Beijing (China) - Er galt für mich schon vor Beijing als Darkhorse, als möglicher Überraschungs-Mann des Tages. Er hat einen stärkeren Eindruck hinterlassen, als ich erahnt hatte. Solch Vehemenz und Verve lässt den Hut ziehen. Alistair Brownlee ist die Entdeckung von Beijing.
Vielleicht hat sich der Brite einen taktischen Fehler geleistet, als er in Phasen des Radfahrens häufig das Tempo aktiv mitgestaltete und deshalb in seiner Renn-Euphorie zu viel Energie in den Kurbeln zurückgelassen hatte. Ein Fehler, den der vergoldete Heißsporn Jan Frodeno früher häufig selbst gemacht hatte und bitter bezahlen musste. Welche Chuzpe hat aber ein junger Athlet, wie Brownlee das Diktat der ersten Laufkilometer in die Schreibblöcke der konstatierten Größen wie Javier Gomez, Simon Whitfield, Bevan Docherty und Co. abzugeben?
London kann sich für Olympia 2012 auf einen stark aufgelegten Athleten im besten Rennalter einrichten - wenn er gesund bleibt und sich ein wenig weiter entwickeln kann. Denn eine Laufzeit von 30:46 Minuten wird dann nicht mehr auf einem kupierten Laufkurs ausreichen, um zum Sieg zu gelangen. Laufleistungen von hohen 28 bis tiefen 29 Minuten müssen die Medaillenkandidaten auf einer flachen Triathlon-Laufrunde bei Olympia 2012 in London abrufen können, um Gold zu holen.
(Kommentar von Kai Baumgartner)
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