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Kailua-Kona (Hi, USA) - Holger Spiegel, Rekordhalter beim ULTRAMAN Hawaii und Mitbegründer von 3athlon.de hat sich nach längerer Schreib-Abstinenz erneut an die Tastatur gesetzt: Auf den Wunsch der nicht der englischen Sprache mächtigen Leser auch in heimischer Sprache...

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Den fuenften, und vermutlich naheliegendsten Grund warum es nervt im Oktober nicht in Kona zu sein, habe ich mir fuer die Halbzeit aufgehoben. Dieser Grund ist so offensichtlich, dass ihn vermutlich jeder den man danach fragt als Erstes nennen wuerde.

Wenn man im Oktober nicht in Kona ist, dann bedeutet das gleichzeitig, dass man nicht am Start ist. Ja, nicht am Start, nicht mit von der Partie beim Ironman, bei der Mutter aller Schlachten, dem Mythos, dem heiligen Gral, dem Rennen, das fuer eine ganze Menge Athleten der Grund ist warum sie irgend wann mal mit dieser bescheuerten Sportart angefangen haben. Nicht nur fuer uns Athleten, auch fuer mehr oder weniger gut informierte „Zivilisten“ findet im Oktober auf Hawaii jedes Jahr nun mal der „Triathlonwettkampf“ an sich statt.

Nicht so schlimm, wenn man nicht dabei sein kann, mag sich der Eine oder Andere jetzt denken, schliesslich ist in der kleinen Bucht am Schwimmstart und spaeter auf dem Highway sowieso nur Platz fuer knapp 1500 Athleten, mal ganz abgesehen davon, dass auch der Parkplatz des King Kamehameha Hotels auf dem jedes Jahr die Nudelparty und die Siegerehrung stattfinden einfach nicht noch mehr Leute vertraegt. Ganz nuechtern betrachtet ist das voellig korrekt, fuer den Athleten aber, der wohlmoeglich seit Jahren versucht seine Triathletenlaufbahn, in die er so viel Blut, Schweiss und Traenen investiert hat, fuer die er sogar seine Familie vernachlaessigt und sein letztes Erspartes ausgegeben hat, mit einem Start auf Big Island zu kroenen, und fuer jeden Gluecklichen, der bereits weiss wie sich die Gaensehaut anfuehlt, die man immer dann bekommt, wenn man inmitten der 1500 strampelnden Schwimmer im klaren warmen Wasser vor Kailua auf den Startschuss wartet, und dabei beobachtet wie si ch die Farbe des Himmes veraendert, wenn die Sonne langsam hinter der Flanke des Hualalai hervorkommt, ist diese Feststellung trotzdem nur ein schwacher Trost. Am Ende laeufts nur doch darauf hinaus, die anderen sind beim Ironman und ich sitz hier im Regen.

Zusaetzliche, schmerzhafte Momente beschert dem bemitleidenswerten Nichtqualifikanten zudem die im Oktober beginnende Partysaison, denn spaetestens auf jedem zweiten der zahlreichen, geselligen „Kuerbisssuppe mit Ingwer und ganz viel leckerer Rotwein“ Abende findet sich ein Maulwurf, ein Insider dem auffaellt, dass sich der Typ mit dem Syncros T-Shirt am anderen Ende des Tisches, der, der bei jeder Gelegenheit, jedem (auch denen die es nicht wissen wollen) mitteilt, dass er Triathlet ist, doch eigentlich in diesem Moment am anderen Ende der Welt, und zwar beim Ironman in Hawaii befinden muesste. Wenn man keine Lust darauf hat zu erfahren wie viele verschiedene Gesichtsausdruecke zwischen Mitleid und Verachtung es gibt, entschuldigt man sich spaetesten zu diesem Zeitpunkt in die Kueche und bietet der Dame des Hauses kompetente Hilfe beim fachmaennischen Entsorgen der Kuerbissabfaelle an.

Ein verregneter Oktober in Deutschland ist deshalb fuer jeden der es zum Ersten oder auch zum Xten Mal wieder an die Startlinie am Pier und ein paar Stunden spaeter dann ueber die Ziellinie am Alii Drive schaffen will, die richtige Zeit fuer gute Vorsaetze, denn wenn man sich keinen Slot bei Ebay kaufen kann, und mehr Glueck in der Liebe hat, als bei der Ironman Lottery, dann gibt es, vorrausgesetzt es ist genug Talent und Zeit vorhanden, einen Weg dorthin. Der Weg ist steinig aber er ist zu schaffen, man muss nur wirklich Wollen, denn als Belohnung  kann man den Oktober dann so geniessen wie es sich fuer einen Ausdauerdreikaempfer gehoert,  in Kona am Meer und nicht einer verregneten Stadt im deutschen Binnenland. Deshalb steht heute am Ende die absurde Feststellung, es kann gut sein, das es gut ist, dass es nervt im Oktober nicht in Kona zu sein.

 

ENGLISH
The fifth and  possibly most obvious reason, why it sucks no to be in kona in october is the race itself

Not to be in kona in october means at the same time that you wont be in the water when the gun goes off that special saturday morning, you are not in the game, you are not doing the ironman, the myth, the holy grail, the race that motivated so many athletes to start swim, bike and run. Not only for athletes but also for more or less interested „civilians“ the ultimate triathlon race of the year takes place in kona in october.

Some may say „so what“, not everybody can do the race anyhow, there is limited space for just 1500 athletes  in kailua bay and on the highway, and the King Kam parking lot is already much too crowded during carbo loading and awards party. That is perfectly correct but still this provides only minor relieve for those athletes who desperately wants to reach the final goal of their triathlete existence, the goal that demanded so much of blood sweat and tears, the reason why they took his friends and family for granted, and that burned a significant amounts of their savings. It also doesnt help the lucky athletes that have already tasted the drug, those who know how it feels to watch the sun rising behind the slopes of hualalai while waiting in the clear water of kailua for the gun to go off. Everytime you realize you are not in kona in october it hurts a bit more. In the end it boils down to „the others are doing the iroman and i am sitting in the rain“

Additionally, painfull experiences are guaranteed by the autum partyseason that is starting in october in germany. At least at one of the many obligatory „pumkin-ginger soup and chardonay“ happenings, there will be a mole, an insider who will proclaim that the skinny guy at the other end of the table, the so called triathlete, should be at the other end of the globe right now, doing the ironman in hawaii. If you dont want to know in how many ways the faces of your friends can be looking pittyfull, or sarcastic, or even  both at once, this is the right moment get into the kitchen and start cleaning up the dishes.

Spending a rainy october in germany is a great opportunity to take serious decisions and specifiy next seasons resolutions for those who would like to make it to on the contestants list in the upcoming year, no matter wether it will be the glorious first or the 20th time  you are planning to do the race. If  there is talent and time enough at your diposition and you cant afford to purchase a Slot via ebay, or you are much more lucky in love than lucky in lottery, there is a way to make it. Nobody says its gonna be easy but those are strong enough to remember the rain during training, will have the chance to spend the next october the only way that is appropriate for triathletes, doing the ironman in kona, and finally this is why it is good that it sucks not to be in kona in october.
(Holgi Spiegel)

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