Madrid (Spanien) – Seit Mittwoch haben sich die nationalen Spitzensportverbände für den Triathlonsport im spanischen Madrid versammelt, um neben dem neuen WM-Format auch die Spitzenpostionen neu zu besetzen. Für den scheidenden kanadischen Präsidenten der International Triathlon, Les McDonald, der bisher als einziger Vertreter des höchste Amt im Triathlonsport innehatte steht nur eine Kandidatin zur Verfügung.
McDonald, der maßgeblich daran beteiligt war, dass der Triathlon über die Kurzstrecke in das olympische Programm von (Sydney 2000) aufgenommen wurde, galt zeitlebens als gewiefter Taktiker und Machtpolitiker. Effektiv konnte er Kritiker auf Abstand halten. Exemplarisch sei der langwierige Rechtsstreit zwischen der Deutschen Triathlon Union unter dem damaligen Präsidenten Dr. Martin Engelhardt und der ITU genannt. Knackpunkt war eine vergleichbare Wahl, wie sie in Madrid ansteht. Die Delegation aus Deutschland wurde seinerzeit als starke Oppositionskraft nicht in den Wahlraum gelassen.
Ebenfalls als Klassiker gewertet wird die Verweigerung einer Akkreditierung für die Britin Sarah Springman zu den Spielen von Athen, bei denen die in der Schweiz lebende Funktionärin auch Wahlkampf betreiben wollte. Springman selbst steht in Madrid zur Wahl einer Vize-Präsidentin und auch diese Woge des Machtkampfs scheint zum Ausscheiden von McDonald geglättet worden zu sein.
Wie auch immer die Wahlkampfwirren der Vergangenheit abgelaufen sein sollten, die Verdienste der Ära McDonald sind bekannt, wie auch die Kritik an seinem Schaffen (Rechtsstreit mit Ironman, Abschaffung des Windschattenverbots). Letztlich tritt der große Mann des Triathlonsports in hohem Alter nach zweiter Ankündigung tatsächlich freiwillig zurück und überlässt einer Nachfolgerin das Feld.
Galt bis vor einem Jahr noch der ehemalige DTU-Präsident Dr. med. Klaus Müller-Ott als damaliges Mitglied im Executive Board der ITU als designierter Kronprinz und Erbnachfolger, musste nach dem Aufstand der deutschen Landesverbände gegen ihren Präsidenten eine neue Nachfolgeregelung getroffen werden. Als nunmehr einzige Kandidatin ist die Spanierin Marisol Casado nominiert. Die Wahl gilt als abgemachte Sache.
Neben dem Spitzenamt werden zahlreiche weitere Posten besetzt. Unter der Liste der Nominierten finden sich auch zwei Deutsche: RTV-Präsident Helmut Menger (Technical Committee) und Dr. med. Lothar Schwartz (Medical Committee).
(Kai Baumgartner)
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Alle Nominierungen auf der Website der ITU als PDF
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