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Rollentraining: Fluch oder Segen?

9. Dezember 2017 von Arne Bentin

triathlon.de, freiEs ist kalt, dunkel und vor allem für Radfahrer alles andere als einladend, vor der Haustüre. Nicht nur deshalb macht das Training auf der Rolle im Winter besonders Sinn. Zwar erfordert das Radeln auf der Stelle häufig große Motivation, tatsächlich jedoch ist die Trainingsvariante besonders effektiv. Warum erklärt Arne Bentin.


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Das Training auf der stationären Trainingsrolle mit dem eigenen Rennrad (oder auch MTB) spaltet die Sportlergemeinde. Viel Pro und Contra wird diskutiert. Doch eines möchte ich an dieser Stelle vorwegnehmen, der einzige Fakt, der wirklich gegen ein Rollentraining spricht, Ausstattung und Räumlichkeiten vorausgesetzt, ist die eigene Motivationsfähigkeit, sprich der bekannte innere Schweinehund.

Aber von Anfang an

Foto: Heidi Sessner, freiRein physiologisch, aber vor allem ökonomisch gesehen, übertrifft das Rollentraining jedes Straßentraining. Wenn man einen kurzen Blick in Stoffwechselprozesse und muskuläre Adaptationen wirft, wird man feststellen, dass zum Beispiel die Ausbildung einer vermehrten Kapillarisierung im Muskelgewebe und die Optimierung aerober Stoffwechselprozesse einen dauerhaften Belastungsblutdruck in der Muskulatur benötigen.

Auf muskulärer Ebene wird die intermuskuläre Koordination, das heisst, das Zusammenspiel verschiedener an einer Bewegung beteiligter Muskelabschnitte, durch eine große Wiederholungszahl verbessert und somit der gesamte Bewegungsablauf ökonomisiert.

Aber warum ist für diese und andere Faktoren das Rollentraining eventuell besser als ein Straßentraining?

Einfache Rechnung

Ganz einfach: Rechnet mal von einer Trainingsfahrt auf der Straße die Zeit ab, in der ihr nicht aktiv tretet. Also alles, was bergab geht, an der Ampel gestanden wird, in der Gruppe hinterhergerollt und mit fortschreitender Ermüdung an Tritten ausgelassen wird. Da kommt in einer vier Stunden Einheit einiges zusammen. Und all diese Zeit ist „leere“ Trainingszeit.

Natürlich stellt sich nicht der komplette Stoffwechsel um, sobald man aufhört zu treten und von einigen wird schon das Argument kommen, das man dafür auf der Straße ja wesentlich längere Einheiten absolviert als auf der Rolle. Richtig.

Aber selbst wenn wir durch die längere Belastungsdauer den gleichen Effekt erreichen, so ist das Training auf der Rolle eigentlich ökonomischer, weil wir doch mehr Trainingsreiz/Zeiteinheit setzen. Dies sollte nur ein kleiner Abstecher sein, um zu zeigen, dass wir uns schon mal nicht damit rausreden können das Training auf der Rolle sei nicht effektiv.

Trainingszeit effektiv nutzen

Aber wie kann ich nun meine Trainingszeit auf der Rolle am Besten nutzen? Das die wenigsten von uns vier bis sechs Stunden auf der Rolle fahren, um die langen Grundlageneinheiten zu absolvieren, setze ich mal voraus. Aber was tun auf der Rolle?

Foto: Heidi Sessner, freiZu Trainingsbeginn kann man natürlich auch Grundlagentraining auf der Rolle absolvieren, das heisst gleichmäßig mit relativ niedriger Intensität vor sich hintreten und von Mal zu Mal die Umfänge steigern. Ist nicht wirklich spannend und nach einer gewissen Zeit auch ausgereizt, es sei denn, man gehört zu den Hardcorefahrern, die eben stundenlang auf der Rolle zubringen.

Neben dem aeroben Stoffwechseltraining kann man auf der Rolle aber auch gut einmal andere Reize setzen.

Auf der nächsten Seite: Trainingsbeispiele für das Rollentraining.

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