Du bist hier: Triathlon Portal - triathlon.de > Peter Waldas Blog: Von Null auf Gaustatoppen – Projekt Norseman

24. April und es schneit.. 

Wenn es einen Triathlon Gott gibt, dann zeigt der mir jetzt was mich erwartet. :-) Bestimmt sagt er sich: Der Peter muss in der Kälte trainieren, weil es beim Norseman auch Schnee geben wird. Am Ende ist es dann in diesem Jahr derart heiß, so dass ich darauf nicht vorbereitet bin. Ich bin aber trotzdem froh, dass mein Ereignis erst Anfang August ist. Ich frage mich, wie es andere Triathleten  machen, die schon im Juni ihren Jahreswettkampf haben. Denen läuft die Zeit ja in der Tat jeden Tag weg.

Nun möchte ich mal meine lächerlichen Trainingskilometer zu Ende April schreiben.:

Run: 580 Kilometer – Spinning: 1.100 Kilometer – Radfahren normal: 1.200 Kilometer –Swim: 58 Kilometer – Bergläufe: 25 Kilometer – Höhenmeter: 20.600 hm. Das sind Gesamt KM von nur 2.800 Kilometer.

Die nackten Zahlen klingen nicht besonders gut. Aber was soll ich machen? Jedoch sind fast alle Einheiten mit viel Druck erfolgt. Keine leeren Kilometer. Keine Grundlagen mit Stundenlangen Radfahren. Beim Schwimmen nur Sprints. Nie längere Strecken als 400 Meter am Stück.

Man wird es sehen, ob ich mich da verwachst habe. 

Peter Waldas, einmaligIch habe jeden Monat im Schnitt 36 Trainingseinheiten. Aber nachdem das Wetter nicht besonders war, ist es halt schwer, lange Einheiten zu machen. Auf dem Rad schon gleich gar nicht. Für Leute, die sich mit Watt auskennen: Wenn ich Radfahre, dann immer mit 210 Watt im Schnitt, was natürlich für mein Körpergewicht nicht besonders viel ist. Das sind leider nur 2,5 Watt pro Kg. Mehr geht aber nicht. Weshalb andere Athleten so viel mehr drücken können, weiss ich leider nicht.

Schwimmen stelle ich bis auf ein Mal die Woche ein, und warte auf den See. In der Disziplin bin ich tiefenentspannt. Da werde ich bei normaler Wassertemperatur sicher die 1:38 auf 100 Meter durchschwimmen können. Also warum mehr trainieren? Fünf Sekunden schneller macht ja nur drei Minuten auf die 3,8 Kilometer aus. Wer aber schon einmal versucht hat, sich um fünf Sekunden auf 100 Meter zu steigern, der weiss, dass es schon viel anstrengender ist.  Ergo: Zufrieden sein und die Zeit anderweitig nutzen.

Apropos nutzen…

Endlich war nach langem schlechtem Wetter wieder einmal ein super Tag. Ich bin mit meiner Ultraläuferin um den Tegernsee gelaufen. Genau 21 Kilometer. Genau richtig..

Wir sind so langsam gelaufen, dass wir quasi die zwei Stunden nur geredet haben, was ja ein gutes Zeichen für die richtige Geschwindigkeit ist. Morgen, also, am 30.04. soll es ja nochmals gut sein, so dass ich eine 90 km Radeinheit einlegen kann. Im übrigen alles noch ohne Kohlenhydrate, was immer besser funktioniert. Nur leider geht das Gewicht nicht mehr runter. Kein Gramm seit Wochen. :-(

Was ich die letzten Wochen ganz vergessen habe, zu erwähnen, ist mein Halux Rigutus.. Dem fehlt nach nunmehr 13 Monaten nach der OP so gut wie nichts mehr. Somit kann ich jedem nur empfehlen, der mit so einer OP hadert, es einfach machen zu lassen. Kein Vergleich zu vorher.

Peter Waldas, einmaligAb in die Berge

Nun zum Wochenende mit Megawetter hier in München. Obwohl es so schön war, und natürlich zu Radfahren zu Hause eingeladen hat, bin ich trotzdem nach Bozen gefahren, um endlich einmal etwas längere Anstiege zu fahren. Dort habe ich mich mit meinem Fotografen getroffen, der dort ab und zu lebt. Zwar bin ich mit ihm schon ein paar Mal Rad gefahren, allerdings habe ich ihn noch nie bewusst beobachtet. Jürgen ist ein Mega-Radfahrer, was man einfach an der Radbeherrschung sieht. Das ist eine Einheit. Sicher in den Kurven und eine derartige Spitzigkeit. An Ende des Tages waren es dann 2.200 Höhenmeter bei 115 Kilometern . Wir Männer glauben ja immer, dass wir super Autofahren können. Nur ein Formel 1 Fahrer fährt halt anders. So auch Jürgen. Als Race Across America Fahrer in zehn Tagen und 14 Stunden, ist er natürlich schon eine Liga. Er hat mir viel übers Radfahren erzählen können. Und da taucht leider immer wieder auf… Dünn fahren.. 25ger Schnitt… Nicht zu lange… aber sicher 2.000 Kilometer nicht schell.. Die Form würde von alleine kommen. Schwer zu glauben, aber er wird es wohl wissen :-((

Am Sonntag Morgen war ich dann alleine schon um 7:00  in Sterzing.

Von dort aus kann man den Jaufenpass mit 1.200 Höhenmetern in einem Rutsch fahren. Kein Verkehr und ein Wahnsinns-Panorama. Ich wollte sehen, wie es ist, 1.200 Höhenmeter auf 15 Kilometer zu fahren. Das Ergebnis: Ernüchternd, weil ich dafür 1 Stunde 22 Minuten gebraucht habe. Wenn ich nun die Höhenmeter beim Norseman hochrechne… Prost Mahlzeit.. Das kann ja was werden. Ich muss mich wohl damit abfinden, dass ich die 180 Kilometer nicht unter acht Stunden fahren werde. Trotzdem war es ein Erlebnis, obwohl ich Barfuss und mit kurzer Hose unterwegs war, was bei vier Grad am Pass, nicht sooooo prickelnd war. Für die Abfahrt brauchte ich auch über 20 Minuten, und das ohne Bewegung. Meine Hände waren eigentlich erfroren.

Anschliessend mit dem Auto nach Hause, und dort nochmals 60 Kilometer locker gefahren.

Wie eben am Vortag gelernt.. Düüüüünn.. immer Dünn :-) Summa Summarum waren es an diesem Wochenende ca. 3800 Höhenmeter, und somit die Norseman Anstiege. Leider halt auf zwei Tage verteilt.

Weiter im Blog…

So. Es geht weiter im Blog. Aber das Thema bleibt das Selbe. Pfingsten 2016 und wieder einmal schlechtes, kaltes, nasses Wetter. Und ich werde nicht schlauer mit der Bekleidung . Laut Wetterbericht soll es aber im Kaunertal schöner sein, so dass ich am Pfingstsonntag dort hin gefahren bin. Die Sonne hat sich gezeigt, nur war es trotzdem saukalt.  Ich rede mir ein, dass das alles so sein muss, weil es ja die realistischen Bedingungen wie in Norwegen sein könnten.

Somit fuhr ich auf 1.200 Metern los. Laut Karte liegen auf 30 Kilometern 1.500 Höhenmeter vor mir. Was bestimmt kein Nachteil werden könnte, ist die Höhe von 2.700 Metern, da die Luft sicher ein wenig dünner ist, wie auf Meereshöhe. Oder ich rede mir das nur ein :-) Egal…. erstmal musste ich da rauf. Wie es scheint war es nicht mein Tag. Wie, als wenn mich jemand nach hinten gezogen hätte.

Peter Waldas, einmalig

Es waren zwar zum Teil 12-15% Steigung, was mir aber nichts ausmachen sollte, wenn ich die Berge beim Norseman in Würde bezwingen möchte. In diesen Momenten zweifle ich echt immer wieder an meinem Vorhaben, zumal man das ja freiwillig macht. Die Höhenmeter und die Qual sind ständig Gegenwärtig. Und auf einmal wurde es derart kalt und windig, und ich dachte mir, schlimmer kann es nicht mehr kommen. Falsch… Es kam schlimmer. Es fing an zu schneien, und ich hatte noch 28 Kehren vor mir. Alle Autofahrer, die mir entgegen kamen, hatte ein lächeln auf den Lippen. Ob die lachten, weil ich so ein Trottel bin, der mit kurzer Hose und ohne Socken auf über 2.000 Meter mit dem Rad fahre? Oder, weil sie es gut fanden? (Ich glaube, das Erstere ist es).

Da ich wegen der Anstrengung stark geschwitzt habe, wurde es echt bedenklich kalt. Umdrehen war keine Option, da der Fahrtwind mich sicher umgebracht hätte. Also musste ich nach oben, da es dort eine Bergstation gibt, wo ich mich aufwärmen konnte. (Ach ja…. meine Füsse spürte ich schon seit 30 Minuten nicht mehr.) Nach 2 Stunden 20 Minuten war ich dann oben. Dieses Bild werde ich wahrscheinlich nie vergessen. Überall Autos mit Skiträgern und alle Menschen mit Skihelm und voller Ausrüstung zum Skifahren. Und da stand ich nun in kurzer Hose, barfuß.

Peter Waldas, einmaligJedoch war mir sicher, als ich abstieg, von fremden Menschen Standing Ovation erhalten zu habe. Ich glaube, die waren echt stark beeindruckt, dass da jemand mit dem Rennrad bei dem Wetter hochfährt.  Nun hing ich mein Rad neben den Snowboards auf, und bat einen Skifahrer ein Foto von mir zu machen. Im Restaurant zog ich erst einmal meine Schuhe aus, um die Füsse zu wärmen. Man kann sich vorstellen wie das aussah, an der Kasse barfuss neben Skistiefeln zu stehen. Beim Essen haben mich dann zwei nette Snowboarder aus Stuttgart nach dem Sinn meines Vorhabens hier gefragt, was ich eigentlich gar nicht so genau erklären konnte. Doch haben sie mir angeboten, mich mit dem Auto nach unten mitzunehmen, was ich auch angenommen habe.

Nun beende ich für den Monat Mai meinen Blog, und hoffe echt, dass das Wetter endlich wärmer wird.

Triathlon.de Anzeigen

Triathlon beliebt

 
Zum Triathlon.de Newsletter anmelden