Laubach – Bei optimalen äußeren Bedingungen wurde am vergangenen Sonntag, den 22.07., erstmals der Laubacher Sparkassen Duathlon im Luftkurort ausgetragen.
Start und Ziel befanden sich im Schlosspark, der eine tolle Kulisse für den Wettkampf darstellte. Der Laufkurs führte über den Schlosshof und den Marktplatz direkt durch die Innenstadt. Ein giftiger Anstieg auf dieser Runde war eine echte Herausforderung für die Teilnehmer. Die komplett abgesperrte und autofreie Radstrecke hatte es ebenfalls in sich. Drei anspruchsvolle Steigungen auf der 12km Runde verlangten nicht nur den Freizeitsportlern alles ab. Dies führte dazu, dass einige Athleten das Rennen zu schnell begannen und dann im weiteren Verlauf entkräftet aufgeben mussten. Die Athleten waren jedoch nach dem Wettkampf überaus angetan von dieser selektiven und „ehrlichen“ Streckenführung die einen „fairen und windschattenfreien“ Wettkampf garantierte.
Über 5km Laufen/24 km Radfahren/5 km Laufen wurde der Sprintduathlon ausgetragen. Hier gewann in ihrem ersten Duathlonwettkampf die Heuchelheimerin Simone Mandler in 1.37;04 Stunden vor Pamela Bremser aus Lahnau ( 1:41;03 Stunden ) und Anne Schmidt vom TSV Kirchhain ( 1:42;12 Stunden ). Simone führte gleich zu Beginn das Rennen an und gab die Führung bis ins Ziel, wo sie überschwänglich ihren Erfolg feierte, nicht mehr ab. 2008 wird sie wieder in Laubach am Start sein und versuchen ihren Erfolg zu wiederholen, dessen war sie sich bereits bei der Siegerehrung sicher.
Bei den Männern gewann Thomas Lindner, TSV Vaake, mit der Endzeit von 1:17;35 Stunden vor dem Hanauer Martin Kamb ( 1:28;08 Stunden ) und Donald Moszczynski ( TV Echzell ), der nach 1:29;53 Stunden das Ziel im Schlosspark erreichte. Mit der jeweiligen Tagesbestzeit in den einzelnen Teildisziplinen war Thomas der verdiente und deutliche Sieger des Rennens.
Hessische Meisterschaft über die „Lange Strecke“
Über die Langdistanz von 10 km Laufen/60 km Radfahren/10km Laufen wurden neben der Gesamtwertung auch der Titel des Hessenmeisters vergeben.
Nach dem Start bildeten sich schnell drei Gruppen. In der ersten befanden sich Jost Julian Rumpf vom Laufteam Würzburg und Claudius Pyrlik ( Triathlon Team Giessen ). Beide übernahmen wechselnd die Führung ehe sich Pyrlik auf dem letzten Kilometer leicht absetzen konnte und als Erster in die Wechselzone lief. In der Verfolgergruppe folgten mit einem Abstand von bereits über einer Minute der Jenaer Thomas Peto, Marc Phillip Prins( DSW 12 Darmstadt ) und Andreas Heimel von der RSV Osthelden. Eine weitere Minute dahinter folgten der Frankfurter Johannes Moshof, Patrick Loeb ( ASV Duisburg ) und Holger Schill vom EJOT Team Buschhütten.
Nach der ersten von fünf zu fahrenden Radrunden hatte Pyrlik sich abgesetzt und die alleinige Führung inne. Diese konnte er auch bis KM 30 behaupten, ehe Thomas Peto an ihm vorbeizog. Der 25 jährige von Triathlon Jena zeigte eine beeindruckende Radleistung und konnte sich bald von Pyrlik lösen der seinen 2.Platz behaupten konnte sich aber in der letzten Radrunde gegen den stetig aufholenden Prins wehren musste. In der Wechselzone hatte Peto bereits einen Vorsprung von 3.15 min. vor Pyrlik, 15 Sekunden später Marc Phillip Prins. Auf Position 4 und 5 lagen Schill und Loeb vor dem Gießener Matthias Nickel und Johannes Moshof. Während Peto ungefährdet seine Führung ausbaute und seine Ausnahmestellung an diesem Tag untermauerte, hatte sich Pyrlik in der ersten Runde weiter mit Prins auseinander zu setzen. Die beiden trennten nach wie vor gerade mal 20 Sekunden ehe der Limburger Prins das Rennen aufgab. Damit konnte auch Pyrlik ungefährdet seinen 2. Platz behaupten während der stark laufende Loeb sich den 3. Platz sicherte.
Alexandra Behrens demonstriert Stärke
Im Frauenfeld demonstrierte Alexandra Behrends vom DSW 12 Darmstadt von Beginn an, dass nach der krankheitsbedingten Absage von Claudia Hille der Sieg nur über sie gehen konnte. Zur Überraschung aller konnte ihr die für die TSG Eppstein startende Christine Rausch beim ersten Lauf Paroli bieten und lief zeitgleich mit Behrends in die Wechselzone. Eine Minute später folgte Steffi Loeb vom Krefelder Kanu Klub. Auf Platz 4 lag zu diesem Zeitpunkt die Giessenerin Tanja Hohmann. Mit deutlicher Tagesbestzeit setzte sich Alexandra von ihrer Konkurrentin auf der selektiven Radstrecke ab und hatte bereits am Ende der zweiten Disziplin 6 Minuten Vorsprung. Auf Platz zwei beendete Rausch das Radfahren, zwei Minuten später folgte Loeb vor Hohmann. Da die Abstände bereits zu diesem Zeitpunkt deutlich waren änderte sich bis ins Ziel an dieser Reihenfolge nichts mehr.
Sprint-Duathlon dezimiert sich selbst
Pech hatten hingegen die Plätze 2 bis 5 im Sprint-Duathlon. Die vierköpfige Verfolgergruppe hatte bereits in der ersten von zwei zu absolvierenden Runden eine Markierung übersehen und damit rund 200 Meter abgekürzt. Einigen Athleten ist dieses Mischgeschick sogar in der Folgerunde passiert. Die Disqualifikation folgte nach dem Rennen, obwohl sogar manche Athleten in der zweiten Runde den Fehler bemerkten und rechtzeitig zurückliefen, um auf die Originalstrecke zu gelangen. Die Reaktionen der Betroffenen sind unterschiedlich und reichen von Verständnis, über Selbstkritik aber auch Kritik an zu harschen Kampfrichterentscheidungen und fehlender Streckensicherung durch einen Posten oder Absperrband. Der Veranstalter hat den 4 betroffenen Athleten aber einen vergünstigten Start für das nächste Jahr angeboten.
Stimmen zur Disqualifikation
Claudius Pyrlik (Veranstalter und selbst gestartet): „Es war ein Führungs-MTB direkt vor diesen Läufern. Pfeile waren ebenfalls an dieser Stelle. Wettkampfrichter haben den Vorfall live verfolgt. Die Streckenpläne haben klar ausgewiesen: Hinweg = Rückweg. Es gab sonst auch keine Probleme. An dieser Stelle nicht und auch sonst an keiner Stelle. Ich habe die Jungs angeschrieben u. Ihnen einen Startplatz für 2008 für die Hälfte angeboten."
Dirk Butzmann (3athlon.org): „Ich habe zwar an der Langstrecke teilgenommen, die Diskussionen der Sprinter aber mitbekommen. Die Radstrecke war komplett gesperrt und gut abgesichert. Sowohl in der Ausschreibung auf der Seite als auch bei Wettkampfbesprechung wurde nicht auf die Streckenführung eingegangen. Die Karten auf der Seite waren nicht so lesbar. Grad auf der Laufstrecke kam es wohl deshalb dazu, das einige Teilnehmer disqualifiziert wurden, weil sie aus Streckenunkenntniss abgekürzt haben.“
Adrian Gulz (3athlon.org): „Die Disqualifikation war schon gerecht, der Fehler lag eindeutig bei uns. Ich habe mich beim Laufen an den Vorderman gehalten, der wiederum an den Läufer vor ihm, wie er mir später im Ziel erzählte. Dabei waren schon beim Laufen die Abstände ziemlich groß. Der Athlet vor mir hatte ca. 20 sekunden Vorsprung, hinter mir habe ich keinen gesehen und so gut kenne ich mich in Laubach nicht aus. Kurz nach Kilomter 4 hätten wir rechts den Weg in den Schlosspark nehmen sollen, dummerweise sind wir gerade aus gelaufen und auf der Radstrecke gelandet, die sind wir dann bis zur Wechselzone gelaufen.
Das wir disqualifiziert werden war mir schon beim Radfahren klar, der Wettkampfrichter hat es im Ziel bestätigt. Hart aber gerecht. War trotzdem eine schöne Veranstaltung, die Laufstrecke hat es schon teilweise in sich und die Radstrecke erst recht. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei, verlaufen werde ich mich.“
Frank Nispel (TSV Krofdorf Gleiberg): „Klar haben wir ca. 200 m einen anderen Weg eingeschlagen. Laut Wettkampfgericht haben wir damit die Wettkampfstrecke verlassen, was laut Sportordnung eine Disqualifikation rechtfertigt. Auf der zweiten abschließenden Laufstrecke bin ich am gleichen Punkt wieder geradeaus gerannt, bin aber nach ca. 50m von einem Feuerwehrmann darauf aufmerksam gemacht worden und konnte umdrehen, um dann auf die an dieser Stelle für mich eindeutig unzureichend markierte Wettkampfstrecke zurückzukehren.
Ein bisschen Fingerspitzengefühl bei breitensporttreibenden Altersklassensportler gehört als Triathlondienstleister allerdings dazu. Zudem hat sich die gesamte Spitze des Feldes verlaufen, mit Ausnahme des Führenden. Schaut man auf die Abstände im Ziel, der disqualifizierten Plätze 2. bis 5. Platzierten, griff unsere Abkürzung zu keinem Zeitpunkt in den Rennausgang ein. Das Rennen war nach der ersten Radrunde, nach Zeitabständen entschieden...meine Lösung wären Zeitstrafen gewesen...Ein eingelegter Widerspruch gegen diese Entscheidung wurde sowohl vom Wettkampfrichter, als auch vom Veranstalter nicht angenommen und ignoriert.“
Siegerehrung und Ausblick
In würdigem Rahmen wurden anschließend auf der Schlossparkbühne die Siegerehrungen vorgenommen. Bürgermeister Spandau zeigte sich begeistert von dem Wettkampf und dankte den vielen Helfern des THW Grünberg, der Feuerwehr Laubach des DRK Laubach und dem first wave Helferteam für ihre Arbeit und versprach den Zuschauern und Teilnehmern eine weitere Unterstützung der Veranstaltung von Seiten der Stadt. Herr Kraus von der Sparkasse Laubach machte deutlich, dass eine solche Sportveranstaltung ohne die Hilfe von Sponsoren nicht möglich wäre.
(Claudius Pyrlik, Kai Baumgartner)
Ergebnisse
1. Laubacher Duathlon mit Hessischer Meisterschaft, 21.07.2007
Sprint
1. Lindner Thomas TSV Vaake 01:17:35
2. Kamb Martin BSV Hanau 01:28:08
3. Moszczynski Donald TV Echzell 01:29:53
1. Mandler Simone Heuchelheim 01:37:04
2. Bremser Pamela AS Lahnländer Lahnau 01:41:03
3. Schmidt Anne TSV Kirchhain 01:42:12
Langstrecke
1. Peto Thomas Triathlon Jena 02:48:03
2. (1. HM) Pyrlik Claudius Triathlon Team Giessen 02:53:11
3. Patrick Loeb ASV Duisburg 02:54:17
4. Holger Schill EJOT Team Buschhütten 02:55:48
5. (2. HM) Moshof Johannes Skills 04 Frankfurt 02:56:05
6. (3. HM) Nickel Matthias Triathlon Team Giessen 02:57:20
1. (1. HM) Behrens Alexandra DSW Darmstadt 03:11:22
2. (2. HM) Rausch Christine TSG Eppstein 03:17:29
3. Loeb Steffi Krefelder Kanu Klub 03:22:12
4. (3. HM) Hohmann Tanja Tri Team Gießen 03:39:52
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