Ratgeber Ketten: Ein steifes Glied
kostet unnötig Kraft
Viel hilft nicht viel
Da stellt sich natürlich auch die Frage welches Kettenöl geeignet ist. Oft hört man von Leuten dass die Shimano Ketten so sauber und leise schalten. Vielleicht habt ihr auch schon mal bemerkt dass viele neue (gerade Shimano) Ketten mit einer klebrigen Fettschicht aus der Verpackung kommen. Das die Dinger leise sind ist kein Kunststück, denn die Fettschicht dämpft jedes Geräusch ab. Gleichzeitig wirkt sie aber auch wie Superkleber. Jeder Dreck auf der Straße bleibt da gerne dran haften, und nach der ersten Ausfahrt sieht die Kette aus wie Sau (jetzt ist eigentlich schon der Brunox Lappen von oben fällig).
Genau dasselbe passiert mit zu zähen Ölen (also Finger weg von Motorrad Öl oder sonstigem). Speziell fürs Fahrrad gibt es jede Menge verschiedener Schmierstoffe, von konventionellen Ölen über Öle mit Teflonzusatz bis zu den so genannten Trockenschmierstoffen – oft mit Wachs oder Keramikzusätzen.
Das Schmiermittel hat einige sehr schwierige Aufgaben zu lösen. Es soll leicht an schwer zugängliche Stellen kriechen, soll keinen Schmutz binden, soll auch bei einem kleinen Regenschauer nicht sofort abwaschen, und soll vor allem eine gute Schmierwirkung bieten. Dabei bildet es genau genommen eine dünne Schicht zwischen den Metallteilen. Im Optimalfall reiben also nie Metallteile aufeinander, sondern immer Metall an Schmiermittel (daher ist die Pflege weit wichtiger als die oben beschriebenen Kettenbeschichtungen).
Wird die Belastung aber zu groß, so wird das Öl verdrängt und Metallteile reiben aufeinander. Je größer die Belastung zur Verdrängung sein muss, desto größer ist die Druckbeständigkeit des Öls, ebenfalls ein sehr wichtiger Faktor. Kein Schmiermittel kann alle Anforderungen perfekt erfüllen, hier ist mal wieder ein Kompromiss beziehungsweise die Anpassung an äußere Bedingungen notwendig.
In einem Schmierstofftest der großen MTB und Rennradmagazine im Winter haben die Trockenschierstoffe auf Wachsbasis sehr gute Resultate, speziell in der Druckbeständigkeit, der Sauberkeit (Schmutzanziehung) als auch in der Kriechfähigkeit erreicht. Sie bilden eine Schutzschicht um die Kette welche fast trocken ist. Was die beiden Magazine allerdings verschwiegen haben ist, dass es gerade für die Trockenschmierstoffe sehr wichtig ist auf eine sehr saubere Kette aufgetragen zu werden, da sie sich sonst nicht an der Kette haften können.
Ebenso werden die Trockenschmierstoffe bei Regen sehr schnell ausgewaschen. Die typischen Öle oder Nassschmierstoffe halten länger und leisten auch im Regen gute Schmierwirkung, ziehen aber mehr Schmutz an. Ich persönlich verwende lieber ein Öl welches eher Richtung Nassschmierstoff geht, da ich das Gefühl habe dass die Kette dadurch geschmeidiger läuft. Allerdings muss ich daher im Sommer die Kette öfter mal abwischen, da mehr Staub haften bleibt.
Wichtig ist natürlich auch seine Kette regelmäßig auf Verschleiß zu überprüfen, denn evtl. kann eine Kette schon nach 1500 bis 2000km verschlissen sein. Fährt man mit dieser Kette noch längere Zeit weiter, so werden auch die Ritzel der Kassette stärker abgenutzt. Wer seine Kette zu spät wechselt riskiert dass eine neue Kette dann über die abgenutzten Ritzel überspringt, und somit auch den Austausch der Kassette nötig macht. Wer eine Dura Ace oder RED Kassette am Rad hat bei dem kann dann ein Kettenwechsel ganz plötzlich zu einem teuren Spaß werden.









