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3athlon: Dirk Bockel, um sie war es nach der gescheiterten Olympiaqualifikation für Athen ziemlich ruhig. Was ist nach den letzten Rennen in Mazatlan geschehen?
Dirk Bockel: Ich musste mich 2 Wochen fast ausschließlich auf meinen Studiumsabschluss konzentrieren, dann kam sofort der Umzug nach Deutschland (ich war ja fast 3 Jahre in den Staaten), direkt nach der Ankunft in Deutschland bin ich dann auf ein Grand Prix Rennen in Dunkerque gefahren (8. Platz). Nur wenige Tage später ging es gleich für eine Weile nach Font Romeu (Franz. Pyrenäen) um sportlich wieder richtig einsatzfähig zu werden.

3athlon: Wir groß war die Enttäuschung, dass der Zug Olympia abgefahren ist?
Dirk Bockel: Die Chancen standen natürlich sehr schlecht, nachdem die Kriterien auf ganz bestimmte Athleten zugeschneidert waren, und alle anderen somit nur noch Außenseiterchancen hatten. Klar war ich enttäuscht, ich dachte ich kann es schaffen, aber ich bekam ja nicht einmal die gleiche Chance wie alle anderen bei der EM zu starten, dort gingen ja alle Plätze auf einmal weg! So ist das halt.

3athlon: Ein letztes Wort zu Olympia. Wie hoch sind die Chancen der Olympioniken auf einen Medaillenplatz? Wer wird die beste deutsche Platzierung (overall) holen?
Dirk Bockel: Also ich traue den Deutschen schon einiges zu, jedoch sind einige bei diesen bergigen Strecken nicht immer ganz Top, ich freue mich auf das Rennen und drücke ihnen die Daumen. Die beste Platzierung wird denke ich „Reli“ (Anm. d. Red. Adreas Raelert) machen.

3athlon: Schwenken wir nach England. Beim Half-UK stehen auch Craig Walton, Spencer Smith und Miles Stewart auf der Startliste. Können Sie eine Einschätzung geben, wo Sie gegenüber diesen Athleten Stärken oder Schwächen haben?
Dirk Bockel: Ja, wenn ich das so wüsste könnte ich besser taktieren, aber leider weiß ich das auch nicht genau. Es ist ein verdammt gutes Feld am Start und ich will einfach mal die Langdistanz Jungs etwas ärgern und schauen wie ich damit zu Recht komme. Klar wird’s mir etwas schwindelig wenn ich die großen Namen höre, aber ich brauche mich nicht zu verstecken. Ich bin in einer Superform und wenn ich weit vorne im Schwimmen raussteige und dann gleich losfahre sind die anderen im Zugzwang... einfach mal schauen.

3athlon: Ein Qualifikationsplatz ist also möglich?
Dirk Bockel: Möglich ist alles, ich denke jeder der an den Start geht ist fit und Chancen haben einige, Miles Stewart, Bryan Rhodes, Loddl, Spencer, aber auch ein Rich Allen usw. können weit vorne sein. Ich habe mir viele Gedanken gemacht wegen Hawaii. Ich werde die Entscheidung um einen möglichen Start erst nach der Quali treffen.

3athlon: Lothar Leder sieht sich selbst nicht unbedingt als Qualifikant für Hawaii. Beruhigt Sie diese Aussage oder vermuten Sie einen Bluff des Altmeisters?
Dirk Bockel: Er ist ein schlauer Fuchs, er weiß genau was ihn bei welchem Wettkampf erwartet. Er würde nicht starten wenn er keine Chance sieht. Ich denke er spielt wie immer eine große Rolle, auch wenn er nicht in Topform ist.

3athlon: Mit welcher Renntaktik müssen die Leser von 3athlon von Ihnen rechnen? Werden Sie versuchen mit Craig Walton im Wasser und vor allem auf dem Rad mitzugehen
Dirk Bockel: Wie angedeutet, werde schon im Wasser Gas geben und mal sehen ob ich Craig halten kann, mit Neo und viel Glück besteht eine Chance. Ich habe speziell auf dem Rad viel getan und an manchen Tagen fahr ich wie auf einem Moped rum, wenn ich einen solchen erwische, bin ich dabei! Es kann aber auch sein, dass ich zwischen Craig und der Gruppe hänge und dann muss ich mich entscheiden ob ich fahre oder warte...das hängt aber auch von der Zeit ab.

3athlon: Wie hoch ist der Trainingseinsatz für diesen Qualifier gewesen? Wieviele Stunden trainiert Dirk Bockel?
Dirk Bockel: Es ist ja fast immer das gleiche etwas Schwimmen, a bissl Rad und dann noch etwas Laufen. Hahah Wie immer musste ich im Trainingslager viel Laufen, habe aber auch die eine oder andere längere Radeinheit gemacht. Schwimmen ist so wie immer!

3athlon: Diese Informationen sind also noch geheim. Gesetzt den Fall, die Qualifikation haut hin, wie sieht die weitere Saisonplanung und Vorbereitung auf Hawaii aus?
Dirk Bockel: Wie gesagt, mal sehen. Ich habe noch ein volles Programm. Ich werde noch ein Rennen in Belgien machen, dann den Weltcup Hamburg, das Grand Prix Finale in La Baule, den Weltcup in Madrid und dann noch die franz. Clubmeisterschaften zum Abschluss.
Hamburg und der Rest der Planung hängt natürlich von der DTU ab. Wie ihr bestimmt schon gesehen habt werde ich dort für meine neues Land Luxembourg an den Start gehen, die DTU möchte mich aber erst danach freigeben.

3athlon: Wie kommt es zu dem Wechsel?
Dirk Bockel: Das ist die Summe der letzten Jahre. Mal sehen, in Athen werden Gespräche geführt und dann werden wir sehen. Es gibt wie immer eine Person die mir die Sportkarriere verderben will, denn der Wechsel wäre eigentlich schon perfekt gewesen.....mehr dazu später auf meiner Homepage.

3athlon: Harte Worte mit viel Verbitterung, aber ist ein Wechsel nicht an das Kalenderjahr gebunden? Unsere Leser werden die Story sicher weiterverfolgen. Ihr Tipp für die Top 3 der Damen und Herren bei der Mutter aller Triathlonrennen?
Dirk Bockel: Ich tippe auf deBoom, vor einem Deutschen. Bei den Frauen wird es Natascha vor Kraft richten.

3athlon: Wir danken für das Gespräch und wünschen Ihnen viel Glück.
(Kai Baumgartner)

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