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Maintal (Frankfurt) – Kurt Denk, Präsident der Europameisterschaft im Ironman Triathlon und des Ironman 70.3 Wiesbaden hat am 15. Januar erneut kurzzeitig die Listen geöffnet, um die Startfelder weiter aufzufüllen. In den nächsten Tagen soll auch die Liste der gemeldeten Profis gelüftet werden. Grund genug für ein ausführliches Interview: Teil 1 - Teil - Teil 3.

 

3athlon.de:  Herr Denk, sind 2.800 oder 2.900 gemeldete Athleten nicht zu viel für den Ironman in Frankfurt?
Kurt Denk:  Die Frage ist berechtigt, andererseits sollte sie fairerweise auch ergänzt werden mit der Frage „Wie erklärt man über 1.000 Leuten, oder mehr, dass sie keinen Platz mehr im Rennen haben sollen?“ Zudem, wenn man nur fokussiert ist auf die gegenwärtige Zahl, nicht aber auf das Gesamtbild und die finale Endzahl, wird man leicht ungerecht in der Beurteilung. Hierzu gehört etwa, dass basierend auf den letzten sechs Jahren von einer Storno (No-show) Rate von 550-600 Personen auszugehen ist. Somit werden am Wettkampftag nicht 2.800/2.900 Leute am Start stehen, sondern 2.200-2.300 – dies ist die zu bewertende Zahl.

Wir können und werden unsere Rennen nicht abschotten. Wir werden gleichwohl nicht die Nachfrage von ca. 4.000 Anfragen annehmen können, wohl aber vorsichtig uns immer an der Zahl von 2.800 plus/minus orientieren. Dabei bleibt es. Die Nachfrage ist gewaltig, weltweit. In Frankfurt durchaus noch stärker als anderenorts. Warum soll man „Neu- und Seiteneinsteigern“ den Zugang zu unserem Sport verweigern? Wir sind schon sehr diszipliniert nun am 15. Januar vorgegangen und haben bei ca.2.800/2.900 die Anmeldung schnell geschlossen. Ich weiß nicht wie viele einem Druck von mindestens weiteren 1.000 Anfragen Stand gehalten hätten? All denen welche sich meinen nun ärgern zu müssen, ob dieser Situation, empfehle ich einen Praktikumstag am 15. Bei uns im Maintaler Büro - direkt bei uns im Büro. Dort können sie all denen welche dann rein wollen „Nein“ zurufen. „Ich bin dagegen das du auch noch in das Rennen rein kommst, ich will dich nicht haben.“ Es ist nämlich leicht im „Trockenen“ an einem Laptop zu sitzen und „viele Hallelujas“ nieder zu schreiben  ;-).

Wenn die Situation denn so schlimm wäre, wie Einzelne gerne schreiben, warum melden sich dann innerhalb von 14 Stunden am 02.07.2007 so viele Leute an? Diese Frage hat noch keiner der sich sorgenden wirklich ehrlich beantwortet. Die Sportler haben doch die Antwort am 02.07.07 gegeben und klar abgestimmt, eindeutig und beeindruckend. Nun nochmals am 15.01. – (innerhalb einer halben Minute waren dutzende von Usern auf dem Anmeldeformular). Wir haben unseren Zeitmessern von Datasport gesagt, dass bei Erreichung der Zahl von 2.850 die Online Anmeldung abgeschaltet werden soll. Dies musste nach weniger als einer Minute geschehen (so Aussage Datasport an uns).Wir haben für das Starterfeld am 06. Juli im Herzen von Frankfurt jetzt lediglich noch einige Leute von einem so genannten gemeinnützigen „Frühchen Team“ vorgesehen– welche wir im Rahmen einer Kooperation und Unterstützung im Jahre 2008 annehmen werden – und wahrscheinlich dann noch ca. 30-40 Plätze für ein „Limited Edition“ Programm. Das reicht.

Wir lassen uns nicht beeinflussen von einer Minderheit, bei aller Wertschätzung einzelner Ängste und Sorgen. Mich bewegen Mehrheiten. Das heißt nicht, dass mir Minderheiten nicht wichtig sind. Die Mehrheit hat aber auch das Recht ernst genommen zu werden. Die Mehrheit hat am 02. Juli 2007 klar abgestimmt und nun nochmals am 15. Januar 2008. Wenn ein Produkt nichts taugen würde wäre dem nicht so. Unser Produkt ist hochwertig und bietet viel. Deshalb ist die Nachfrage vorhanden. Wir sind uns unserer Verantwortung durchaus bewusst, aber nicht nur in Richtung einer Minderheit – sondern in erster Linie in Richtung der Mehrheit unserer Kunden. Wir leben eben nicht auf einer „Sportinsel“, wo wir Neuankommende drakonisch abweisen, nur weil es am „Lagerfeuer“ so schön ist alleine und es angenehmer ist unter sich weiter zu singen und von „der guten alten Zeit zu träumen“… Der Sport wird sich weiterhin dramatisch verändern. Wer nur rückwärts gerichtet diskutieren will darf dies natürlich tun – er wird damit aber nichts ändern oder gar positiv im gewollten Sinne bewegen können.

 

3athlon.de:  Gesetzt den Fall es sagen tatsächlich 400 bis 500 Sportlerinnen und Sportle ab. Sie haben vor wenigen Tagen angedeutet, dass sie die Profis und einige Athleten ähnlich wie beim Ironman auf Hawaii 15 Minuten früher auf die Reise schicken werden. Was versprechen Sie sich von dieser Maßnahme?
Kurt Denk:  Wir haben natürlich die Erkenntnisse und Erfahrungen aus 2007 ausgewertet und uns Gedanken gemacht. Unser Renndirektor Kai Walter und ich sind dann zu dem Entschluss gelangt, die Profiathleten bereits um 06:45 Uhr starten zu lassen, zusammen mit ca. 300-350 weiteren Athleten.
 Der Rest von dann ca. 1.900-2.000 Athleten wird dann wie bisher um  07:00 Uhr starten. Wir haben dies bei der WTC auch so abgesprochen. Diese Maßnahme wird einiges entzerren und entspannen. Weitere „Startwellen“ wird es nicht geben. Dies lehne ich auch ab. Wir veranstalten immer noch einen IRONMAN, keinen Kindergeburtstag – dazu gehört der Massenstart mit seinen Herausforderungen als erste Disziplin dazu.

Die Situation weiterhin verbessern wird eine leicht geänderte Schwimmkursführung, welche auf dem ersten Schenkel einen wesentlich längeren Weg zurücklegt. Damit wird auch die im letzten Jahr überraschend über Nacht aufgetretene Sandbank-Problematik vermieden. Also sind keine Chancen für „Seiteneinsteiger“ im seichteren Wasser mehr vorhanden. Es wird im Vorfeld zum 06. Juli 2008 auch wieder einen „Ironman SWIM DAY“ geben, wo ein jeder Interessierter sich dann direkt praktisch informieren und auch in kleineren oder größeren Gruppen testen kann. Auf der Radstrecke wird zudem eine veränderte Kontrolle und Steuerung erfolgen.
(Kai Baumgartner)

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