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Schlüsselbeinbruch: Empfindliche Schlüsselstelle

2. Juni 2016 von Ann-Christin Cordes

Rainer Sturm/pixelio.deBricht sich ein Radfahrer einen Knochen, dann ist es in den meisten Fällen das Schlüsselbein. Die kleine, s-förmige Verbindung zwischen dem Schultergelenk und dem Brustbein wird bei einem Sturz stark belastet – vor allem durch die Abfangbewegung – und eine lange Trainingspause folgt. Hier findet ihr alles Wissenswerte rund um den Schlüsselbeinbruch.


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Was ist ein Schlüsselbeinbruch?

Wer regelmäßig Radrennen im Fernsehen sieht, erkennt bereits an der Haltung des Fahrers nach einem Sturz, dass das Schlüsselbein verletzt ist. Meist sitzt der Radfahrer auf dem Boden und hält sich – leicht vorgebeugt – den Arm an den Körper, die Hand liegt auf der Schulter. Dies ist die typische Schonhaltung, um die starken Schmerzen so gering wie möglich zu halten. Und der Schlüsselbeinbruch ist die typische Verletzung von Rennradfahrern.

Grund für einen Bruch beim Radtraining oder auch im Alltag ist fast immer ein Sturz oder ein Schlag. Ältere Menschen und Männer sind statistisch gesehen öfter an dieser Stelle verletzt – Kinder können sich außerdem bei der Geburt diesen Knochen brechen.

Neben den starken Schmerzen und der Bewegungseinschränkung kann es auch zu einer leichten Ausbeulung oder Vertiefung kommen, je nach Bruchstelle- und -art. Sehr selten gibt es offene Brüche. Meist bricht das Schlüsselbein in der Mitte, wo es am dünnsten ist. Außerdem entstehen Schwellungen und es können Reibe- und Knirschgeräusche zu hören sein.

Schlüsselbein gebrochen – was nun?

Bestätigt das Röntgenbild die Fraktur, stellt sich die Frage: Konservativ behandeln oder doch operieren? Bis vor kurzer Zeit wurden die meisten Brüche mit einem so genannten Rucksackverband behandelt. Bei diesem Verband wird die Schulter durch ein spezielles Verbandsystem so nach hinten gezogen, dass das Schlüsselbein in Position bleibt und gerade zusammenwachsen kann. Bei einfachen, glatten Brüchen dauert es dann bis zu sechs Wochen, bis der Arm schon wieder leicht bewegt werden kann. Leichtes Training, das die Schulter nicht belastet, ist erst nach zehn bis zwölf Wochen wieder möglich. Heute wird der Verband auch weggelassen, wenn der Bruch sehr einfach ist – oft ist die Heilung dann ohne Verband genauso schnell wie mit Verband.

Kompliziertere Frakturen werden heute eher operiert – dazu wird das Schlüsselbein durch Platte und Schrauben zusammengehalten, die später auch wieder operativ entfernt werden müssen. In der Regel ist die Heilung nach einer OP etwas schneller – immer abhängig von der Komplexität des Bruches und anderen Verletzungen rund um die Fraktur. Dort verlaufen viele Nerven und Gefäße, die durch den Sturz ebenfalls beschädigt werden können.

Bei Kindern und Jugendlichen ist der Heilungsverlauf viel schneller, sie werden meist konservativ behandelt.

Röntgenbild Schulter

Röntgenbild Schulter

Heilungsprozess

Wie schnell es gehen kann, zeigt Profi-Triathletin Yvonne van Vlerken 2015: Sie gewann nur gute drei Wochen nach einer Schlüsselbein-OP den International Duathlon Lanzarote – leider gilt das aber nicht für alle von uns Triathleten.

Es gibt keine pauschale Angabe für die Dauer der Trainingspause. Alles hängt von der Schwere der Fraktur ab und weiteren Verletzungen. So variieren, wie oben beschrieben, die Pausenempfehlungen stark. Hier ist eine gute Kommunikation mit Arzt und auch Physiotherapeut wichtig.

Oft kann schon früh wieder auf der (festen) Rolle trainiert werden – Radprofi Tony Martin konnte nach seinem offenen Trümmerbruch, den er sich bei der Tour de France 2015 zuzog, schon nach zwei Wochen wieder auf der Rolle sitzen. Schwimmen und Laufen sind aber für mehrere Wochen Tabu. Die Muskulatur der verletzten Seite sollte nach kompletter Heilung wieder aufgebaut und gestärkt werden, damit es zu keinen Dysbalancen und Folgeproblemen kommt.

Vorbeugen kann man einem Schlüsselbeinbruch nur wenig. Jeder kann aber in Koordinations- und Techniktraining investieren – und bekannte Bruchpiloten sollten ihre Fahrweise und Risikobereitschaft überdenken.
Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

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