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München - Als amtierender Weltmeister im IRONMAN Triathlon muss sich der Münchener Faris Al-Sultan beim Spec-Savers IRONMAN South Africa das erste Mal ernsthafter Konkurrenz auf der Königsstrecke stellen. Grund für 3athlon.de nach dem aktuellen Befindlichkeiten zu fragen.

3athlon.de: Faris, wie weit ist der Sieg von Kona verblasst? Ist er noch täglich präsent?
Faris Al-Sultan: Ab und zu werde ich schon noch daran erinnert.

3athlon.de: Du träumst also nicht in der Nacht von Krämpfen auf dem Rad, verpassten Verpflegungsstationen und der Angst vor Peter Reid im Zielkanal?
Faris Al-Sultan: Nein, davon träume ich nicht.

3athlon.de: Eine Frage, die immer wieder aufkommen wird ist die Frage inwieweit sich das Leben geändert hat. Gilt noch immer, dass es zu Hause am Schönsten ist?
Faris Al-Sultan: Wenn es nicht gerade 8 Meter Neuschnee gibt sondern die Sonne scheint schon.

3athlon.de: Wie hat sich der Sieg im Bereich der Sponsoren geäußert? Gibt es neue Unterstützung?
Faris Al-Sultan: Nicht viel, Power Bar, Continental und Oakley sind dazugekommen, wobei das natürlich feine, aber kleine Sponsoren sind.

3athlon.de: 2006 bleibst Du weiterhin Deinem Radsponsor treu. Du hast allerdings ein neues Modell mit gänzlich anderer Geometrie. Wie kommst Du damit zurecht?
Faris Al-Sultan: Wir arbeiten daran, ich fahre seit 1997 einen 78er Sitzrohrwinkel, da ist jede Umstellung äußerst heikel und der Testprozess noch nicht abgeschlossen.

3athlon.de: Die Amerikaner assoziieren mit Triathleten aus Deutschland vor allem Trainingsfleiß, Technikverliebtheit und pure Radpower. Siehst Du Dich in der Tradition guter Radfahrer?
Faris Al-Sultan: Naja, ich bin sicher kein schlechter Radfahrer, das Ideal, das ich anstrebe ist aber immer noch der komplette Triathlet, der alle drei Disziplinen beherrscht. Ich sehe mich aber schon in der Tradition von Dittrich, Zäck und Hellriegel, die sicher hart und viel trainieren und von denen ich gelernt habe.

3athlon.de: Wie wichtig ist es für Dich mit Herzfrequenzmessung, Laktat und Kraftaufnahmegeräten beim Radfahren zu arbeiten?
Faris Al-Sultan: Also dazu ist zu sagen, dass Athleten ohne Pulsmesser oder SRM Hawaii gewonnen haben aber die Technik stellt natürlich eine große Hilfe dar.

3athlon.de: Du bist sicher einer der wenigen Athleten, die man bereits anhand des Laufstils auf 1,5km Entfernung erkennen kann. Bist Du schon immer so gelaufen? Was sagen Spezialtrainer aus dem Laufbereich und z.B. Othopädiespezialisten Deines Schuhsponsors dazu? Gibt es Pläne den kraftintensiven Stil zu ändern?
Faris Al-Sultan: Meinen Schuhsponsor interessiert in erster Linie dass ich schnell bin und mich in den Schuhen wohl fühle, beides ist gegeben. Den Laufstil zu ändern ist ebenfalls ein äußerst heikles Unterfangen und nach einem Hawaiisieg stellt sich diesbezüglich auch die Sinnfrage.

3athlon.de: Du verbringst Phasen der Vorbereitung in den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten. In den USA warst Du in Arizona und San Diego. Was hast Du dort trainieren können? Welche weiteren Aktivitäten standen auf dem Programm?
Faris Al-Sultan: Ich war im Windkanal zum Aerodynamiktest und beim Competitor Awards Dinner. Das Training in den USA war dadurch und die damit verbundene Fahrerei natürlich etwas gehemmt.

3athlon.de: Du hast also vor allem in den VAE vernünftig trainieren können und am Wochenende steht noch mit einem kleinen Duathlon eine abschließende Intensitätseinheit auf dem Programm. Auf einer Skala von 1-10 beschreibt welche Zahl den aktuellen Formstand?
Faris Al-Sultan: 8

3athlon.de: Die Medien und Fans erwarten in Süd Afrika einen Start-Ziel-Sieg von Al-Sultan. Was erwartest Du selbst?
Faris Al-Sultan: Schwimmen wird voraussichtlich mittelgut, beim Radfahren und Laufen ist die Grundlage gut, die Tempohärte fehlt bei beidem noch etwas und es gibt noch ein Kraftdefizit auf dem Rad.

3athlon.de: Wie stark ist also die Konkurrenz bei diesem IRONMAN?
Faris Al-Sultan: Mit Raynard Tissink und Rutger Beke (Anm. d. Red. Beke hat seinen Start am 13. März wegen einer Laufverletzung zurückgezogen) sind zwei Top-Ten Hawaii-Finisher am Start, das Feld ist also gut.

3athlon.de: Das nächste Highlight ist für Dich die Challenge in Roth. Wie hungrig bist Du auf einen Sieg dort? Wie kannst Du damit leben, dass versucht wird vom Veranstalter noch 1-2 Profis nachzuholen. Der Spanier Fancisco Pantano (9. IRONMAN Hawaii 2005), ein schneller Schwimmer und konkurrenzfähiger Radler und Läufer ist z.B. im Gespräch. Dazu kommt Landsmann Eneko Llanos Burguera, der allerdings den zuvor geplanten IRONMAN Lanzarote verkraften muss.
Faris Al-Sultan: Konkurrenz belebt das Geschäft und ich möchte natürlich sehr gerne gegen ein gutes Feld gewinnen.

3athlon.de: Wenn Du in Roth nicht gewinnen solltest, trittst Du 2007 erneut dort an? Wie verhält es sich bei einem Sieg?
Faris Al-Sultan: Das habe ich noch nicht entschieden.

3athlon.de: Deine Auftritte verbindet man mittlerweile mit der Bayerischen Flagge und den blau-weißen Farben. Wie wichtig ist Dir diese Symbolik? Wie wichtig ist es Dir die Region, mit der Stadt München eine Großstadt und einen starken Wirtschaftsraum zu vertreten.
Faris Al-Sultan: Ich würde München auch vertreten wenn es wirtschaftlich weniger stark wäre, wobei man es natürlich lieber hat, wenn die Heimatregion prosperiert.

3athlon.de: Was ist Deine Lieblingsfarbe?
Faris Al-Sultan: Schwarz

3athlon.de: Eine Frage, die sich viele weibliche Fans stellen: Gibt es eine Frau in Deinem Leben? Mütter, Omas und Tanten natürlich nicht eingerechnet.
Faris Al-Sultan: Nein.

3athlon.de: Wir danken für das Gespräch und wünschen für das bevorstende Rennen viel Kraft auf dem Rad...

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