1978 - Die Premiere
Diese Geschichte sollten eigentlich alle Triathleten, oder solche die
es werden, oder einfach nur mitreden wollen, aus dem Ärmel schütteln
können. Der Vollständigkeit halber an dieser Stelle nochmal.
Der erste Ironman Triathon der Geschichte findet am 18 Februar 1978 auf
der Hauptinsel Oahu statt. Zuvor hatten sich ein paar verrückte Kerle
bei der Siegerehrung einer Laufveranstaltung nach ein paar Bierchen gefragt,
welche Ausdauersportler denn die fittesten seien, die Schwimmer, die Läufer,
oder vielleicht die Radler? Der Navy Mann John Collins kann sich irgendwie
von der Diskussion lösen und kommt mit dem wunderbaren Vorschlag
den fittesten Sportler in einem Wettkampf zu ermitteln, der drei renommierte
lokale Wettkämpfe in den Sportarten zu einem zusammenfaßt.
So entstand aus dem traditionsreichen 2.4 Meilen Waikiki Rough Water Schwimmen,
dem 112 Meilen Around Oahu Radrennen und dem Honululu Marathon der erste
Ironmanwettkampf.
Immerhin 15 Männer fanden sich an diesem denkwürdigen Tag am Start ein, und 12 von ihnen finishten dann auch früher oder später das Rennen. Erster wurde in bemerkenswerten 11:46 ein gewisser Gordon Haller. Der erste Ironman war übrigens mitnichten der erste Triathlon. Der erste dokumentierte kleine Prototriathlon fand am Mittwoch den 25 September 1974 in Mission Bay, San Diego statt. Der Event wurde von Don Shanahan und Jack Johnstone ins Leben gerufen und fand mit den Jahren mehr und mehr Freunde. Unter den Startern waren in diesen Zeiten auch Namen die man später in den Siegerlisten des Ironman Hawaii finden sollte, nämlich die beiden San Diego Locals Tom Warren und Scott Tinley.
1979 - es geht weiter
Obwohl bereits ein größeres Interesse am Rennen aufkeimt, gibt
es beim zweiten Ironman im Februar 1997 wieder nur 15 Starter, darunter
eine Frau, die Radfahrerin Lynn Lemaire. Auch der routinierte Missionbay
Triathlet Tom Warren ist am Start und gewinnt das Rennen 11:15.
1980 - der Durchbruch
Ein Bericht vom Ironman 1979 in der größten amerikanischen
Sportzeitung bringt einen Aufschwung. ABC bekommt die Übertragungsrechte
und macht einen erklassigen Bericht, der dem Ironman zu weltweiter Bekanntheit
verhilft. 108 Teilnehmer, darunter 2 Frauen sind am Start. Nicht nur bei
der Teilnehmerzahl und dem Medieninteresse, sondern auch bei der Siegerzeit
gibt es einen Quantensprung. Der später legendäre Dave Scott
tritt auf den Plan und gewinnt in der für damalige Verhältnisse
beachtlichen Zeit von 9:24:33. Sein Name wird von nun an fest mit dem
Ironman Hawaii verknüpft bleiben. Siegerin wird Robin Beck in 11:21:24.
1981 - Der Umzug
Valery Silk übernimmt die Renndirektion von John Collins der aus
beruflichen Gründen von den Inseln verschwindet. Sie entscheidet
sich für einen Umzug des Ironman in die heiße, zerklüftete
Lavalandschaft der Kona Coast von Big Island. Eine gute Entscheidung,
denn man muß bezweifen, ob sich der Ironman im Verkehrschaos von
Oahu zu dem Rennen entwickelt hätte, dass er heute ist. Außerdem
mal ehrlich, es geht doch nichts über die ruhigen Abende auf dem
Kailua Pier und den Kampf gegen Wind und Hitze auf den unendlichen Geraden
auf dem Highway 19. Der Vorjahres Sieger Dave Scott ist nicht mit von
der Partie, aber mittlerweile 326 Starter, darunter Scott Tinley der Dritter
wird. Die Olympiaradlegende John Howard gewinnt den ersten Ironman auf
Big Island in 9:38:29, Frauensiegerin wird Linda Sweeny mit 12:00:32.
1982 - Das Double
Im Jahr 1982 wird das Rennen auf Oktober verlegt, um bessere Trainingsbedingungen
für Athleten aus Europa und Nordamerika zu ermöglichen. Es gibt
also zwei Rennen in diesem Jahr. Einen weiteren Meilenstein stellt der
Einstieg von Budweiser als Titelsponsor dar, es gibt doch Bier auf Hawaii.
Der Ironman wird nun für viele Jahre BudLight Ironman heißen.
Das Starterfeld wächst weiter und im Februar starten 580 Athleten.
Auch Dave Scott ist wieder dabei, allerdings schafft er es diesmal nicht
den Wettkampf für sich zu entscheiden. Der blonde Sonnyboy Scott
Tinley hat zusammen mit Tom Warren und ein paar Kumpels zu Hause in San
Diego in der Sauna auf dem Ergometer trainiert und ist bestens vorbereitet.
Er gewinnt in der neuen Bestzeit von 9:19:41. Sein Bruder Jeff Tinley
wird Dritter hinter Dave Scott. Bei den Damen gewinnt Kathleen Mc Cartney
vor Julie Moss die in Führung liegend wenige Meter vor der Finishline
kollabiert und sich auf allen Vieren über die Ziellinie schleppt.
Dank ABC Coverage ist dieses Spektakel früher oder später auf
den Fernsehschirmen der Welt zu sehen, verrückt oder sogar abstoßend
für die einen, und faszinierend und Inspiration und Antrieb sich
der Herausforderung Triathlon zu stellen für die anderen. Einer dieser
Menschen, die kriechende Julie Moss auf ihrem Weg über die Finishline
bewundern, ist der junge Californier Mark Allen, der von diesem Moment
an in Hawaii gewinnen will.
Im Oktober sind Dave Scott und Scott Tinley wieder am Start. Dave Scott hat seine Hausaufgaben gemacht und gewinnt mit einem neuen Streckenrekord von 9:08:23. Jeff Tinley wird wieder Dritter. Im Damerennen wird die 11 Stunden Marke von Julie Leach in 10:54:08 durchbrochen.
1983 & 1984 - Dave Scott und Sylvianne Puntous
In den folgenden Jahren werden die Rennen von Dave Scott bei den Herren
und dem Zwillingspaar Sylvianne und Patricia Puntous aus Kanada bei den
Damen dominiert. Scott durchbricht als erster Mann die 9 Stunden Marke
bei einem Ironman Rennen, ein Meilenstein, die 8 Stunden werden erst 12
Jahre später beim Ironman Europe durch Lothar Leder bezwungen werden.
1985 - Aerolenker
Scott Tinley startet als erster und einziger mit einem Aerolenker, den
er sich von einem RAM Starter abgeschaut hat. In Abwesenheit von "The
Man" Dave Scott setzt er eine neue Streckenbestmarke von 8:50:54.
Als Dritter zum ersten Mal in der Ironmangeschichte kein Amerikaner, sondern
ein Schweizer, Karl Kupferschmidt. Hannes Blaschke aus dem Allgäu
ist bereits zum zweiten Mal dabei und wird sensationeller 4ter und hat
von da an 8 Jahre lang die Ehre die beste Platzierung eines Deutschen
auf Hawaii erreicht zu haben. Die 23 jährige Paula Newby Frazer macht
ihren ersten Ironman, es gewinnt Joanne Ernst in 10:25:22. Der Ironman
ist mittlerweile ein international besetzter Event mit Startern aus 34
Ländern.
1986 - the man is back
100000$ Preisgeld locken den bereits von Hawaii zurückgetretenen
Dave Scott noch mal hinterm Ofen hervor. Damit er auch ganz sicher gewinnt
gibt er sich im Training so richtig die Kante und verbessert den Streckenrekord
mit einem 2:49er Monsterrun um 20min auf gute 8:28:37, eine Zeit die auch
10 Jahre und mehr später noch regelmäßig für eine
Top 5 Platzierung gut ist. Auch bei den Frauen fällt der Streckenrekord,
Paula Newby Frazer siegt in 9:49:14. (1986 ist auch das letzte Jahr ohne
internationale Qualifiers.)
1987 - Dave Scott zum sechsten
Der Ironman hat mit etwa 1400 Teilnehmern seine heutige Größe
erreicht und ist zu einem Medienspektakel geworden, das immer mehr Sportler
und Zuschauer in seinen Bann zieht. Überall auf der Welt fahren Menschen
in lächerlich bunten Badehosen mit rasierten Beinen auf dem Rad herum,
reden von Scottlenkern und träumen von der Ziellinie am Pier in Kailua
Kona. Die Triathlonmania beginnt in Deutschland und Dave Scott gewinnt
in 8:34:13 seinen sechsten und bisher letzten Ironmantitel. Bei den Frauen
kommt es zu einem Duell von zwei Damen die in den nächsten Jahren
dominieren werden. Erin Baker aus Neuseeland schlägt die Vorjahressiegerin
Paula Newby Frazer in neuer Rekordzeit von 9:35:25.
1988 - Power-Paula
Mit einer surrealen Performance holt sich Paula Newby Frazer in 9:01:01
den zweiten Titel. Während Dave Scott an einer Verletzung laboriert
und Mark Allen wie bereits in den 3 Jahren zuvor mit Problemen zu kämpfen
hat, nutzt Scott Molina, the Terminator, seine erste und letzte Chance
und gewinnt endlich den Ironman Hawaii in 8:31:00, übrigens vor Mike
Pigg und Ken Glah.
Die 26 jährige Brasilianerin Fernanda Keller ist am Start, wird abgelichtet
und findet sich als Poster in der Zeitschrift Triathlet wieder, ein Muß
in der Postersammlung eines jeden Ironman Fans.
1989 - Der Showdown
Im Jahre 1989 ist alles am Start was zu diesem Zeitpunkt in der Welt des
Triathlon Rang und Namen hat, und viele die diesen Status viel später
erreichen werden. Dave Scott, Mark Allen, Scott Tinley, Pauli Kiuru, Jürgen
Zäck, Ken Glah, Paul Huddle, Peter Kropko, Greg Welch, Rob Barel,
Wolfgang Dittrich, Jeff Devlin, und eine 22 jährige Namens Lori Bowden
aus Toronto.
Das Rennen konzentriert sich aber nur auf zwei Männer, die sich 8
Stunden lang nichts schenken. In einem legendären Kopf an Kopf Rennen,
vielleicht dem spannendesten Ironmanduell aller Zeiten, muß Dave
Scott schließlich am kleinen Hügel, kurz vor der Stadt die
Waffen strecken und Mark Allen ziehen lassen.
Dieser siegt mit knapp einer Minute Vorsprung in 8:09:15. Allen läuft
an diesem Tag einen 2:40er Marathon, diese Zeit ist bis heute ungeschlagen.
Mark Allen bekommt den Spitznamen The Grip.
Greg Welch kommt 22min hinter Dave Scott als Dritter ins Ziel. Bester
Europäer wird der Finne Pauli Kiuru als 5ter, bester Deutscher Jürgen
Zäck auf Platz 7. Paula scheitert diesmal nur noch knapp an der 9
Stundenmarke und siegt in 9:00:56.
1990 - Neue Strecke
In diesem Jahr gibt es eine Änderung der Laufstrecke. Wo bisher nach
der Wechselzone direkt Richtung Norden abgebogen wurde geht's jetzt zunächst
einmal nach Süden, den Berg wieder hinab in den sogenannten Pit,
das glühend heiße Dead End des Alii Drive. Der Wendepunkt auf
dem Highway 19 hinterm Flughafen wird ins Natural Energy Lab verlegt,
mit diesen Änderungen vermeidet man eine Menge Autoverkehr und schafft
zwei neue Höhepunkte auf der Marathonstrecke. In Abwesenheit von
Dave Scott kämpft Mark Allen allein an der Spitze und siegt in 8:28:17
vor Tinley und Kiuru. 4 Europäer schaffens in die Top Ten. Die Neuseeländerin
Erin Baker holt ihren zweiten Titel vor Paula Newby Frazer.
1991 - Gatorade Ironman
1991 wechselt der Titlelsponsor, Gatorade ist ein idealer Partner für
die im Vorjahr gegründetet WTC. Die Fernsehrechte gehen an den US
Sender NBC der von nun an regelmäßig großartige Features
vom Ironman Hawaii bringt und damit etliche Fernsehpreise einsammelt.
Mark Allen bezwingt Greg Welch und Jeff Devlin, sein dritter Sieg in Folge.
Bemerkenswert: 3 Holländer schaffen es unter die ersten 15. Paula
Newby Frazer überquert als 26te die Ziellinie am Pier und gewinnt
souverän. Erin Baker wird diesmal 2te.
1992 - Rekordjahr
In diesem Jahr herrschen gute Bedingungen auf der Radstrecke. Es gibt
wenig Wind der den Athleten zu schaffen macht und Jürgen Zäck
schraubt die Radbestzeit auf 4:32:28 herunter. Mit ihm steigen Mark Allen,
Mr. Polar Pauli Kiuru, "Wolle" Dittrich und Christian Bustos
vom Rad. Mark Allen, der seit 1989 nicht mehr langsamer als 2:44 gelaufen
ist, kann sich im NEL von Christian Bustos lösen und läuft noch
ganze 7 Minuten Vorsprung heraus, neuer Streckenrekord in 8:09:08. Plätze
3, 4 und 5 gehen an die Europäer Kiuru, Dittrich und Zäck.
Auch Paula nutzt die Gunst der Stunde für eine neue Radbestzeit außerdem
kann sie endlich die 9 Stunden Marke knacken und stellt mit 8:55:28 eine
Bestmarke auf, die noch heute Bestand hat. Die Kanadierin JulieAnn White
wird zweite mit 27 Minuten Rückstand, vor der Holländerin Thea
Sybesma.
1993 - Paulis Versuch
Noch mal bessere Bedingungen, es gibt wieder neue Radbestzeiten. Die gleiche
Gruppe wie im Vorjahr erreicht gemeinsam die T2. Pauli Kiuru faßt
sich ein Herz, schaltet seinen besten Freund, den Pulsmesser aus und läuft
die ersten hügeligen 10km bis nach Kona in lässigen 35 Minuten.
Allen bleibt cool und läßt sich vom Bluff des Finnen nicht
beindrucken. Auf der langen Geraden hinunter ins Natural Energy Lab läuft
er mühelos an Kiuru vorbei und von da an seinem 4. Sieg in Folge
entgegen. Er verbessert den Streckenrekord nochmal auf 8:07:45. 4 Deutsche
landen unter den Top Ten.
Paula Newby Frazer liefert den noch nicht geschlagenen Rekordbikesplit
von 4:48:30 und siegt zum 6ten Mal vor Erin Baker und Sue Latshaw und
zieht mit Dave Scott gleich, der auch 6 Ironmansiege auf dem Konto hat
1994 - The return of the Man
Dave Scott kündigt sein Comeback an und wird von vielen belächelt.
Jürgen Zäck scherzt bei der Pasta Party "Dave you´re
old". Diese Sprüche sind aber bereits in der zweiten Wechselzone
Geschichte, denn The Man steigt mit der Spitze vom Rad und läuft
mit dem flinken Aussie Greg Welch auf und davon. Am Ende kann sich Greg
Welch durchsetzen und gewinnt mit knapp 4min Vorsprung. Nach vielen Topplatzierungen
und Verletzungspech in den letzten Jahren hat es der verrückte Aussie
endlich geschafft. Geschafft hat es auch Dave Scott, nämlich ein
mehr als respektables Comeback. Als Dritter läuft Jeff Devlin durchs
Ziel knapp vor dem Deutschen Trio Zäck, Sabatschus, Leder.
Paula Newby Frazer schreibt mit ihrem 7ten Sieg vor Karen Smyers Ironman
Geschichte. Die beliebte Brasilianerin Fernanda Keller kommt zu ersten
Mal aufs Treppchen.
1995 - Dramatik pur
Thomas Hellriegel tritt bei seinem ersten Ironman auf dem Rad die Flucht
nach vorn an. Er läßt auf dem Rad alles stehen was Rang und
Namen hat und steigt 13Minuten vor dem Verfolgerpack von seiner Rennmaschine.
Unter den Verfolgern sind Mark Allen, Pauli Kiuru und Greg Welch. Die
Deutschen Fans zittern, wird die Führung bis ins Ziel reichen? Nein.
Allen läßt nichts anbrennen, er läuft gleichmäßig
schnell an den Deutschen heran und kann ihn schließlich 3 km vor
dem Ziel, an dem kleinen Hügel kurz vor der Stadt überholen,
ungefähr da, wo 1989 Mark Allen nach 8 Stunden endlich an Dave Scott
vorbeiziehen konnte, mit dem er durch diesen 6ten Sieg gleichzieht. Rainer
Müller wird 3ter mit weniger als 5 Min. Rückstand auf Allen,
die knappsten Top 3 der Ironman Geschichte. Im Damenrennen verläuft
zunächst alles wie gewohnt, Paula steigt mit großem Vorsprung
vom Rad und läuft ihrem 8ten Sieg entgegen. Karen Smyers geht mit
11 Minuten Rückstand auf die Lauftrecke und macht Schritt für
Schritt Boden gut, sie hat Paula bereits im Visier als es um die vorletzte
Ecke auf die letzten 400 Alii Drive geht. Paula bleibt stehen und sackt
auf der Gehwegkante in sich zusammen, wenige Sekunden später zieht
Karen Smyers vorbei und gewinnt den Ironman, 9:16:46. Die Französin
Isabelle Mouthon wird Zweite. Paula hat sich inzwischen wieder hochgerappelt
und wandert die letzten Meter Richtung Ziel wo sie auf den letzten 10
Metern noch von Fernanda Keller überholt und auf den 4ten Platz verwiesen
wird.
1996 - Streckenrekord und Generationswechsel
Das Jahr 1996 hat es in sich. Beim Ironman Europe durchbricht Lothar Leder
als erster die 8 Stunden Schallmauer, und auch beim Ironman Hawaii fällt
der Streckenrekord. Thomas Hellriegel fährt einen 43er Schnitt und
geht mit 3 Minuten Vorsprung auf den belgischen Langdistanzweltmeister
Luc van Lierde und den Kanadier Peter Reid auf die Lauftrecke. Thomas
Hellriegel läuft ein Wahnsinnsrennen und eine Wahnsinnslaufzeit von
2:46:55, er bricht auch den alten Streckenrekord von Mark Allen aber es
reicht nicht. Wieder wird Hellriegel wenige Kilometer vor dem Ziel an
einem kleinen Hügel vor der Stadt vom späteren Sieger überholt,
diesmal ist es Luc van Lierde, der bei seinem Ironman Debüt eine
2:42:28 läuft und mit 8:04:08 die bis heute gültige Bestmarke
setzt. Auch bei den Damen sieht es zunächst nach einem Sieg einer
europäischen Debütantin aus. Natascha Badmann steigt mit 3 Minuten
Vorsprung vor Paula Newby Frazer vom Rad, wird aber 9km vor dem Ziel abgefangen.
Die Queen of Kona holt ihren 8ten Titel, während Natascha Badmann
vor Freude strahlend als zweite ins Ziel schwebt. Titleverteidigerin Karen
Smyers wird Dritte.
1997 - Germany dominiert
Aller guten Dinge sind drei denkt sich Thomas Hellriegel und macht in
diesem Jahr alles richtig. Bei schweren Bedingungen setzt er sich auf
dem Rad mit Jürgen Zäck vom Pack ab und einem ungefährdeten
Sieg entgegen. Am kleinen Hügel kurz vor der Stadt dreht er sich
um, aber heute ist niemand da der ihn schlagen kann. Jürgen Zäck
wird 2ter vor dem heranstürmenden Lothar Leder, der als 8ter vom
Rad gestiegen ist und mit der besten Laufzeit des Tages 2:49:15 das Deutsche
Trio an der Spitze komplettiert. Insgesamt landen an diesem Tag 5 Deutsche
unter den ersten 10. Paula Newby Frazer ist nicht zum ersten Mal seit
12 Jahren nicht am Start. Natascha steigt aus. "Wingnut" Wendy
Ingraham liegt lange in Führung wird aber schließlich von den
Kanadierinnen Heather Fuhr und Lori Bowden überlaufen. Heather Fuhr
läuft 3:06 und gewinnt in 9:31:43 vor Lori und Fernanda. Spektakulär
das Torkelfinish von Sian Welch und Wendy Ingraham, die nur noch kriechend
das Ziel als 4. und 5. erreichen.
1998 - Reid und Badmann
1998 ist das 20. Jahr des Ironman Hawaii, ein Jubiläum, von den Männern
und Frauen, die das Rennen schon einmal gewonnen haben fehlen nur 4. Zur
Feier des Tages dreht der Mumuku auf der Radstrecke so richtig auf. Den
Verpflegungsstationen am Hilton Waikoloa fliegen die Plastikstühle
um die Ohren.
Der Vorjahressieger Thomas Hellriegel und Peter Reid treten auf dem Bike die Flucht nach vorne an und gehen gemeinsam auf die Laufstrecke. Dort wird aber sehr schnell deutlich, daß Thomas heute keinen Einfluß auf die Entscheidung haben wird. Er läuft 17 Minuten langsamer als im Vohrjahr und wird schließlich 8ter. Peter Reid kann seinen Vorsprung halten und siegt in 8:24:20 vor Luc van Lierde. Lothar Leder realisiert zum zweiten Mal in Folge den schnellsten Laufsplit und wird mit dem dritten Platz belohnt. Ironman Rookie Spencer Smith wird 5ter. Natascha Badmann steigt schon nach 56min aus dem Wasser und arbeitet sich durch den Wind an die Spitze vor. Dort reicht ihr dann die 4t beste Lauftzeit zu einem Triumph über die auf den zweiten Rang vorgelaufene Lori Boden. Fernanda Keller steht bereits zum vierten Mal als dritte auf dem Podium. Bei den Frauen fallen der Schwimm und der Laufrekord durch Wendy Ingraham 10. und Heather Fuhr 5. Paula Newby Frazer wird bei ihrem Comeback nur 11.
1999 - the belgier is back
Das Ehepaar Peter Reid und Lori Bowden gewinnen im Frühjahr den Ironman
Australien in Foster und gehen so in Hawaii als Favoriten an den Start.
Auf dem Rad kann sich bei den Herren niemand absetzen und so gehen 6 Athleten
gemeinsam auf die Laufstrecke Tim de Boom, Luc van Lierde, Peter Reid,
Christoph Mauch, Thomas Hellriegel und Peter Sandvang. Der beste Läufer
des Tages ist Luc van Lierde, er läuft 2:42:46 und holt sich den
zweiten Titel vor Peter Reid und dem überraschend starken Tim de
Boom. Lothar Leder wird übrigens in einer umstrittenen Entscheidung
auf dem Rad in Führung liegend disqualifiziert. Nach einer gewohnt
mäßigen Schwimmleistung arbeitet sich Lori Bowden an die Spitze.
Dort fühlt sie sich richtig gut und läuft als erste Frau in
Hawaii unter 3 Stunden. Dem hat auch Karen Smyers nichts entgegen zu setzen.
Als Dritte wird wieder mal Fernanda Keller im Ziel begrüßt.
2000 - Ein harter Tag
Im Jahr 2000 sind die Bedingungen auf dem Rad noch härter als 1998.
Nach dem Luc van Lierde zwei Tage vor dem Rennen absagt, ist Peter Reid
der Favorit bei den Männern. Bei den Frauen läuft es wohl auf
ein Duell zwischen Lori Bowden und Natascha Badmann heraus.
Im Rennen macht dann zunächstmal ein anderer Athlet auf sich aufmerksam.
Normann Stadler setzt sich ab und ist schließlich mit einigen Minuten
Vorsprung auf die Lauftrecke wechselt. Der Par Force Ritt hat ihn leider
zu viele Körner gekostet, und er wird von Peter Reid und Tim de Boom
passiert. Reid gewinnt sein zweites Windrennen in 8:21:01. Normann Stadler
wird sensationeller Dritter. Auch Natascha erinnert der Wind an ihren
Triumph von 1998, und sie gibt auf dem Rad richtig Gas. Mit 17 Minuten
Vorsprung auf die Topfavoritin Lori Bowden wechselt sie in die Laufschuhe
und rettet sich schließlich mit einem Vorsprung von kaum über
2 Minuten als Siegerin ins Ziel. Lori Bowden wird zweite und Fernanda
Keller Dritte.
2001 - who knows, aber es wird sicher spannend
Schliesslich ist es bei den Herren und Damen eines der stärksten
Starterfelder in der Geschichte... (hs)


