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Profilender am 1. Weihnachtsfeiertag: Kathrin Walther – Weihnachts-Grüße aus Südafrika

25. Dezember 2016 von Christine Waitz

Kathrin Walther, einmaligHoch die Gläser! Am ersten Weihnachtsfeiertag verrät Kathrin Walther wie es ist, Weihnachten auf einer südafrikanischen Weinfarm zu verbringen. Klar dürfte sein: Alles andere als nüchtern. „Generell kommt es doch auf Kontinuität und Balance übers Jahr verteilt an,“ nimmt es die 30-jährige locker. Wir wünschen ein frohes Fest!


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Hallo Kathrin,
so kurz vor Weihnachten werden Lichterketten ausgepackt, Sternchen aufgehängt, die Wohnung geschmückt. Hat man als Profisportler, der stets unterwegs ist, überhaupt Zeit für Weihnachtsdekoration? Wie sieht es bei dir aus?

Ich verbringe Weihnachten seit einigen Jahren traditionell in Südafrika auf der Weinfarm „De Meye“ meines Lebenspartners Philip in der Nähe von Stellenbosch. Ich bin also quasi im Dauer-Trainingslager. Oder auch im Dauer-Urlaub, wie mir von manch neidvollem Zyniker hin und wieder unterstellt wird. Den sommerlichen Temperaturen entsprechend neigt die Weihnachtsdekoration hier sehr schnell zum Kitschigen. Ich überlasse es daher den Supermärkten und Shopping Malls die Plastik-Schneeflocken aufzuhängen, die Fenster mit Kunst-Schnee zu besprühen und den Weihnachtsmann bei 35°C in Mütze und Mantel zu stecken. Das einzig weihnachtliche bei uns ist die Schokolade, die wird allerdings nicht unterm Baum, sondern im Kühlschrank gelagert.

Das Training ist mittlerweile wieder in vollem Gange. Wie vereinbarst du Familienfeiern und Trainingsplan? Welchen Tipp würdest du Hobby-Sportlern mit in die Adventszeit geben?

Kathrin Walther, einmaligDer Dezember ist offiziell immer ein Übergangs-Monat. Klar halte ich mich fit und absolviere gewisse Schlüsseleinheiten, um im Januar richtig loslegen zu können. Aber ich finde es wichtig dabei nicht zu verbissen zu sein, sondern sich eine gewisse Flexibilität beizubehalten und auch etwas sozialer unterwegs zu sein. Das Jahr wird lang und die Saison hart, da ist es wirklich völlig „wurschd“ ob ich zwischen Weihnachten und Neujahr auf den Putz haue und nochmal eine extra-Portion Nachtisch von der Schwiegermutter esse. Generell kommt es doch auf Kontinuität und Balance übers Jahr verteilt an.

Plätzchen und Punsch, Weihnachtsgans und Stollen. Was ist dein Lieblings Weihnachts-Schmaus – oder kommt dir keine der kleinen Sünden auf den Teller?

Ich sündige eigentlich ganzjährig, so wie mir es passt. Wenn der Körper etwas will, dann esse ich es. Das kann auch oft ganz „langweiliges“ Gemüse sein, da kannst du mir einen Stollen vor die Nase stellen und ich habe beim besten Willen keine Lust darauf. Das reguliert sich eigentlich alles ganz gut von selbst. Das einzige was bei mir um die Weihnachtszeit überdurchschnittlich hoch geht ist der Alkoholkonsum. Ich lebe halt auf einer Weinfarm und sitze somit an der Quelle. Wenn meine Brüder um die Weihnachtszeit traditionell auf Besuch zu uns kommen, zieht hier auch ziemlich schnell eine unüberwindbare Party-Mentalität mit ein… :-)

Kathrin Walther, einmalig

Mit Weihnachten verbindet wohl jeder eine ganz bestimmte Geschichte. Ein Geschenk, das man niemals vergisst, eine ganz besondere Bescherung oder eine erinnerungswürdige Weihnachts-Panne. Was ist dein besonderstes Weihnachts-Erlebnis?

Die letzten Jahre haben wir wie gesagt Weihnachten bei uns auf dem Weingut in Südafrika gefeiert. Eine schöne Tradition ist dabei unser alljährliches „Wine-Tasting“ mit Freunden und Familie. Es beginnt mit einer Tour durch den „Wine Cellar“ und danach sitzen wir alle hinten auf dem Pick-Up, hören Musik, essen Chips, trinken Wein und fahren von Weinfeld zu Weinfeld, um dann dort je nach Rebe die entsprechende Flasche zu verkosten. Es ist eine ziemlich effektive Methode des „Vorglühens“ und bis jetzt haben wir es ehrlich gesagt noch nie geschafft alle Felder/Sorten auch abzudecken…
Danach wird bei uns auf der Terrasse gegrillt.

Weihnachten und Neujahr sind auch die Zeit für Rückblicke und Ausblicke. Wie fällt dein Fazit für 2016 aus und was erhoffst du dir vom neuen Jahr?

Kathrin Walther, einmaligIch bin ziemlich zufrieden und zuversichtlich mit meiner aktuellen Situation. 2016 war von den Ergebnissen her nicht so gut wie das Vorjahr und bei weitem nicht was ich mir erhofft habe bzw. von den Trainingsleistungen her hätte leisten können. Ich habe die Form immer nur teilweise umsetzten können. Das lag hauptsächlich an Pech in den Wettkämpfen und insbesondere an großen Problemen mit der Wettkampf-Ernährung, was regelmäßig zu einem Einbruch bzw. gesundheitlichen Problemen geführt hat. Das hat eine ganze Weile gedauert, um es in den Griff zu bekommen. Natürlich war das sehr schwierig und ich musste es erstmal verstehen und integrieren, anstatt wie blöd gleich nochmal drauf zu hauen und beim nächstmöglichen Wettkampf das Gegenteil beweisen zu wollen.

Trotzdem bin ich absolut froh darüber was ich diese Saison gelernt habe, denn es wird mir definitiv für nächstes Jahre helfen. Ich bin der Überzeugung dass 2017 ein Durchbruchs-Jahr für mich im Triathlon wird. Ich fühle mich richtig gut. Körperlich, vom Kopf her, und organisatorisch. Das ist eigentlich jetzt erstmalig so, dass ich dieses Gefühl von Kontrolle, Übersicht und Zuversicht habe und auch die nötige Ruhe und Geduld die entsprechenden Schritte und das Training konsequent umzusetzen.

Weihnachtliches Quick’n’dirty:

Plätzchen oder PowerBar? – Mir egal, aber Wein muss sein!
Tanne oder Trainingslager? – Pool unter Palmen.
Christkind oder Weihnachtsmann? – Selbstverständlich Christkind. Wobei ich nun schon seit X Jahren versuchen den Südafrikanern zu erklären wer das denn eigentlich ist… Zu mir kommt es dennoch alle Jahre wieder. :-)
Gans oder Würstchen mit Kartoffelsalat? – Gammon. Das ist so ein Britischer Schinken. Der ist zwar längst nicht so geil wie Würstchen Kartoffelsalat, aber die Südafrikaner kennen hier keinen Spaß wenn es um ihre Britische Tradition geht.
Gekaufte oder selbstgemachte Geschenke? – Hallo, ich war auf der Waldorfschule!?
Deine Lieblings-Plätzchensorte… – Bärentatzen.
Dein Weihnachts-Trainings-Special… – Ausnüchterungs-Jog ums Weinfeld.

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Fotos: Kathrin Walther

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