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Bonn - Der Lemgoer Maik Twelsiek gewann die zur Laufentscheidung geratene 18. Auflage des Klassikers in Bonn über 3,8 km Reheinschwimmen, 60 km Radfahren und 15 km Laufen  souverän. In der Konkurrenz der Frauen hatte die Tschechin Lucie Zelenkova ebenfalls klar die Nase vorne.

Radtrio macht Druck
Auch kleinere Regenschauer hielten das quasi als Trio im Rennen agierende männliche Spitzenfeld, bestehend aus Markus Forster, Maik Twelsiek und Olaf Sabatschus nicht daran mit über 10 Minuten Vorsprung nahezu zeitgleich in die Wechselzone zum abschließenden Lauf einzufahren.
Das sich nach der ersten von zwei Runden abzeichnende Duell zwischen Forster und Twelsiek entschied der Youngster aus dem Team der Dresdner Kleinwort für sich, indem er die Routiniers Forster und Sabatschus auf die Plätze verwies.

„Anfangs haben wir uns ein wenig verschwommen, gegen die Strömung hatten wir Probleme herauszukommen. Das Schwimmen war also ziemlich verbockt.  Beim Radfahren bin ich so ab Kilometer 25 an die Spitze gekommen. Zuvor hatte ich mich mit Markus [Forster], der noch vor mir war abgesetzt und wir haben zusammen dann Olaf [Sabatschus] eingesammelt. Dann sind wir zu dritt weitergefahren – allerdings die ganze Zeit war es absolut fair bei uns Jungs. Beim Laufen bin ich schon ziemlich gerannt. Rennen ist Rennen, das kann ich nicht mit Handbremse machen. Ich wusste ja auch, dass Olaf und Markus hinter mir waren“ erklärte Maik Twelsiek am Renntag.

Laufraktete Sabatschus hatte in der diesjährigen Auflage besonders auf der 2. Runde per pedes wenig zuzusetzen und verlor in seiner Paradisziplin an Boden.

Schwimmauftakt mitentscheidend
Schlimmer erging es jedoch Faris Al-Sultan. Der Form ein wenig hinterher und im wortwörtlichen Sinne etwas orientierungslos fuhr der Münchener Hawaii-Sieger von 2005 dem Trio aussichtslos hinterher: Unterschätzt hatte er der Münchener, wie auch Maik Twelsiek den Auftakt im Wasser. Die reißende Strömung brachte einen erstaunten Al-Sultan schnell voran aber nur mit Mühen ans rettende Ufer, während der solide Schwimmer Twelsiek gar mit einem Platz hinter Bonn-Veteran Sabatschus einnehmen musste.

Vermasselte Generalprobe für Al-Sultan
Während es für Twelsiek im weiteren Rennverlauf exzellent lief, kämpfte Al-Sultan weiter. .Ein „Schleicher“ im Vorderreifen sorgte für beständigen Luftverlust, um den Tagesfrustkomplett zu machen verfuhr sich der Sohn eines Irakers und einer Deutschen auch noch kurzzeitig, als er eine Abzweigung übersah.

„Heute lief wenig rund. Ich habe die Strömung unterschätzt, ich merke aber auch das 'Alter'. Ich kann nicht mehr so brutal im Wasser oder auf den ersten 3 bis 5 Radkilometern angehen, wie die jungen Leute. Ja, in Kona, da muss man 20, 30 Kilometer durchziehen, der die ersten Meter waren schon krass. Das mit 'nem halben Plattfuss kann man vergessen. Ich bin trotzdem froh, dass ich den Wettkampf durchgezogen habe - das Laufen hat sich gut angefühlt.“

Die Generalprobe für den Ironman in Frankfurt wäre vollständig missglückt, hätte nicht die zweitschnellste Laufzeit (48:26 Minuten) für einen versöhnlichen Abschluss und den Vorstoß in die Top 12 gesorgt. Al-Sultan schien sich den Frust von der Seele laufen zu wollen. Schneller war an diesem Tag nur Tagessieger Twelsiek mit der deutlich stärksten Zeit über die 15 Kilometer: 47:06 Minuten.

Zelenkova behielt Kontrolle
Im Feld der Frauen kam es zum prognostizierten Favortinnensieg der Tschechin Lucie Zelenkova, die sich phasenweise über das Drafting ihrer Konkurrenz beschwerte aber nicht aufsteckte. Den zweiten Wechsel  führten schließlich Dr. Isa Roth, Linda Schücker und Zelenkova an, eine gewohnt laufstarke Ulrike Schwalbe im Nacken. Diese konnte sich dann auch noch vor Schücker auf dem zweiten Platz festsetzen, an Twelsieks Lebensgefährtin und ebenfalls für den TV Lemgo startende Allrounderin kam aber auch sie nicht mehr heran.

„Das Schwimmen war gut. Ich war mit Maik [Twelsiek] unterwegs und wir gingen ein wenig in der Strömung verloren. Ich mag es zu schwimmen, also entschied ich mich dazu, etwas länger im Wasser zu bleiben ;-) Auf dem Rad hatte ich keine großen Probleme. Es war ein hügeliger und technisch anspruchsvollerer Rundkurs. Ich kannte die Strecke nicht und habe daher bergab an manchen Stellen mehr bremsen müssen, als die Konkurrenz. Es war ein gutes Rennen, auch beim Laufen. Ich wusste, dass Ulrike Schwalbe eine gute Läuferin ist, hatte aber das Gefühl jederzeit die Kontrolle zu haben“ führt Zelenkova ihren Renntag aus.
(Kai Baumgartner)

Ergebnisse
18. Kaiser’s Bonn-Triathlon, 3.8-60-15, 15.06.2008, Bonn

Frauen
1. Lucie Zelenkova (CZE) 03:10:04
2. Ulrike Schwalbe (GER) 03:12:24
3. Linda Schücker (GER) 03:14:35
4. Dr. Isa Roth (GER) 03:16:34
5. Verena Walter (GER) 03:17:58
6. Annette Niederau (GER) 03:22:34
7. Annette Hager (GER) 03:23:38
8. Carolin Bauer (GER) 03:24:11
9. Kathrin Doose (GER) 03:24:50
10. Silke Hamacher (GER) 03:24:50

Männer
1. Maik Twelsiek (GER) 02:45:56
2. Markus Forster (GER) 02:47:26
3. Olaf Sabatschus (GER) 02:48:13
4. Nils Goerke (GER) 02.50:30
5. Eike Carsten Pupkes (GER) 02:51:24
6. Clemens Coenen (GER) 02:53:32
7. Oliver Strankmann (GER) 02:54:16
8. Sebastian Löhnert (GER) 02:55:50
9. Tom Lorenzen (GER) 02:57:01
10. Jan Sibbersen (GER) 02:58:22
...
11. Faris Al-Sultan (GER) 02:58:32

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