Volcano National Park (Big Island, Hawaii, USA) - Nicht nur die Olympioniken machen sich derzeit Gedanken um die Luftqualität im chinesischen Beijing. Auch auf Big Island, der Wiege des Mythos Langdistanztriathlon und Ironman rumort es. Allerdings kommt das Grollen tief, sehr tief vom Grund des Südpazifiks. In diesem Jahr hat der Schildvulkan Kīlauea neuerlich eine erhöhte Aktivitätsrate gezeigt, die Anfang März und auch aktuell im Sommer zu einem Lavastrom Richtung Puna-Küste und einer Gaseruption geführt haben.
März 2008
Zwei Ausbrüche eines Schlots am Halema`uma`u Krater am 19. März und 9. April ließ neben einem Erdbeben der Stärke 3,7 auf der Richterskala auch Gestein im näheren Umkreis von 300 Metern durch die Luft fliegen und einen neuen seitlichen Schlot mit 20-30 Metern Größe entstehen. Von den Hawaiianern wird dieses Gestein je nach Größe nach Körperteilen der Vulkangöttin Pele benannt, die Überlieferungen nach an diesem Krater ihren Sitz innehat. Peles Haar und Peles Tränen bezeichnen etwa bis zu 10 cm große, länglich-runde Steinbrocken.
April 2008
Als Ursache der Erweiterung des Kraterlochs im April um verhältnismäßig geringe 5-10 Meter wird ein gestiegener Gas- oder Wasserdruck vermutet. Seitdem ist der Ausstoß an Gasen an dieser Stelle erhöht. Der sogenannte mit Schwefel angereicherte Vog (Kunstwort aus Vulkan + Smog) belastet durchaus die Atemwege und entsprechend sensible Personen, die sich in den Regionen der engeren Luftströmung aus Süd/ Südost befinden. Ausläufer der angereicherten Luft erreichen auch die benachbarten Inseln, wie etwa O’ahu.
Auswirkungen auf den Ironman
Die Teilnehmer und Besucher des Ironman Hawaii 2008 können sich also neben dem sportlichen Programm auch einen mitunter spektakulären Besuch des Kīlauea in dicker roter Farbe im Kalender ankreuzen – Lavafluss wahrscheinlich inklusive.
Eine Beeinträchtigung des Wettkampfs oder der Vorwettkampfwoche, wie nach dem überraschendem Erdbeben 2006 kann derzeit auf Hawaii nie gänzlich ausgeschlossen werden, auch wenn der Krater und die anderen Vulkane unter stetiger seismologischer Überwachung liegen.
Sensible Personen mit Atemwegserkrankungen sollten sich vor Reiseanritt über die aktuelle Emissionslage der Vulkane udn Windrichtungen informieren. Zusätzlich sollten sie sich mit entsprechenden Arzneimitteln bei ihrem Allergologen oder Pulmologen eindecken. In der Regel können Beeinträchtigungen aber erst nach längerem Aufenthalt bei Personen mit entsprechender Vordisposition auftreten. Bei der Wahl des Aufenthaltsorts sind die wärmeren aber unmittelbar am Meer gelegenen Häuser durch die Luftzirkulation oft weniger stark betroffen, als die Wohnhäuser in den Bergen ab 500-800 Metern über NN.
(Kai Baumgartner)
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