Berlin - Normann Stadler stand am Freitag für ein Interview zur Verfügung.
Frage: Triathleten sind extreme Einzelsportler. Jetzt wurde das erste Triathlon-Team gegründet – kann das funktionieren?
Normann Stadler: „Bisher funktioniert es ausgesprochen gut. Wir sind eine echte Mannschaft. Wir pushen uns gegenseitig. Vor allem können wir voneinander profitieren und lernen. Ich glaube ich war zu diesem Zeitpunkt in der Saison noch nie so fit wie in diesem Jahr.“
Frage: Warum wurde dieses Team gegründet?
Normann Stadler: „Dresdner Kleinwort wollte den Triathlon-Sport zur Markenkommunikation nutzen und hat zu diesem Zweck die Idee einer Teamgründung entwickelt, die jungen und talentierten Triathleten ein professionelles Umfeld bietet. Ich unterstütze dieses Projekt mit meiner Erfahrung, so dass sich die Jungs an mir orientieren können. Wir werden so alle in der Lage sein, gemeinsam zu trainieren und von unseren jeweiligen Erfahrungen zu profitieren.“
Frage: Thema Doping, Wie stehen Sie persönlich dazu?
Normann Stadler: „Wir begegnen diesem Thema als gesamtes Team sehr offensiv. Wir haben uns bewusst den Kriterien des Anti-Doping-Konzeptes unterworfen, um dem öffentlichen Wunsch nach Transparenz gerecht zu werden. Wir werden häufiger und intensiver getestet als jeder andere Sportler. Mehr kann man als Athlet nicht tun.“
Frage: Was beinhaltet das Dresdner Kleinwort Anti-Doping-Konzept?
Normann Stadler: „Das Konzept beinhaltet zehn bis zwölf Trainingskontrollen pro Athlet und Jahr, sowie ein bis zwei Pre-Competition-Tests. Es finden jeweils Blut- bzw. Urintests statt. Die gewonnenen Informationen werden in einer Datenbank angelegt, um die Entwicklung der Werte langfristig beobachten zu können. Zudem wird die Nationale Anti-Doping Agentur alle Ergebnisse der Wettkampfkontrollen erhalten. Diese fließen ebenfalls in die Datenbank ein. Des Weiteren werden Blut- und Urinproben eingefroren, um diese später auf Insulin und Wachstumshormone sowie Eigenblutdoping überprüfen zu können. Entstanden ist dieses bisher beispiellose Konzept in Zusammenarbeit mit der NADA und der Deutschen Triathlon Union.“
Frage: Was heißt „Null-Toleranz“-Prinzip?
Normann Stadler: „Von Seiten des Sponsors ist der Kurs ganz eindeutig definiert. Wir erhalten Teile der Sponsorengelder erst drei Jahre nach Vertragsabschluss ausgezahlt, wenn ein dann erfolgter Test mit neuesten und dann evtl. noch präziseren Analysemethoden der eingefrorenen Proben ebenfalls negativ ausfällt.“
Frage: Welche Rolle spielt Dresdner Kleinwort?
Normann Stadler: „Dresdner Kleinwort investiert in den nächsten Jahren viel Geld in unser internationales Triathlon-Team. Mit diesem Engagement ermöglicht uns die Bank verlässliche Rahmenbedingungen für unsere Karriere. Zudem finanziert Sie das umfangreiche Anti-Doping-Konzept.“
Frage: Durch die „Leitungsfunktion“ im Dresdner Kleinwort Triathlon Team stehen Sie zunehmend im Fokus der Öffentlichkeit. Bedeutet das für Sie mehr Druck oder zusätzlichen Ansporn? Kommt dadurch das Training zu kurz?
Normann Stadler: „Ich bin Profi und habe gelernt mit Druck umzugehen. Die Tatsache, dass mehr über Triathlon berichtet wird, kommt uns Sportlern sehr entgegen und wenn ich persönlich dazu beitragen kann, freue ich mich. Natürlich muss man gucken, dass das Training nicht in der Hintergrund gerät, denn ich will in diesem Jahr den Ironman Germany und Hawaii gewinnen.“
(MMH)
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