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Beijing (China) - Der olympische Triathlon der Männer hat das Feld von 5 bis 7 Weltklasseathleten näher an den Spanier Javier Gomez herangeführt. Dieser Umstand führt zu der Prognose, dass sich die Ära Gomez dem Ende zuneigen könnte. Eine Dominanz, wie in diesem Jahr beständig im World Cup gezeigt scheint nicht mehr so spielerisch möglich zu sein. Etwas anders gelagert ist der Fall bei den Frauen.

Die Portugiesin Vanessa Fernandes dominierte ähnlich, wie Gomez den World Cup beliebig. Lediglich in den letzten Rennen vor Beijing, die allesamt durch unangenehme Kälte gekennzeichnet waren schwächelte die schnelle Läuferin. 20 World Cup Siege, 3 Titel als Europameisterin und Seriensiege bei den World Cups in Beijing von 2005 bis 2007 sprachen eine deutliche Sprache zugunsten der Portugiesin.

Als einzige Widersacherin galt die fünf Jahre ältere Australierin Emma Snowsill, die zuvor ungleich dominanter die Spitze des weiblichen Triathlons repräsentiert hatte. Lediglich Olympia in Athen war der damals amtierenden Weltmeisterin verwehrt – eine Entscheidung des australischen Verbands, die noch immer kritisch hinterfragt wird.  Snowsill hatte im vorolympischen Jahr mit zahlreichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und schien endgültig das Zepter der Vormachtstellung an Fernandes abzugeben. Doch  Asthma, eine Infektionskrankheit und orthopädische Problemen hinderten das blonde Leichtgewicht nicht am Comeback nach Maß mit absolut dominierenden Leistungen  – Gold.

Gewonnen hat damals in Athen 2004 eine andere Australierin. Kat Allen, die auch wegen der starken internen Konkurrenz ihre Wahlheimat in Österreich gesucht und gefunden hatte, lief mit einer fulminanten Aufholjagd an der bis dahin deutlich führenden Australierin Loretta Harrop vorbei – wenige dutzend Meter vor der Ziellinie.

Olympia bringt die drei Königinnen näher zusammen. Diese drei Damen bestimmen in den nächsten Jahren die Pace und weitere Entwicklung im Triathlon. Ihre Laufzeiten stellen das mittelfristige Ziel der nachfolgenden Triathletinnen dar.

Kate Allen, die als erste Triathletin eine Tür in neue Laufdimension mit 34er Laufzeiten auf 10 Kilometer aufgestoßen hatte, konnte in Beijing durch ihr derzeitiges Schwimmdefizit auf den 14. Platz vorlaufen. Einen schwerer Sturz mit multiplen Verletzungen und daraus folgender Trainingsrückstand im Frühjahr beim World Cup von New Plymouth (Neuseeland) verhinderte eine Medaille.  Allen wird wieder zu alter Stärke auf dem Rad und neuer im Wasser finden, nachdem die letzte Operation des sturzgeschädigten Daumens überstanden ist. Fernandes wird weiter motiviert sein, neue Rekorde zu setzen und den Abstand zur momentanen Königin mit ausgeglichen Leistungen in allen Disziplinen zu verkürzen.

Für London 2012 gilt es vorbereitet zu sein, auf tiefe Laufzeiten um 34 Minuten und noch schneller Laufzeiten. Doch auch die Radfahrerinnen haben weiterhin Chancen ganz vorne im Triathlon zu landen – so lange die Frauen die bei den Männern schon deutlicher hervortretenden taktischen Aspekte des Fahrens in Radgruppen nicht umsetzen können kleine kooperative Gruppen auf dem Rad noch recht leicht fliehen und einem Sieg entgegenfahren – wenn die Radstrecke faire Steigungselemente enthält, wie 2008 in Peking.
(Kommentar von Kai Baumgartner)

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