Alcudia - Mallorca hält offenbar nicht immer, was es verspricht. Wie die Radfahrer im Frühjahr in den vergangenen Jahren stets durcheinander gewindet wurden, erlebten auch die Teilnehmer des 2. Balearman ein recht unangenehmes Wetterchaos. Da spielte nur eine untergeordnete Rolle, dass die Organisation rund um das wiederbelebte Rennen nicht gerade perfekt passte. Aus deutscher Sicht war das Rennen auf der Balearen-Insel indes ein nationaler Event. Die ersten Männer hießen René Goehler, Jan Raphael und Daniel Mueller, bei den Frauen setzte sich Ines Estedt souverän gegen die Konkurrenz durch.
Den meisten der gut 200 Teilnehmer lag bei dem Mitteldistanz-Rennen über 2,5 Kilometer Meeresschwimmen, 83 Kilometer Radfahren und etwa 23 Kilometer Laufen daran, überhaupt die Ziellinie gesund zu erreichen. Denn aufgrund des just am Rennmorgen einsetzenden, massiven Dauerregens nach langer Trockenheit verwandelten sich die mallorquinischen Strassen in glatte Bahnen. Zudem lief das Wasser nicht mehr ab, und auf dem Rad gestaltete sich der Balearman zu einer Art Wassertreten mit Veloeinsatz. Nicht einmal 150 Akteure erreichten denn auch das Ziel im Hafen von Alcudia.
Schwimmen und Radfahren
Bei den Männern setzte sich früh ein Trio ab, das nach dem Schwimmstart sofort das Tempo bestimmte. Die beiden Bundesliga-Athleten Raphael und Göhler sowie der in Deutschland als früherer Witten-Akteur bekannte Xavier Llobet schwammen der Konkurrenz auf dem Zwei-Runden-Kurs auf und davon. Auf dem Rad harmonierte diese Gruppe zudem und brachte immer mehr Abstand zwischen sich und den zu Rennbeginn folgenden Vierten, Christoph Streiss, der jedoch nach einem Raddefekt früh jede Hoffnung auf einen Toprang aufgeben musste. Mit mehreren Minuten Vorsprung erreichte Raphael als Erster die Wechselzone nach dem von Windböen und teils fußhohen Wassermassen irregulär gewordenen Radpart. Und der Hansgrohe-Starter konnte sich seiner Sache schon zu diesem Zeitpunkt recht sicher sein, denn Llobet hatte bereits zuvor angekündigt nur hart mitfahren zu wollen, aber nicht mehr auf den Laufkurs zu gehen. "Es war ein Testrennen", sagte er.
Entscheidung auf der Laufstrecke
Für den Sieger Göhler wurde es zu einem ebensolchen Wettbewerb, denn er konnte nach einem Reifendefekt kurz vor Ende des Radkurses einmal ausprobieren, wie es sich auf plattem Hinterrad in die Wechselzone fahren laesst und sich dann ein Vollgas-Lauf anlaesst. "Ich bin nur gerutscht auf dem platten Reifen", erklaerte Göhler, der langsam Richtung dritter Disziplin rollte, dann aber um so mehr aufdrehte. "Beim Laufen habe ich gleich richtig Druck gemacht", sagte Göhler, dem zugute kam, dass Kollege Raphael immer langsamer wurde. "Ich bin richtig hochgegangen", erklärte er. Es lag auch daran, dass der Veranstalter entgegen seiner noch am Vorabend geäußerten Absicht, zwei Verpflegungsstellen beim Laufen mit isotonischen Getränken auf einer Runde von gut sieben Kilometer nur eine Stelle mit Wasser bereit hielt. "Für mich war das zu wenig", erklärte Raphael. Es ging nahezu allen Teilnehmer so, zumal riesige Pfützen für einen muskulär äusserst anstrengenden dritten Part sorgten. Schließlich war die Bandbreite gezeigter Leistung beim Balearman recht groß, der Sieger benötigte 4:05:20 Stunden, der Letzte knapp 7 Stunden.
Ines Estedt mit One-Woman-Show
Bei den Frauen glänzte die Neubrandenburgerin Ines Estedt, obwohl auch ihr das Verpflegungs-Manko beim Laufen offenkundig missfiel. In 4:41:37 kam sie im Bereich der ersten 20 des Gesamteinlaufs ins Ziel und distanzierte die Daenin Julie Bollerop-Hansen um vier Minuten. Manuela Dierkes wurde gute Dritte des sportlich starken Balearman, der organisatorisch aber auch nach der zweiten Auflage noch enorm zulegen muss.
Ergebnisse
Balearman 2005: 2,4 km Swim, 81 km Bike, 22,2 km Run
17.09.2005, Alcudia (Mallorca, ESP)
Damen
1. Ines Estedt (GER) 4:41:37
2. Julie Bolllerup Hansen (DAN) 4:45:33
3. Trudy Brown (IRE) 4:51:33
4. Manuela Dierkes (GER) 4:57:12
5. Stefanie Borchers (GER) 5:07:52
Herren
1. Rene Göhler (GER) 4:05:20
2. Jan Raphael (GER) 4:06:28
3. Daniel Müller (GER) 4:11:33
4. Steffen Hartig (GER) 4:16:41
5. Rolf Lautenbacher (GER) 4:16:58
(Volker Boch, Kai Baumgartner)

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