Precooling Studie:
Kälteschock für mehr Leistung
Die tiefste je auf der Erde gemessene Temperatur beträgt minus 89,2 Grad. Aber welche Auswirkung auf die Ausdauerleistung hat es, wenn man vor dem Wettkampf zweieinhalb Minuten in einer Kältekammer mit -110 Grad verbringt?

Wissenschaftler der Universitäten Dortmund und Münster haben sich mit dieser Fragestellung auseinandergesetzt, indem sie 17 Sportstudenten eine Fahrradergometerbelastung jeweils mit und ohne „Precooling“ absolvieren ließen.
Ergebnis: Weniger Schläge
Die Herzfrequenz nach der Kälteanwendung war signifikant niedriger als ohne. Im Schnitt betrug die Differenz knapp 10 Schläge pro Minute. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Kälte ein Zusammenziehen der Blutgefäße bewirkt und als Folge daraus das Herz ökonomischer arbeiten kann.
Für mehr Leistung und die Gesundheit
Diese Ganzkörper-Kälteapplikation ist also ein geeignetes Mittel zur Trainingsoptimierung und Leistungssteigerung im Wettkampf. Interessant für Triathleten ist, dass besonders im Zusammenhang mit hohen Außentemperaturen das Precooling den energetischen Aufwand, der zur Körperkühlung während der Belastung geleistet werden muss, zu Gunsten der muskulären Fortbewegung reduzieren kann. Auch in der Rehabilitation nach Verletzungen und als Regenerationsmaßnahme wird die Kälteanwendung bereits eingesetzt. Auch bei diversen Krankheiten wie zum Beispiel Rheuma oder Neurodermitis findet diese Behandlung vor allem Verwendung.
Die Umsetzbarkeit dieser Maßnahme in die Trainings- und Wettkampfpraxis ist aufgrund der finanziellen und organisatorischen Schwierigkeiten derzeit aber sehr fraglich. Wer hat schon eine Kältekammer zu Hause?
Kalt ist aber nicht gleich kalt
Da die Luftfeuchtigkeit in diesen Kältekammern nahezu null ist, ist eine derartige Kälte überhaupt erst zu ertragen. Die körperliche Empfindung ist nicht Kälte oder das Gefühl unterkühlt zu werden, sondern eine Oberflächenreaktion der Haut, die als leichtes „Brennen“ nicht unangenehm empfunden wird. Diese Kälte von über 100 Grad Minus nennt sich “kosmische Kälte”, da auf der Erde solch niedere Temperaturen nicht vor kommen. Die Kälteeinwirkung erfolgt derart schnell, dass keine kraftraubenden Negativreaktionen wie des Auftretens von „Gänsehaut“ oder „Schüttelfrost“ oder Ausschüttung von Adrenalin oder anderen schädlichen Stresshormonen auftreten können.
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