Surrey (GBR) - Der britische Gewinner der ersten Triathlon World Series Tour in der Geschichte der International Triathlon Union (ITU), Alistair Brownlee hat eine Stressfraktur des Femurs erlitten. Mit dem Ermüdungdbruch des Oberschenkels ist für den jungen Überflieger des Jahres 2009 die Saisoneröffnung der World Series 2010 im australischen Sydney gelaufen. Nach dem ebenfalls geplanten Auslassen der zweiten Station im koreanischen Seoul will der jugendlich wirkende 21-Jährige beim dritten Rennen im spanischen Madrid am 5. Juni 2010 in die Titelverteidigung eingreifen.
Kompletter Triathlet
Brownlee vermochte in der vergangenen Saison mit den besten Schwimmern und Radfahrern mitzuhalten oder gar selbst, wie etwa in London zusammen mit seinem jüngeren Bruder Jonathan gestalterisch in die Rennen auf der Radstrecke einzugreifen, um dann nach dem Verlassen der T2 von Beginn an Druck auf der Laufstrecke zu machen und das Feld auseinanderzunehmen. Brownlee gilt als Prototyp einer neuen Generation von kompletten Triathleten, die mit den Fördersystemen frühzeitig in Berührung kamen.
Knochen Schwachstellen der Triathleten
Bereits vor wenigen Tagen musste sich die Gewinnerin der WM-Serie bei den Frauen, Emma Moffatt mit einer sturzbedingten Krankmeldung und der Diagnose Schulterbruch von den ersten Weltcups verabschieden. Ihr Start in Sydney ist ebenfalls ungewiss. Ebenfalls Probleme nach einem Bruch hatte Vanessa Fernandes aus Portugal als vermeintlich ebenbürtige Gegenspielerin von Snowsill. Sie hatte in der vergangenen Saison nicht zu alter Stärke zurückgefunden.
Das Jahr zuvor und auch schon bei den olympischen Spielen von Beijing kämpfte der Spanier Javier Gomez mit einer Hüftverletzung, die eine Ursache für den enttäuschenden vierten Platz gewesen sein soll. Emma Snowsill aus Australien musste nach ihrem Olympiasieg 2008 ebenfalls wegen orthopädischen Problemen an der Hüfte kurz nach dem Auftakt der World Series 2009 passen und operiert werden.
Diskussionsbedarf über Strecken und Stressfaktoren
Allgemeinhin wird dem Triathlonsport über die olympische Distanz im Spitzenbereich das Erreichen des körperlich Machbaren attestiert. Neben hohen Laufumfängen von zum Teil deutlich über 140 Kilometern pro Woche sind für die World Series und World Cup Triathletinnen und Triathleten insbesondere der Reisestress, der eng gesteckte Rennkalender mit zahlreichen Starts und die Einhaltung von geringen Körpergewichten für optimale Last-Kraft-Verhältnisse die Stressfaktoren Nummer 1, die möglicherweise Ermüdungsbrüche und Infektionen begünstigen.
Kürzere Strecken
Als Konsequenz - bei gleichbleibend vollgepackten Rennkalender - empfiehlt es sich vielleicht die harte orthopädische Belastung eines 10 Kilometerlauf nach 1,5 km Schwimmen und 40 km Radfahren für den ermüdeten Körper zu reduzieren. Eine Verkürzung der Streckenlängen auf das Sprintformat von 750 Meter Schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen erscheint auch unter dem Aspekt eines spannenden und engen Rennverlaufs sehr geeignet. Zusätzlich wird wie angedeutet die orthopädische Überlastung der Triathletinnen und Triathleten möglicherweise verringert, weil der Körper im Laufen zum Beispiel einen geringeren Ermüdungsgrad aufweisen könnte und die Muskulatur wichtigen stützenden Aufgaben besser nachkommen kann.
Diese von 3athlon.de schon 2008 und 2009 proklamierten Überlegungen bedürfen der weiteren argumentativen Untermauerung im Rahmen von qualifizierender, wissenschaftlicher Forschung. (Kai Baumgartner)
Links
Alistairbrownlee.com
Ergebnisse und Diskussion im Forum auf 3athlon.info


