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Kailua-Kona (Hi, USA) - Max Longrée hat beim IRONMAN Hawaii 2006 den Titels des besten Altersklassenathleten und einem Platz in den Top 20 geholt. In seinem ersten Wettkampf als Jung-Profi schafft er gleich ein Podestplatz beim IRONMAN Austria.

3athlon.de:  Max, Du hast in Österreich die Quali geschafft und nach einem starken Rennen einen schnelle Laufzeit hingelegt. Gibt es jetzt Ansprüche oder einen Masterplan für die nächsten Jahre als Profi?
Max Longrée: In den vergangenen Jahren waren die Top 10 bei einem IRONMAN ein Traum. Den konnte ich mir mit dem 3. Platz erfüllen. Bis 2010 möchte ich Erfahrungen sammeln und dann wie gesagt in die Top 10 kommen. Ich habe also noch drei Ausgaben zum Üben und Möglichkeiten weitere Erfahrungen zu sammeln. Ich würde nie, sagen ohne Druck hier in Kona zu starten. Das kann keiner sagen, selbst wenn es nur der eigene ist. Ich möchte in erster Linie mein Rennen machen.

Im nächsten Jahr würde ich gerne einen Qualifier in den Staaten machen, evtl. Core D’Alene. Ist aber immer die Frage, wie man über den Winter kommt und die Quali muss man ja auch erst einmal bekommen. Die vielen Rennen machen das Siegen vielleicht ein wenig leichter, aber die Qualiplätze verteilen sich ja dann auch entsprechend. Manchmal gibt es nur wenig Slots für die Profis, so dass nur die Top 5 Chancen auf die Quali haben.

3athlon.de:  Du studierst noch? Was genau?
Max Longrée: BWL, im  10. Semester. Allerdings habe ich dieses Jahr keine Klausur geschrieben, weil sie genau auf dem Rennwochenende liegen. Kannst noch nicht mal theoretisch teilnehmen. Ich lasse es momentan doch etwas schleifen. Letztes Jahr waren die Klausuren ein paar Tage früher. Ich bin dann direkt rübergeflogen. Wenn du eine Arbeit verhaust ist das auch nicht so toll. Man hat schliesslich keine hundert Versuche.

3athlon.de:  Lass uns einen Blick zurück auf Kona 2006 und die Zeit danach werfen…
Max Longrée: Nach Hawaii wurde bei mir Leistenbruch diagnostiziert. Ich hatte da ein kleines Ding gesehen und bin dann zum Arzt gegangen. Die Leiste tat nach Weihnachten mehr und mehr weh. Es war wohl schon vor dem Rennen in Kona, allerdings habe ich es nicht stark gemerkt.
Danach lief es nicht immer optoimal. Schwimmen ist nicht meine Stärke und dann hat noch das Schwimmbad 4 Wochen geschlossen. Ostern bin ich mit dem Rad in eine Spurrille gekommen und richtig über den Lenker gegangen. Ich konnte wegen den Verletzungen wieder nicht ins Wasser. Als es nicht besser wurde, bin ich 2-3 Tagen zum Arzt: Rippenbruch.

3athlon.de:  Nochmal zum IRONMAN Austria.Was hat sich in Deinem Inneren festgesetzt? Welche Eindrücke sind geblieben?
Max Longrée: Faktisch bin ich 2 Minuten zu langsam geschwommen und habe damit die Radgruppe verpasst, die Vanhoenacker verfolgt hat. Ich war dann froh, dass der Lauf super war. Ich muss zugeben, dass ich selten in der Disko bin und im Zieleinlauf fast eine Tinitus bekommen habe. Es war unglaublich laut, die Stimmung war super. Super Orga an sich, nur dass es nur einen Geschacksrichtung beim Powergel gab, war nicht so toll.

3athlon.de:  Du bist mit der Freundin hier. Wie lange wirst Du auf Hawaii sein?
Max Longrée: Ich bin am 30.9. angekommen und wir bleiben bis zum 16. Oktober.

3athlon.de:  Wie klappt der Tagesablauf mit „Anhang“ als Neuprofi?
Max Longrée: Es ist gut. Sie unterstützt mich und lenkt auch ab. Die Tage könnten etwas länger werden, man spricht mal über andere Themen. Es ist natürlich dumm, wenn man bei so einem kurzen Trip nicht alles sehen kann.

3athlon.de:  Was ist nach dem IRONMAN geplant?
Max Longrée: Eigentlich gar nichts. Wir haben keine Zeit. Einen Tag in San Franciso gönnen wir uns, dann geht es nach Hause. Es ist sowieso alles kurzfristig gewesen. Maui oder was man sonst so macht, typisch Hawaii fehlt.

3athlon.de:  Zurück zum Rennen. Was ist auf der Soll und Haben-Seite?
Max Longrée: Ich bin glückllich, wenn ich das Ergebnis aus dem Vorjahr mit den Top 20 bestätigen kann. Ich wünsche mir, ohne Pannen durchzukommen und mich einigermaßen gut zu fühlen. Wenn ich am Ende 40. Werde ist das auch OK. Dann habe ich eine Erfahrung mehr im Körper. Das kumuliert sich, denke ich - Erfahrungen die man machen kann.
Das Schwimmen sollte angenehm werden, keine riesigen Wellen, vom Wind ist es mir egal. Von mir aus kann er volles Rohr blasen. Ist dann für alle gleich und wenn sie alle 5:30 Stunden Radfahren. Der Lauf wird dann netsprechend langsamer. Wenn es schnell auf dem Bike wird träume ich schon von einem 2:50er Marathon.

Als Taktik habe ich mir vorgenommen mein Rennen zu machen. Körperlich werde ich es mir gut einteilen. Immer gut trinken, lieber mal Abbremsen an der Verpflegung als durchzuballern. Hinterher muss man schauen, wie breit man ist. Man wird einfach müde von der Sonne, denlke ich. Die Muskeln tun nicht weh oder man ist auch nicht so richtig unterzuckert.
Am Alii Drive muss man den Rhythmus finden und dann schauen was nach vorne geht. Ich muss gucken, wie die Leute aussehen, die mir entgegen kommen. Dann wird an den Wendpunkten runtergezählt. Gut wäre es, unter den ersten 50 vom Rad zu kommen. So Gott will finde ich schnell in den Tritt. In der Hitze kann man manchmal kein 500 Meter laufen, weil man so zerstört ist…
Gerne möchte ich so ins Ziel kommen, dass ich den Pizza-Stand im Ziel leeressen kann. 2004 hat mich vor dem Lulus ja ein Auto abgeschossen. Trotz Verletzung bin ich gestartet, musste aber wegen der Schmerzen im Bein nach dem Halb-Marathon aussteigen. Da obenauf dem Highway habe ich gewartet und mir den dicksten Sonnenbrand geholt, weil ich da nicht wegkam.

3athlon.de:  Was machen die Sponsoren?
Max Longrée: Momentan steht eher Sachsponsoring an. Ohne  Carnipure oder Newton hätte ich keine Chancen die Kosten halbwegs zu decken. Man muss hart für Sponsoren Arbeiten. Ich kann nicht heulen, dass ich keine Sponsoren habe. Dann macht man was falsch oder ist einfach noch nicht so weit. Manche sind besser, haben aber weniger Unterstütziung. Gut verkaufen gehört halt dazu. Viele können sich nicht verkaufen. Die fahren 6 statt 4 Stunden, wie auf dem Plan vermerkt Rad. In den 2 Stunden kümmern sie sich nicht um das Office…

3athlon.de:  Hast Du eine Meinung zu den beiden letzten Hawaii-Siegern?
Max Longrée: Faris verkauft sich gut und ist wohl auch authentisch. Er kommt mit seiner Halb-Iraker Story und seiner lockeren Einstellung gut an. Aber er ist schon irgendwie ein „Freak“, positiv gesehen. Ich kenne aber beide nicht.  Normann Stadler ist der Prototyp eines Trathleten. Wer, wenn nicht er sollte das Mass aller Dinge darstellen? Ok, seine Beine sind etwas zu dick. Aber hey, da schreddert der den Bikerekord in Solofahrt klein und läuft noch eine erstklassige 2:55 Stunden zusammen. Da macht sich eine 2:46 eines McCormack doch eher bescheiden aus. Stadler zieht sein Ding durch, das imponiert mir. Ob er mit Rad oder zu Fuss gewonnen hat ist doch nach Zielschluss  egal. Er hat 2 x gewonnen, ist doch geil. Wer in Kona früher im Ziel ist, ist definitiv der bessere Triathlet…
(Kai Baumgartner)

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