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Kailua-Kona (Hi, USA) - Andrea Brede hat sich in den letzten 2 Jahren von der Nachwuchstriathletin zur gefürchteten Konkurrenz entwickelt. Umso überraschender, wenn man bedenkt, dass die Neu-Bielefelderin mit dem Schwimmen und Triathlon zum Abnehmen angefangen hat. Nach dem starken Sprintduell beim IRONMAN in Frankfurt sind auch die Erwartungen für den Auftritt in Kona gestiegen.

3athlon.de: Andrea, Du bist schon eine Weile auf der Insel. Wie lässt sich das Training an?
Andrea Brede: Es läuft ganz gut. Ich bin froh so früh hergekommen zu sein. Seit dem 22. September bin ich hier. Die Woche vorher war ich sehr,  sehr deprimiert. Ich konnte nicht trainieren, weil ich mir eine Zerrung geholt habe.

3athlon.de: Du konntest im letzten Jahr wegen einer Verletzung nicht an den Start gehen. Auch in diesem Jahr gab es unmittelbar vor dem Reiseantritt die Schrecksekunde. Was war los?
Andrea Brede: Auf der Bahn bin ich Intervalle gelaufen. Auf einmal ging nichts mehr. Da tat mir das rechte Bein weh und ich konnte nicht mehr weiterlaufen. Dachte zuerst an eine normale Verhärtung und bin als es nicht besser war zum Arzt gerast. Es wurde dann eine kleine Zerrung im Kernspin im rechten, hinteren Oberschenkel diagnostiziert.

3athlon.de: Dann haben wir ja schon den Grund für’s DNF.
Andrea Brede: Ja, genau. Muss man alles vorbereiten (lachend).

3athlon.de: Du wirst von Matthias Marquardt im Laufen betreut. Welche Umfänge hast Du die letzten Wochen realisiert und gab es nicht diesen einen Tag an dem gar nichts mehr geht?
Andrea Brede: Wir sind am Samstagabend angekommen und haben einen Riesenumfang in der Woche gemacht. Am Anfang stand eine lange Laufeinheit an und danach sollte ich direkt auf das Rad. Nach drei Stunden Radfahren war ich so fertig, dass ich froh war das Hotel zu sehen. Ich bin froh, dass es ohne Probleme ging. Die Woche zuvor bin ich ja nicht gelaufen. Das lief also super.

3athlon.de:  Wen hast Du Dir als Sparringspartner ausgesucht? Wer muss leiden, wenn Du die Kilometer schrubbst?
Andrea Brede: Jochen Dembeck aka Ultrajochen kommt auch aus Köln. Ich trainiere auch in Köln öfter mit ihm Rad. Er hatte mir erzählt, dass er sehr früh herfahren will. Da habe ich mich ihm angeschlossen. Da fragt sich nur, wer mehr leiden muss - ich glaube ich. Sonst wäre ich nie so früh nach Kona gefahren, sondern nach Lanzarote oder  so.

3athlon.de: Gestern am Pool von Kona Aquatics hat sich offenbart, dass Du noch nicht „so“ schrecklich lange im Geschäft bist. Mehrere kleine Trainingsgruppen waren anwesend und Du hast Dir die wichtigsten Protagonisten zeigen lassen.
Andrea Brede: Die waren alle soweit weg. Ich habe nur nochmal nachgefagt, ob es die wirklich sind. Viel habe ich noch nicht persönlich kennengelernt. Ich muss die Leute ja erst mal sprechen, bevor ich mir die merken kann.

3athlon.de:  Du analysierst aber schon die Konkurrenz vor allem die weibliche?
Andrea Brede: Nicht unbedingt. Man guckt sich schon die Startliste an, hier vor Hawaii. Das macht mein Freund für mich. Letztendlich kann  man es sich vorher eh nicht ausrechnen, auch wenn man weiss, wer da startet. Man hat aber keine Ahnung, wie die vorher trainiert haben. Jeder kann dann zusätzlich einen sehr guten oder schlechten Tag haben.

3athlon.de: Wenn die Analyse der Mitbewerberinnen kein Thema ist, welche Chancen rechnest Du Dir aus. Wie lautet die Marschtabelle und bist Du nicht etwas zu leicht für Big Island und die Mumuku-Winde?
Andrea Brede: Genau, ich habe jetzt ganz viele Ausreden. Ich bin zu leicht, habe eine Zerrung und will viel lieber nach Hause (lachend). Natürlich bin ich etwas leicht und wenn es sehr windig wird, wird es schon hart. Aber damit haben alle Frauen zu kämpfen. Ich hoffe gut vom Rad zu kommen und gut zu laufen. Eine Prognose ist schwer. Ich bin froh, wenn der Wettkampf da ist und endlich vorbei ist. Die Saison war lang und ich brauche mal eine Pause.

3athlon.de: Nicole Leder hat Dich in Frankfurt denkbar knapp geschlagen. Wie wichtig ist Dir die Revanche?
Andrea Brede: Die ist mir nicht so wichtig. Klar würde ich gerne vorne liegen. Wenn es wieder einen Sprint geben sollte, was ich nicht glaube würde ich schon gerne gewinnen. Kona ist ein neues Rennen und ich hoffe, dass ich daraus gelernt habe und das es nicht noch einmal passiert. Mir ist das nicht so wichtig. Schön ist es, wenn wir zeigen können, dass die Deutschen Frauen auch in Kona etwas weiter vorne landen können.

3athlon.de: Ebenfalls stark und gemeldet ist Katja Schumacher, Nina Kraft fühlt sich indessen nicht in ausreichend starker Form und tritt nicht an. Wie wichtig ist Dir das Prestigeduell, um den Platz der stärksten Deutschen? Bei den Herren schwelt diese interne Wertung latent mit…
Andrea Brede: Beste Deutsche wäre auch gut, aber Primärziel ist ein guter Platz.

3athlon.de: Erzähl unseren Lesern kurz von Dir. Du musst vor allem auf die Ernährung achten. Dein Gepäck muss bei dem Check-In doch mindestens 10 kg Übergewicht gehabt haben. Was packst Du in Deinen Koffer, wenn Du auf Reisen gehst?
Andrea Brede: Ich war diesmal ganz gut. Ich wusste, dass ich nicht viel haben darf. Ich musste schon für‘s Rad extra bezahlen. Ich habe mich zusammengerissen: in Kona gibt es genug Produkte ohne Gluten und Laktose. Allerdings habe ich meinen Lieblingskuchen mitgebracht.

3athlon.de: Der wäre?
Andrea Brede: Reiskuchen – gekauft…
(Kai Baumgartner)

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