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Optimierung der Radleistung: Welche Methoden sind am effektivsten?

26. September 2016 von Philipp Peter

Jörg Schüler, freiViele Triathleten stehen vor der Qual der Wahl: Investiere ich lieber in teures Material, oder lieber kostbare Zeit ins Training? Am besten natürlich beides! Für alle diejenigen, denen das nicht möglich ist, stellen wir euch eine Studie vor, die einen interessanten Vergleich angestellt hat. Ziel war es, den Effekt verschiedenster Methoden zur Optimierung der Radleistung vergleichbar zu machen.


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Training macht schnell

Dazu wurde in einem mathematischen Modell  ein 40 Kilometer-Zeitfahren simuliert. Verglichen wurden die Bereiche Training, Ernährung, Gewicht und Aerodynamik – jeweils bei drei Leistungskategorien: Anfänger, Fortgeschrittene und Profis. Die Ergebnisse zeigten eindeutig, dass das Training der wichtigste Faktor zur Verbesserung der Radleistung darstellt. Das Verbesserungspotenzial nach einigen Trainingswochen lag bei den Anfängern bei ca. fünf Minuten, bei Profis bei ca. eine Minute.

Eine gute Sitzposition ist wichtig

Jörg Schüler, freiGroßes Leistungspotenzial steckt auch in relativ kleinen Änderungen der Sitzposition auf dem Rad. Mit klassischer Rennradposition und Griffposition von oben an den Bremshebeln war die Gesamtzeit im 40 Kilometer-Zeitfahren fünf bis sieben Minuten langsamer als in aerodynamisch günstigerer Position auf einem Aero-/Triathlonlenker. Das Potenzial einer professionell optimierten Aeroposition liegt bei weiteren zweieinhalb Minuten.

Material an Drei

Beim Material sind Zeitersparnisse von ein bis zwei Minuten mit aerodynamischen Zeitfahrrahmen sowie weitere ein bis eineinhalb Minuten bei Aero-Laufrädern möglich. In Sachen Ernährung führte die Aufnahme eines isotonischen Kohlenhydrat-Elektrolyt-Getränks zu einem Zeitvorteil von 30-45 Sekunden und die Aufnahme von Koffein sogar zu einer Leistungsverbesserung von ein bis eineinhalb Minuten.

Interessant sind ebenfalls die Studienergebnisse bezüglich dem Fahren am Berg. Bei Steigungen bis zu 3% sind demnach aerodynamische Laufräder besser als gewichtsoptimierte Laufräder, bei 6% Steigung nur noch für Profis, bei 12% Steigung sind für alle Leistungsklassen die leichteren Laufräder von Vorteil.

Lukas Bartl, frei

Fazit

Mit Training und optimierter Sitzposition lassen sich die größten Leistungssprünge beim 40 Kilometer-Zeitfahren erzielen. Die Studienergebnisse sind jedoch nur als grober Anhaltspunkt zu sehen, da das verwendete mathematische Modell, sowie die zugrunde gelegten Studienergebnisse individuelle Einflussfaktoren, sowie Material- und Technikinnovationen der letzten Jahre, nicht berücksichtigen.

Zur Website der Formkurve.

Quelle:
Jeukendrup & Martin (2001): Improving Cycling Performance – How Should We Spend Our Time and Money. Sports Medicine, 31 (7): 559-569.

Fotos: Jörg Schüler, Lukas Bartl

Philipp Peter ist Autor dieses Artikels. Er ist Sportwissenschaftler und Triathlon Coach. Er bietet mit Formkurve (www.formkurve.de) Leistungsdiagnostik, individuelles Coaching und Bike-Fitting als kompetenter Partner im triathlon.de Center in München an. Er startet für das Team vom MRRC München in der Triathlon-Bundesliga.
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