Kailua-Kona (Hi, USA) - Kailua-Kona (Hi, USA) - Halloween ist schon ein paar Tage vorbei und auch Weihnachten und Silvester sind Geschichte. Grund genug den Ultraman 2007 nach unserer ausführlichen Coverage 2006 etwas Raum einzuräumen.
Die Kürbisse verotten langsam auf dem Balkon und die Freddy Krueger Kostüme sind längst in die Karnevalskiste zurück gekrochen, trotzdem bin ich sicher, dass sich der Blutdruck der Freunde der gepflegten AntiUSanglizistologie im Forum noch nicht ganz beruhigt hat, denn der Import von putzigen Traditionen aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten bringt wie immer eine Menge neuer, schwierig zu verstehender, völlig unnötiger Worte mit sich.
Jenseits des großen Teichs wird traditionell ein richtig großes Fest gefeiert, dass sich aus irgendeinem Grund noch nicht im neudeutschen Eventkalender etabliert hat, dabei würde es sich wirklich gut machen, zwischen Gruselparties und Sankt Patriks Tag. Wie dem auch sein, es ist Thanksgiving Weekend (Erntedankfest der USA ;-) und für die Amerikaner ein fantastischer Grund für ein gemütliches Beisammensein im Kreise der Lieben. In der Regel werden auch noch ein oder zwei Truthähne eingeladen und im Laufe des Wochenendes mit reichlich Budweiser heruntergespült.
Einige Bewohner von Hawaii, die wie auch wir Deutschen ganz schrecklich unter der Onimpraesenz von Kulturimporten leiden müssen (Stichwort „Underpants run“, haben aus der Not eine Tugend gemacht und laden sich jedes Jahr zu Thanksgiving eine handvoll liebe Freunde aus aller Welt ein, um, ohne Truthähne, gemeinsam wirklich Ur-hawaiianische Traditionen zu pflegen, es geht um Kokua, Ohana und Ultraman.
In fast legendär relaxter Happening Atmosphäre umrunden 30-50, von Supportteams unterstützte Athleten Big Island. Ganz gemütlich in 3 Etappen oder sollte man Happen sagen, die man noch gut kauen und schlucken kann – meistens...
Los geht’s, wie beim Ironman am Pier von Kailua-Kona. Einen Paddler an der Seite schwimmen die Gladiatoren über 10 Kilometer in die Keauhou Bay und radeln von dort hinauf zum Volcano National Park.
Nach einer zünftigen Übernachtung in ungewohnter Frische von 18-20°C in den US Barracks, geht es zu einem kurzen Abstecher nach Kalapana, ans Ostende der Insel, und danach via der legendären Red Road, vorbei an Hilo über die endlosen Kurven des Hamakua Highway nach Waimea. Dort wartet dann ein „kleiner“ und deftiger Anstieg über die Kohala Mountains, bevor das Etappenziel in Hawi nach 276 Radkilometern erreicht wird.
Ein Aufenthalt im Whirpool ist am Abend angebracht, denn am dritten Tag wartet der Lauf von Hawi zum Old Airport auf die Frühaufsteher. Mitten in der Nacht, geschützt vor der Sonne geht es zum Glück nach Kona fast die ganze Zeit bergab, und mit ein bisschen Wind vergeht die Zeit für den Doppelmarathon wie im Flug. Lediglich nachdem die Sonne eine Stunde nach dem Start aufzieht kann es dann doch ungemütlich werden, bevor das Ziel am Strand des Old Airports erreicht wird.
Aber wer redet von Zeit, beim Ultraman stehen Leistungen und Zeiten nicht im Vordergrund, denn was zählt ist zunächstmal eine Menge Spaß mit Gleichgesinnten, und ein Wochenende, von dem man noch 9 Jahre später eine Gänsehaut bekommt. Auch im letzten Jahr traf sich wieder, die Ultramanfamilie. Viele alte Ultraman Veteranen, wie Mr. Zoot Vito Bialla, Suzy Degazon, Cory Foulk und auch die Deutschen Uli Winkelman und Roland Patzina waren dabei. Ein paar Rookies, und bestimmt auch ein paar flotte Jungs al la Jonas Colting und Mädels die sich für den Streckenrekord interessieren. Eine gute Mischung also für ein unvergessliches Thanksgiving Wochenende auf Big Island, ohne Truthahn aber mit viel viel Aloha. Mehr dazu bald…
(Holger Spiegel/ Kai Baumgartner)
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