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Tempe (Arizona, USA) - Der Drager Andreas Raelert hat sein Debut über die Ironman-Distanz bravourös in 8:14:16  Stunden gewonnen und verbesser den bestehenden Streckenrekord von Michael Lovato (8:20:56) deutlich um mehr als 6 Minuten.

Nach starkem Schwimmen und solidem Radsplit trumpfte der amtierende Vize-Weltmeister im Ironman 70.3 einmal mehr in der letzten Disziplin auf. Brilliant beim Marathon unterwegs, überrannte der 32-Jährige Platz um Platz, um mit einem 2:46:37er Marathon vor den US-Amerikanern Chris Lieto und Jordan Rapp den Zielbogen beim Ford Ironman Arizona zu durchqueren. Auch die beiden US-Amerikaner sollten unter dem Streckenrekord bleiben. Zweitbester Deutscher wird Jan Raphael auf Platz 5.

Kiwi Kieran Doe vorneweg
Bereits beim Schwimmen zeigte der zweifache Olympionike Kontakt zur Spitze und musste lediglich mit dem Neuseeländer Kieran Doe, dem Portugiesen Francisco Pontano und Mark Van Akkeren aus den USA drei weitere Ironman-Triathleten knapp den Vortritt lassen. Der Hannoveraner Jan Raphael hielt zu diesem Zeitpunkt als Sechster Anschluss an die Spitzengruppe.

Die ersten 160 Kilometer standen ganz im Zeichen der mittlerweile bekannten Flucht des Neuseeländers Doe, der erst spät beim Einzelzeitfahren über 180km auf dem dreifach zu fahrenden Rundkurs einen konservativen Chris Lieto aus den USA die Vorfahrt lassen musste. Lieto, der von seiner gewohnten Taktik abweichend, möglichst viel Energie für einen schnellen Marathon aufsparen wollte, pokerte mit dieser Variante hoch, am Ende vielleicht zu hoch: Schließlich waren mit Raelert, dem Ungar Joszef Major und dem Tschechen Petr Vabrousek starke Läufer in Schlagdistanz von unter 10 Minuten auf die Spitze in der zweiten Wechselzone eingetroffen.

Laufraketen
Es sollte jedoch Doe sein, der Dank eines schnellen Wechsels die Führung erneut übernahm aber schnell in seiner Handicap-Disziplin Raum verlor und damit die Führung an Lieto und Jordan Rapp aus den USA angeben musste.  Es sollte wenig später noch schlimmer kommen. Von einer schmerzhaften Mittelfußentzündung und dadurch drückenden Schuhen geplagt, zog Doe seine Treter aus, um lediglich mit Socken ausgestattet weiterzulaufen. Der Ungar Major und Raelert waren die Läufer des Tages, die sich mit den schnellsten Splits frühzeitig durch den Marathon pflügten.

Raelert hält durch
Die Frage war aber, ob Raelert das hohe Tempo durchstehen oder der unbekannten Distanz gegen Ende des Marathons einen hohen Tribut zollen würde? Bereits nach über einem Drittel der Strecke hatte er etwas weniger als die Hälfte des Rückstands egalisiert.

An der Spitze lieferten sich nach 12 Kilometern Rapp und Lieto zeitweilig ein Kopf an Kopf Duell, dass Rapp für sich entschied. Doch auch er war sich offensichtlich noch nicht der herannahenden Gefahr bewusst, während sich Jan „Pitbull“ Raphael mit über 10 Minuten Abstand auf Rang 8 festbiss und um seine Qualifikation für die WM im Ironman Triathlon kämpfte.

Zwischen Laufkilometer 29 und 30 war es dann um das Führungsduo Lieto und Rapp geschehen und der Weg war frei für Andreas Raelert, der einen Einstand nach Maß bei  seinem ersten Ironman feiern konnte und als der „große Newcomer“ aus Deutschland zu gelten hat und in den Kampf um die Spitzenposition des besten Deutschen beim Ironman Hawaii Triathlon 2009 ein gewichtiges Wörtchen mitreden wird – und damit zwangsläufig in den Top 5 der WM landen kann. „Ich bin so glücklich, vielen Dank. Ich habe jetzt meinen Spot [für Hawaii] und das wird mein nächstes Ziel sein“ strahlte ein überglücklicher Ironman-Rookie im Ziel.

Raphael schaffte letztlich mit einem beherzten und flüssigem Marathon in 2:50:51 Stunden nach krankheitsbedingter Absage der Ironman WM auf Big Island den Sprung in die Top 5 und damit den erfolgreichen Griff zum Kona-Ticket: „Ich bin total happy, dass ich mich nach einigen Monaten Wettkampfpause so erfolgreich zurückmelden konnte. Das Ticket nach Hawaii ist ein traumhafter Jahresabschluss. Jetzt kann ich das nächste Jahr ganz auf diesen großen Tag ausrichten.“

Der Runner-up des Tages geht an den Briten Paul Amey mit einer 2:46:53 für den Marathon.
(Kai Baumgartner)

 

Ford Ironman Arizona (3,8-180-42), 23.11.2008, Tempe (Arizona, Florida, USA)

Männer
1. Andreas Raelert (GER) 8:14:16 Std.
2. Chris Lieto (USA) 8:19:25
3. Jordan Rapp (USA) 8:19:45
4. Joszef Major (HUN) 8:21:34
5. Jan Raphael (GER) 8:23:03
6. Ben Hoffmann (USA) 8:24:13
7. Paul Amey (GBR) 8:27:20
8. Petr Vaboussek (CZE) 8:28:09
9. Frederik van Lierde (BEL) 8:34:34
10. Chris Brown (CAN) 8:39:18

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