Kailua-Kona (Hi, USA) - Christoph Fürleger gilt als einer der weltschnellsten Triathleten im Wasser. Der Allgäuer hat sich den Ironman Hawaii 2008 auf den Kalender geschrieben, um einen ersten Eindruck von der Strecke zu erhalten und seine Möglichkeiten für eine Start als Profi auszuloten.
Die Ausgangssituation: Spielte das Schwimmen in der Vergangenheit auf der Langdistanz eine eher untergeordnete Rolle, so entwickelt sich, bei der allgemein immer höheren Leistungsdichte im Profibereich, der Schwimmpart zu einem sehr wichtigen taktischen Element. Wer in den ersten 50 Minuten wertvolle Zeit auf die schnellen Athleten vorne verliert, muss das auf den ersten 30-100 km mit einer kräftezehrenden Aufholjagd bezahlen. Sehr oft bleibt dieses Unterfangen, bei dem Höllentempo in der Spitzengruppe, erfolglos und vermeintliche Ambitionen auf vordere Platzierungen haben ein jähes Ende oder werden spätestens im Marathon bestraft.
Die Favoriten: Vor allem beim Schwimmen ist das Feld stärker besetzt als jemals zuvor. Die Hauptprotagonisten werden der Franzose Benjamin Sanson und der US- Amerikaner Andy Potts sein.
Sanson, seines Zeichens ehemals französischer Rekordhalter über 1500m Freistiel (15:10min), und Andy Potts, mehrere Top 3 Platzierungen bei den US-Trials im Schwimmen, werden gemeinsame Sache machen und ihr Heil in der Flucht nach vorne suchen, um auch die Prämien (Bikeprämie Kawaihae und optional Laufprämie Palani Road) in Angriff zu nehmen.
Da mir Benjamin heute Morgen versicherte, dass beide im Wasser zusammenarbeiten werden, sollte bei guten äußeren Bedingungen der Streckenrekord (46:41min) auf der Schwimmstrecke aus dem Jahr 1998, aufgestellt von Lars Jorgensen, ordentlich ins Wanken geraten. Wie sich die beiden dann auf dem Rad weiter schlagen werden, bleibt abzuwarten. Da beide Athleten Weltcup-erfahren sind, werden sich die Verfolger zu Beginn des Radparts ordentlich die Zähne ausbeißen, um die beiden einzuholen. Wann ihnen das gelingt und ob, bleibt abzuwarten…
Die Strecke: Der Schwimmkurs an sich gestaltet sich sehr einfach. 1,2 Meilen ins Meer hinaus, um die Wendeboote herum, zurück und schon sitzt man auf seinem Bike. Da die Strecke nur gerade aus geht, gestaltet sich auch die Orientierung als sehr einfach, immer den Bojen nach. Auch der Schwimmstart ist hier sehr angenehm, da die volle Hafenbreite am Pier zum Wasserstart ausgenutzt wird. Dadurch verteilt sich das Feld sehr stark in die Breite, weshalb es zu verhältnismäßig wenigen Prügeleien im Wasser kommt.
Die Bedingungen: Die Bedingungen in den letzten Tagen waren sehr friedlich. Die Strömung auf dem Rückweg Richtung Pier war nur sehr schwach und Wellen waren kaum bis gar nicht vorhanden. Herrschen am Samstag ähnliche Bedingungen, sollten alle Teilnehmer sehr gut mit den äußeren Begebenheiten zurecht kommen.
Der Autor: Christoph Fürleger, ehemals Schwimmer der Deutschen Nationalmannschaft und mittlerweile erfolgreicher Triathlet, verfolgt dieses Jahr den Ironman auf Hawaii und schildert uns seine Eindrücke von vor Ort.
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