren wie die Profis: So funktioniert ein Schwimmkanal

14. Januar 2017 von Christine Waitz

Roy Hinnen, einmaligSchwimmen im Schwimmkanal. Was bislang fast ausschließlich Profis möglich war, wird nun auch für Jedermann immer öfter durchführbar. So gibt es beispielsweise im schweizer Horgen einen solchen Kanal, den jeder Triathlet buchen kann. Meist wird darin eine Analyse der Schwimmtechnik durchgeführt. Doch eigentlich bietet er zahlreiche weitere Möglichkeiten. In einer Serie wollen wir euch einige dieser Möglichkeiten vorstellen. Zunächst jedoch, erklärt euch Roy Hinnen, die Technik hinter dem 55 Tonnen schweren Koloss.


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Der Schwimmkanal – ein 55 Tonnen Koloss

Der 10 x 3 x 2,5 Meter große und 55 Tonnen schwere Schwimmkanal ist einzigartig in der Schweiz. Bei 27 Grad Celsius kann man hier auf der Stelle schwimmen und hat dennoch das Gefühl, man sei in einem Pool. Nur die Wenden entfallen. Die Geschwindigkeit lässt sich ganz genau auf den Schwimmer anpassen, bis maximal 54 Sekunden auf 100 Meter.

Roy Hinnen, einmaligUm das möglich zu machen, braucht es jedoch einiges an Technik. Die drei 20 PS Motoren sind mit je 80cm langen Schaufeln verbunden, die das Wasser in Bewegung bringen. Kleine Kanäle leiten das Wasser hinauf in den Pool, wo es über die gesamte Stirnseite auf den Schwimmer zuströmt. Unglaubliche 50-tausend Liter Wasser werden dabei in Bewegung versetzt.

Um das Schwimm-Gefühl noch „echter“ zu machen braucht es eine Entlüftungs-Anlage. Denn ist zu viel Luft im Wasser, kann man nicht mehr gut schwimmen. Auch die Videoanalyse würde unter den vielen Bläschen leiden. Die Luft, die der Schwimmer produziert, wird deshalb zuverlässig herausgefiltert – pro Armzyklus können das verbildlicht immerhin fünf kleine Eimer voll Luft sein.

Ebenso dazu gehört eine Wasseraufbereitungsanlage. So können die 50.000 Liter Wasser mit nur wenig Zusatz von Chlor rund ein Jahr im Kanal verbleiben. Auch die Heizung ist extrem gefordert. Denn das Wasser in Bewegung kühlt wesentlich schneller aus, als das Wasser in einem normalen Pool.

 


Analysieren und trainieren

Drei Kameras, und zwei Flatscreens bilden zusammen die Analyse-Einheit. Egal, ob Schwimm-Anfänger oder Profi. Im Kanal können technische Fehler und Potential ganz individuell analysiert werden. Die Bilder gibt’s dann auch als kleines Andenken mit nach Hause.
Neben der Schwimmstil-Analyse bietet der Kanal jedoch noch viele weitere Möglichkeiten. Zum Beispiel kann man sehr gezieltes Tempo-Training machen, Leistungstests im Schwimmen, oder sogar Material-Tests.

Einige dieser Möglichkeiten, wie auch einen Neoprentest, stellen wir euch in den nächsten Wochen vor!

Der Schwimmkanal auf Roy Hinnens Website.

Schwimm-Equipment gibt’s auch im triathlon.de Shop.

Fotos: Roy Hinnen

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