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Kailua-Kona (Hi, USA) - Holger Spiegel, Rekordhalter beim ULTRAMAN Hawaii und Mitbegründer von 3athlon.de hat sich nach längerer Schreib-Abstinenz erneut an die Tastatur gesetzt: Auf den Wunsch der nicht der englischen Sprache mächtigen Leser auch in heimischer Sprache...

GER - ENG


Dass es verdammt noch mal viel viel mehr als ein „lausiger“  Wettkampf ist den man verpasst, ist der sechste Grund warum es nervt im Oktober nicht in Kona zu sein.

Zu nennen waeren da zum Beispiel das obligatorische Sonnenuntergangsbierchen in stilechtem Papptuetchen am Kona Pier, mit Blick landeinwaerts auf die Mokuaikaua Kirche, PassOGuava Saft und frische Papayas zum Fruehstueck, das Morgenschwimmen mit anschliessender Milchkaffeorgie, CarrotCakeCliff Bars, Mitternachtsshoppen im Wallmart und der Geruch von Blumenkraenzen aus frischen Ingwerblueten.

Ganz ganz oben auf der Liste, steht bei mir das Body Surfen am Magic Sands Beach (aus gegebenem Anlass an dieser Stelle schon mal eine vorrauseilende Entschuldigung an unsere „Angizismen verachtenden Sprachschuetzer“ aus dem Forum aber „Koerper Wellengleiten“ kam mir doch ein wenig albern vor).

Wenn man sich nahezu sein ganzes Leben lang im deutschen Binnenland aufhaelt, dann ist Bodysurfen die einfachste Moeglichkeit ein wenig am grossartigen Gefuehl der Wellengleitsportarten zu schnuppern. Egal wieviele Billabong oder Quicksilverklamotten man besitzt, und auch wenn man 2 Mal im Jahr zum Bahnhofskiosk rennt um eins der wenigen Exemplare der Fotofeature-Ausgabe von Surfers Magazin zu ergattern, man ist und bleibt ein Moechtegernsurfer. Klar kann man sich als Moechtegernsurfer auch ein Longboard mieten und an geeigneter Stelle ein bisschen das Weisswasser abreiten, aber in Hawaii gibt es verschiedene Gruende das besser bleiben zu lasssen.

Abgesehen davon, dass es in Kona nur sehr wenige Leihwagen gibt, in denen man ein 7-9 Fuss langes Longboard vernuenftig transportieren kann ist so ein Teil im Wasser eine Gefahrenquelle, sowohl fuer den Moechtegernsurfer, als auch fuer andere. Auch die Anderen sind eine Gefahr denn wenn die Landratte den Fehler macht sich den „falschen“  Surfspot auszusuchen, dann macht er Bekanntschaft mit der finsteren Seite einer Sportart die mit einem relaxten Lebensgefuehl und Hibiskusblumenaufklebern die Welt im Sturm erobert hat. Territorialismus, oder auch „Localism“ ist auch in Hawaii ein verbreitetes Phaenomen zumindest an den guten Surfspots. Wer nicht zur lokalen Surfergang gehoert und zudem noch staendig die verschiedenen, fuer den ueberforderten Anfaenger undurchsichtigen „Vorfahrtsregeln“ verletzt, hat an einem guten Break nichts zu suchen. Wenn  man Glueck hat erklaeren die Hausherren der jeweiligen Welle das Ganze kurz auf Englisch, ungeduldigere Zeitgenossen, die zu recht b efuerchten muessen dass der angesprochene Moechtegernsurfer gar kein Englisch versteht, bevorzugen die nonverbale, phsysiche Kommunikation in einer internationalen Sprache die mit Aloha Spirit nicht mehr zu tun hat.

Beim Bodysurfen geht es in der Regel deutlich entspannter zu. Der Magic Sands Beach Break wird in der Ironmanwoche hauptsaechlich von Triathleten und deren Anhang bevoelkert, und man kann ganz nach Mut, Risikobereitschaft und Tagesform entscheiden, ob man sich von grossen oder kleinen Brechern anschieben laesst. Mit zunehmender Routine werden die genommenen Wellen groesser, die Ritte laenger und die Vollwaschgaenge am Ende ruppiger. Wenn man Spass daran hat macht Bodysurfen suechtig, und weil hinter jeder Welle ein neuer noch geilerer Ritt warten koennte, kann man einfach nicht aufhoeren. Man vergisst, dass man noch einen flotten 15km Lauf machen wollte und torkelt am Ende kurz nach Sonnenuntergang aus dem Wasser ins Appartment. Wenn man dann unter der Dusche feststellt, das die Nase ein bisschen viel Sonne abbekommen und Sand aus allen Koerperoeffnungen rieselt, dann weiss man, es war es ein guter Bodysurfing Tag in Kona.

In Deutschland kommt man irgendwie nicht zum Bodysurfen, in St Peter Ording sind die Wellen zu klein und das Wasser zu kalt, am Bodensee gibts keine Wellen, Cornwall und Aquitanien sind mit dem Auto zu weit und mit dem Flugzeug zu teuer, ausserdem sitzt man ja im Sommer auf dem Rad und im Winter gibts ja Snowboards. Wenn man aber das weiterhin ohne schlechtes Gewissen den coolen Surfer geben moechte, dann muss man hin und wieder mal ein bisschen in die Wellen und deswegen nervt er ganz schoen nicht in Kona zu sein im Oktober.

ENGLISH
There is so much more to be missed than a lousy race, and this is the sixth reason, why it sucks not to be in kona in october.

Among those things, the obligatory sunset beer sipped from a paper bag while sitting on the pier watching the mokuaikaua church changing colour, passoguava juice and fresh papaya for breakfast, the morning swim and the following cafelatte-orgy, carrot cake cliff bars, midnightshopping at wallmart, and the smell of fresh ginger leis.

On top of my list there is bodysurfing at magic sands beach. If you spend almost your whole life in germany  many miles away from the ocean, bodysurfing is the easiest way to get at least  a taste of surfing. No matter how many  Billabong or Quicksilver T-shirts you call your own, and even if you buy the photograph issue of surfers magazine twice a year, you will always be a "wannabesurfer".

Of course you can rent a longboard and find a spot and try to catch some white water rides to the beach, but in hawaii there are several reasons why this might not be the best idea.

Apart from the fact that it is pretty hard to find a car that will fit 7-9 foot longboard, in the water a long gun can be dangerous for you and others. Additionally the others can be dangerous for you. If you (being a german wannabesurfer) pick the“wrong“ spot for your experience, you may learn about the creepy backside of the happy surfer culture that has been spreading hibiskus flower stickers and hangloose attitude all over the globe. Localism is an issue at hawaiian breaks. If you are not a member of the local boys posse, and if you dare to violate the complictaed rules that precisely tell you who is allowed to drop in first, you should not be in the water at least at a good spot on a good day. With a bit of luck one of the locals will take the time to tell you to l justeave, more impatient fellows may decide to use a more physical kind of international communication that has nothing to do with aloha spirit.

Bodysurfing is a much more relaxed way to be a "surfer". Most of the people hanging out at Magic Sands Beach during ironman week are triathletes and their company, among them many wannabesurfer like me. You can chose from small to solid waves at this beautifull beach break, and with growing routine you will take bigger waves, longer rides and some rough wipeouts. Once youre addicted it is hard to stop because behind every wave  there might be another, even better one that will provide the ultimate ride of the day. You forget that you planned to do a 15k run at race pace and in the end, way after sun set, you make your way back into the appartment. A sunburned nose, and heaps of sand  trickeling from your butt-crack will be the souveniers of a great day at the beach.

In germany you ususally do not get to bodysurf. At the beaches in the north the waves are to small and the water is  to cold for skinny triathletes, Cornwall and Aquitania are to far by car and to expensive by plane, in summer you are on the bike most of the time and in winter there is snowboarding. Still if you want to keep on acting as the cool surfer boy you have to get in contact with the waves from time to time, and this is why it sucks not to be in kona in october.
(Holgi Spiegel)

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