Beijing (China) - Augen zu und durch –aus demWindschatten seines Kontrahenten Simon Whitfield heraus zogJan Frodeno gut 70 Meter vor dem Ziel des olympischen Triathlon-Wettbewerbs seinen eindrucksvollen Schluss-Spurt an, dem derKanadier nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Einen Tag nachseinem 27. Geburtstag triumphierte der WM-Sechste ausSaarbrücken in einem von der Taktik geprägten Rennen vorSimon Whitfield, dem Olympiasieger von 2000, und dem Olympia-Zweiten von 2004, Bevan Docherty (Neuseeland). WeltmeisterDaniel Unger (Mengen) auf Rang sechs und Christian Prochnow(Witten) auf Rang 15 rundeten die „hervorragende Teamleistung“ab, so DTU-Präsident Rainer Düro.
„Es war das Rennen meines Lebens“, kommentierte Frodeno, derin der Vorbereitung bis zu 45 Stunden in der Woche unter seinemTrainer Roland Knoll trainiert hatte, sein Meisterstück in einemARD-Fernseh-Interview. „Ich hatte heute endlich einmal denTunnelblick, den ich mir schon so oft gewünscht habe.“ Der inSüdafrika aufgewachsene „Frodo“ stieg nach 1,5 km mit dem Grosder Favoriten als 16. aus dem Wasser, teilte sich auf der 40 kmlangen Radstrecke seine Kräfte gut ein und begab sich an derSeite der Favoriten um Spaniens Weltmeister Javier Gomez undDaniel Unger, Weltmeister 2007, auf die Laufstrecke.
„Ich habe alles auf die letzten 500 m ausgelegt, habe versucht, dieAttacken nicht direkt mitzugehen, sondern mich immer wiederhinten einzufädeln, um wichtige Körner für den Schluss-Spurt zusparen“, erklärte Frodeno, dessen Emotionen bei deranschließenden Siegerehrung deutlich sichtbar waren. „Wenn dieNationalhymne läuft, dann ist das so, als wenn das ganze Lebennoch einmal an einem vorbeirauscht“, sagte der Saarbrücker im ARD-Hörfunk.
Der gebürtige Kölner Jan Frodeno begann seine sportlicheKarriere als Schwimmer in Kapstadt/Südafrika, wo er zwischen1992 und 2004 lebte. Über das vielseitige Rettungsschwimmenfand der 27-Jährige Geschmack am „Mehrkampf“ und begann imNovember 2000 seine Triathlon-Karriere. Nach der Silbermedaillebei der U23-WM 2004 entschied sich Frodeno für den Wechsel ins Profilager, der sich nun mit Olympia-Gold ausgezahlt hat.
(pps)
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