Oberhausen - Jetzt ist er also wiederbelebt worden, der für tot befundene Emscher-Nachttriathlon.
2001
Unter einem guten Stern stand diese Veranstaltung in NRW in ihrer sechsjährigen Geschichte, in der es nur zwei Austragungen gab, bislang nicht. Mitte September 2001 musste die Premiere wenige Tage vor dem Startschuss abgesagt werden.
Als Grund wurden damals die Terroranschläge des 11. September vorangestellt. Einige verpflichtete Top-Athleten hätten aus Übersee nach Gelsenkirchen anreisen müssen, was aufgrund der Ausfälle und Unregelmäßigkeiten in den Flugplänen unmöglich wurde.
2002
Ein Jahr später fand der Nachttriathlon dann zum ersten Male statt, und das mit der Betonung auf „Nacht“. Startzeiten um 21 Uhr bedeuteten für die Athleten schon die absolute Dunkelheit beim Schwimmen. Eine mangelhafte bis fehlende Beleuchtung auf der Radstrecke sorgte für eine große Unsicherheit und einige prekäre Situationen. Zum Glück ging beim Blindflug damals alles glimpflich ab.
2004
Die als Veranstalter auftretende Emschergenossenschaft, die auf die Klär- und Renaturierungsmaßnahmen des einst völlig verschmutzten Flusses aufmerksam machen wollte, verordnete sich und seinen beauftragten Organisatoren anschließend eine Denkpause bis zum Jahr 2004. Die zweite Auflage fand dann wieder Mitte September mit einem fast unveränderten Rezept statt: Eine kleine Gruppe eingekaufter Spitzentriathleten aus deutschen Landen tritt gegen einige eingekaufte internationale Größen unter viel Brimborium an. Darunter mischen sich dann wenige Hundert startgeldzahlende Breitensportler.
Man sorgte diesmal zwar für eine ansprechende Sicherheits-Beleuchtung der Strecken, die zusammen mit den ausgelassenen Zuschauern für eine prächtige Stimmung sorgte. Trotz des guten Umfeldes schafften es die Organisatoren aber erneut nicht, die Veranstaltung in einem positiven Licht ausklingen zu lassen, im wahrsten Sinne des Wortes. Eine schlampige Vorbereitung insbesondere bei der Startunterlagenausgabe, die dadurch notwendige Startverschiebung und das um 24 Uhr oberhalb des letzten Laufstreckenabschnittes gestartete Feuerwerk nach der Siegerehrung der Top-Athleten sorgten für chaotische Zustände.
Schimpfende Läufer auf der gesperrten Strecke und verzweifelte Kampfrichter wurden so die Opfer einer unterm Strich miserablen Zeitplanung und Kommunikation. Und die nicht triathlongeschulte Emschergenossenschaft stand am Ende wieder dumm da, musste den am Finishen gehinderten Athleten das Startgeld zurückzahlen und war zum zweiten Mal von den Organisatoren ausgenutzt worden, denen sie eine Summe X als Budget zur Verfügung gestellt hatte. Angesichts dessen was dann dafür geleistet wurde, liegt die Vermutung nicht fern, das dabei ein Satz wie „Den Rest könnt Ihr behalten!“ gefallen sein könnte.
2007
Einige Lehren hat man aus den Fehlern von damals gezogen. Die Organisation für die am 8. September geplante dritte Auflage wurde an private Firmen aus dem Sport- und Eventmanagement übergeben, und nicht mehr an einen Triathlonverein mit hohem Etat und eigennützigen Zielen. Auch der neue Veranstaltungsort am Centro Oberhausen bietet ein besseres Umfeld. Weiterhin aufdringlich und nervig ist das in der heutigen Zeit anscheinend für notwendig erachtete Getöse, welches im Rahmen der Kommunikation in den Medien inszeniert wird. Eine wirklich gute Veranstaltung braucht diese Schaumschlägerei nicht. Und auch der malade Zeitplan, das wichtigste überhaupt bei einem Triathlonrennen wurde nicht verändert. Wieder wird der Startschuss nach der Dämmerung abgegeben. Man macht sich mit der Terminfindung nicht mal den Erdtrabanten zum Freund, denn drei Tage später ist Neumond. Dafür will man dann lieber wieder ein Feuerwerk zünden, Ausgang ungewiß.
Fazit und Ausblick
Eine Abendveranstaltung kann eine tolle Sache sein, wie es die Stadtlohner Ende der 90er Jahre bewiesen. Sie wussten, dass das Wort Nachttriathlon nicht wörtlich genommen werden darf. Schwimmen und Radfahren gehören allein aus Sicherheitsgründen ans Tageslicht. Außerdem würde man die hohen Kosten einer aufwendigen Beleuchtung einsparen und für andere wichtige Dinge, die für eine gute Veranstaltung förderlich sind verwenden können. Eine tiefstehende Sonne sorgt gerade im Spätsommer für ein wunderbares Licht und ein Lauf in der Abenddämmerung für einen stimmungsvollen Ausklang. Soll der Emscher-Nachttriathlon endlich eine Bereicherung für den Rennkalender werden, dann gehört er entweder vom Tageszeitpunkt her nach vorne gezogen oder in den Hochsommer. (Robert Stabrey)
Links
Diskussion im Forum

&i=Polar-Look-Keo-Power-2.jpg&w=65&h=65&cw=65&ch=65)


