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Schwimmtraining für Triathleten: Der Gebrauch von Paddles und Pullbuoy

2. Dezember 2013 von Annette Gasper

triathlon.deTriathleten lieben ihr Spielzeug am Beckenrand. Paddles, Pullbuoy, Flossen und zahlreiche andere Helferlein sollen das Schwimmtraining effektiver (?) machen. Was sich wirklich lohnt in den Schwimmrucksack zu packen, und von was man besser die Finger lassen sollte, das erklärt Annette Gasper.


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Heute ist es an der Zeit, ein Wort zum Thema Spielzeug zu verlieren. Spielzeug? Naja so etwas wie Paddles, Flossen, Pullbuoy.

Paddles verschlechtern die Technik

Foto: Christine Waitz, freiWer mich kennt weiß, dass ich kein Fan von Paddles bin. Das lässt sich ganz einfach erklären. Ein Paddle vergrößert die Handfläche und ermöglicht es dem Athleten mehr Kraft beim Schwimmen einzusetzen. Wenn die Technik stimmt und die muskulären Vorraussetzungen da sind, dann kann ein Krafttraining mit Paddels sehr hilfreich sein.
Bei der Mehrzahl der Triathleten sind diese Vorraussetzungen leider nicht gegeben. Dennoch sieht man viele Leute mit riesen Deckeln an den Händen ihre Bahnen ziehen. Was passiert ? Da sie die nötige Kraft nicht haben, verschlechtert sich in der Regel ihre Technik, oder sie versuchen dem Druck Stand zu halten und es kommt zu Verletzungen, die Schulter schmerzt…. Trainingspause….

Techniktraining mit Spezial-Paddles

In den USA habe ich vor über zehn Jahren zwei Versionen eines Paddles kennengelernt, die ich als Trainer gerne in das Training einbaue. Sie ermöglichen dem Schwimmer die Technik richtig auszuführen. Was hat es mit diesen Wunderwaffen auf sich?

Das Freestyler Paddle von Finis hat eine Finne. Sie sorgt dafür, dass man die Hand unter Wasser richtig führt, denn sonst haut einem das gute Stück ganz schnell ab. Wenn man den Zug korrekt ausführt, dann bekommt das Paddle Stabilität und man wird schneller. So macht das Paddles Training echt Spaß.

Die Finis Freestyler im swimpower.de Shop.

Das Bolster Paddle sieht schon etwas gefährlicher aus. Es fixiert die Hand mit dem Unterarm, daher muss man zu Beginn des Zuges den Arm richtig anstellen, man hat gar keine andere Wahl. Eine bessere Rückmeldung im Wasser kann man gar nicht haben.

Das Finis Bolster Paddle im swimpower.de Shop.

So geht es richtig

Jetzt aber noch einige Worte zum Gebrauch. Paddles schwimmen ist immer anstrengend, denn es werden Muskelgruppen belastet, die vielleicht sonst wenig arbeiten müssen. Nach dem Einschwimmen und dem Technikblock kann man gut für 200 bis 400 Meter mit Paddles trainieren. Mehr würde ich am Anfang nicht machen.
Wer gut im Training ist, kann auf 600 Meter steigern, aber das reicht dann auch. Nach dem Krafttraining mit den Paddles sollte man noch 200 bis 400 Meter locker schwimmen und die Technik umsetzten. In meinen Augen macht es gar keinen Sinn am Ende einer Einheit, wenn man schon etwas platt ist, noch 1000 Meter Paddles draufzusetzen. Gute Technik ist dann nicht mehr möglich und die Gefahr einer Verletzung extrem hoch.

Pullbuoy-Verbot

Foto: Christine Waitz, freiDer Einsatz des Pullbuoys ist bei mir verboten. Ich rate dazu, „schmeiß es weg“. Warum? Das ist doch so schön einfach, man braucht die Beine nicht und im Neo ist das ja dann auch so?
Wie wir aus dem Beitrag über Wasserlage wissen, ist der Beinschlag sehr wichtig, um die Wasserlage zu stabilisieren und die Rotationsbewegung einzuleiten. Durch den Pullbuoy bekommt man zwar eine gute Wasserlage, aber die Rotation ist nicht mehr möglich. Die meisten Athleten „fischschwänzeln“, wenn sie mit Pullbuoy schwimmen.
Ein lockerer, guter Beinschlag würde an der Stelle mehr Sinn machen, als sich das Geschwänzel wieder abzugewöhnen.

Leistungsschwimmer trainieren anders

Zugegeben, es gibt auch gute Schwimmer, die können das. Gerade die Leistungsschwimmer und die kleinen  dreizehnjährigen Mädels mit ihrem rosa Rucksack, die so oder so immer an uns vorbeiziehen. Aber  seit wie vielen Jahren schwimmen die schon? Richtig, seit mindestens acht Jahren. Und wie oft die Woche? Genau, im Schnitt fünf bis sieben Mal à zwei Stunden Wasserzeit und dann noch eine Stunde Landtraining. Da kommt man schnell auf 20 bis 30 Kilometer die Woche. Das sind andere Vorraussetzungen – deswegen sind die kleinen Mädels auch so schnell.

Es gibt noch zwei hilfreiche Spielzeuge, die Flossen und den Schnorchel, aber dazu in der kommenden Woche mehr.

triathlon.de Techniktraining mit Annette Gasper

Zu Teil 1 der Serie: Schwimmtraining im Herbst – Abwechslung im Training
Zu Teil 2 der Serie: Schwimmtraining – Die Grundlagen des Kraulschwimmens
Zu Teil 3 der Serie: Techniktraining Schwimmen – Beim Kopf fängt alles an
Zu Teil 4 der Serie: Kraulbeinschlag – Auch für Triathleten eine Übung wert
Zu Teil 5 der Serie: Richtiges Atmen beim Kraulschwimmen
Zu Teil 6 der Serie: Körperrotation beim Kraulschwimmen: Der richtige Dreh
Zu Teil 7 der Serie: Der richtige Armzug
Teil 8 der Serie: Der Gebrauch von Paddles und Pullbuoy

Schneller und entspannter aus dem Wasser,
gewusst wie, mit swimpower.de und Annette Gasper

Fotos: triathlon.de

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