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Schwimmtraining: Richtiges Atmen beim Kraulschwimmen

6. Februar 2017 von Annette Gasper

Foto: Thomas Wenning

Abstoßen, Gleiten, Schweben im Wasser, Antrieb durch Beinschlag, die Kopfposition und die Wasserlage. All das haben wir in den letzten Wochen bereits besprochen. Für viele Schwimmer stellt sich dabei vor allem zu Beginn die Frage: Und wann atme ich eigentlich? Wir üben die einfachste Sache der Welt, die im Wasser gar nicht so simpel ist.


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Ganz einfach gesagt gilt für das Atmen im Schwimmen: Über Wasser einatmen und unter Wasser ausatmen. Das klingt nicht gerade überraschend. Aber achtet einmal darauf, ob ihr unter Wasser wirklich gut ausatmet, wann ihr atmet und wie viel.

Atemnot durch zu viel Luft

Foto: Chrisitine Waitz, freiWir haben rund fünf Liter Lungenvolumen, bei jedem Atemzug atmen wir circa einen dreiviertel Liter ein und wieder aus. Der Rest der Luft bleibt in der Lunge. Wenn man schwimmt, dann reicht es aus, wenn man genauso flach atmet wie an Land. Wer das Gefühl hat die Luft reicht nicht aus, der sollte darauf achten nicht zu tief einzuatmen und gut auszuatmen. Klappt es mit weniger Luft vielleicht sogar besser?

Immer mit der Ruhe

Wenn wir beim Kraulschwimmen einen zweier Zug machen (also immer zur gleichen Seite atmen), dann haben wir einen halben Zug Zeit zum Einatmen und einen halben Zug Zeit zum Ausatmen. Den meisten Athleten fällt es leichter, wenn sie einatmen solange die Hand unter Wasser nach hinten geführt wird. In dieser Zeit rotiert der Körper leicht auf die Seite und man hat Platz und Zeit den Kopf mitzudrehen. Ausgeatmet wird, solange die Hand über Wasser nach vorne geführt wird.

Foto: Thomas Wenning

Tipp: Je länger der Zug ist, je besser die Gleitphase, desto mehr Zeit kann man sich beim Atmen lassen. Das bringt viel Ruhe in das Schwimmen, das Gleiten ist angenehm und entspannend und das atmen wird nicht hektisch. Als „Goldene Regel“ in Sachen Atmung gilt: Wenn der Daumen am Ende des Zuges den Oberschenkel streift, dann sollte das einatmen überwiegend abgeschlossen sein. Wer jetzt erst anfängt den Kopf zu drehen, der ist zu spät dran.

Übung macht den Meister

Die Zentrale Übung für das Atmen ist Beinschlag auf der Seite (Teil 3 dieser Serie). Es ist für uns sehr ungewohnt horizontal zu liegen und beim Atmen die Welt horizontal zu sehen. Wenn wir uns daran gewöhnt haben und die Übung gut funktioniert, dann ist das Atmen beim Schwimmen ein Kinderspiel.

Ich empfehle, immer die ersten zehn Meter der Bahn ohne Atmung zu beginnen und sich erst einmal auf die Technik zu konzentrieren. Dann kann man zum Atmen die Übung Beinschlag auf der Seite einbauen und in aller Ruhe erst einmal Luft holen. Denn es ist wichtig, dass man beim Atmen den Körper nur um die Längsachse dreht. Eine gute Übung ist daher auch drei bis fünf Züge Kraul- und im Anschluss drei bis fünf Züge Rückenschwimmen. Der Focus liegt dabei in der Drehung um die Körperlängsachse.

Das Training der Woche

300 m locker einschwimmen, verschiedene Lagen
200 m Brust 2 Züge normal und 2 Züge tauchen im Wechsel

100 m locker Rücken (hier ist das Atmen ganz einfach)

300 m 2 x 2er Zug und 3 x 3er Zug (Diese Übung dient der Koordination.)
( 2 x rechts atmen, dann 3 x abwechselnd beim 3er Zug und dann 2 x links)

100 m locker Brust oder Rücken

50 m             5er Zug
50 m             4er Zug
50 m             3er Zug
50 m             2er Zug

8 x 100m    100 ruhig und 100 m schnell im Wechsel (Pause 20 sek)

Schneller und entspannter aus dem Wasser,
gewusst wie, mit swimpower.de und Annette Gasper

triathlon.de Techniktraining mit Annette Gasper

Zu Teil 1 der Serie: Schwimmtraining im Herbst – Abwechslung ins Training bringen
Zu Teil 2 der Serie: Schwimmtraining – Die Grundlagen des Kraulschwimmens
Zu Teil 3 der Serie: Techniktraining Schwimmen – Beim Kopf fängt alles an
Zu Teil 4 der Serie: Kraulbeinschlag – Auch für Triathleten eine Übung wert
Teil 5 der Serie: Richtiges Atmen beim Kraulschwimmen
Teil 6 der Serie: Körperrotation beim Kraulschwimmen – Der richtige Dreh
Zu Teil 7 der Serie: Der richtige Armzug
Zu Teil 8 der Serie: Der Gebrauch von Paddles und Pullbuoy

Fotos: Thomas Wenning, triathlon.de

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