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Sebastian Kienle: „The Race definetely broke me“

15. Oktober 2018 von Stephan Schepe

Sebastian Kienle ging als einer der Topfavoriten in den Ironman Hawaii, erwischte jedoch einen rabenschwarzen Tag. Nach wenigen Metern auf der Laufstrecke gab er das Rennen auf. Welche Rückschläge er im Rennverlauf einstecken musste und was zu seinem DNF führte, lest ihr hier.


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Als Sebastian Kienle nach 50 Minuten und einer für ihn perfekten Schwimmleistung aus dem Wasser stieg, waren viele Fans und Zuschauer sicher: das könnte sein Tag werden! Er hatte in seiner schwächeren Auftaktdisziplin den Anschluss an die erste Verfolgergruppe gehalten und erreichte mit Patrick Lange und weiteren Favoriten die Wechselzone. Beim Radfahren ist schließlich er derjenige, der Druck auf seine Konkurrenten aufbauen kann – und genau das hatte er auch vor.

Erstens kommt es anders…

Bereits nach kurzer Zeit auf dem Rad merkte Kienle, dass etwas nicht stimmte. Die elektronische Schaltung machte sich selbstständig, wechselte die Gänge ohne, dass er die Knöpfe betätigte, schaltete wahllos vom großen aufs kleine Kettenblatt und umgekehrt. Etwas, das noch nie vorher passiert sei, erklärte Kienle im Nachhinein. Schließlich fiel die Kette vom kleinen Kettenblatt herunter zwischen den Rahmen. In der Folge scheuerte das Hinterrad seines Scott Plasma am Rahmen – der Defektteufel hatte nun endgültig zugeschlagen. Kienle konnte schnell das hintere Laufrad wechseln, dies hatte jedoch eine breitere Felge, so dass er die Bremse komplett öffnen musste, um ständiges Schleifen zu vermeiden. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits drei Minuten auf die Konkurrenten verloren.


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Lionel Sanders, der einen erheblich größeren Rückstand vom Schwimmen auf die Radstrecke nahm, fuhr auf Sebastian Kienle auf und ermutigte ihn, weiter zu machen, nicht aufzugeben, weiter zu pushen. Sebi war zu diesem Zeitpunkt aber nahezu mental komplett am Boden. Sanders „brachte“ ihn über die Radstrecke, machte Druck, wollte den Abstand nach vorn selbst zu gering wie möglich halten. Kienle fuhr mit, das Rad hielt. Aber der Kopf? Bereits beim Radfahren wußte Sebi, dass mit der gereizten Achillessehne ganz schwer werden würde, einen Marathon überhaupt durchzulaufen. Zusätzlich hatte er nach dem Radfahren über vier Minuten Rückstand auf Patrick Lange, dessen Paradedisziplin ja nun erst kommen sollte.

…und zweitens als man denkt

An eine vordere Platzierung war schon gar nicht mehr zu denken. Kienle startete in den Marathon, lief nach wenigen Metern an seinem Trainer Lubos Bilek und seiner Ehefrau Christine vorbei. Beide hielten es für keine gute Idee, den Marathon unter Schmerzen durchzulaufen. Kienle stand vor der Wahl: den Marathon zu Ende bringen, Platzierung egal, den Ironman als oberstes Ziel finishen – das alles unter Inkaufnahme von Schmerzen und möglicherweise langfristiger Schädigung seines Körpers. Oder aussteigen. Keine körperlichen Schmerzen, aber die Gewissheit, das wichtigste Rennen der Welt nicht beendet zu haben.

Sebastian Kienle gibt das Rennen auf, © Mike Plant

Sebi hörte auf seinen Trainer und seinen Körper. DNF. Es ist der erste Wettkampf, den Kienle aufgrund einer Verletzung aufgeben musste. Im englischsprachigen Statement verrät er sichtlich enttäuscht: „That’s how the race sometimes is – it makes you and it can break you. And it definetely broke me.“

Zum gesamten Interview:

Viedeonachweis: Sebastian Kienle – official Facebook page

 


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