Joelle Franzmann konnte das Rennen der Damen über weite Strecken mit bestimmen. Die bereits mit olympischem Schwimmergold dekorierte US-Amerikanerin Sheila Taormina entstieg mit großem Vorsprung der Hafenbucht von Funchal, dahinter konnte sich Joelle Franzmann in einer zehnköpfigen Verfolgerguppe platzieren und die Führende nach der halben Raddistanz einholen.
Taomina sprintet zum Sieg
Beim Laufen machten sich Sheila Taormina, ihre Landsfrau Laura Reback
und die Australierin Loretta Harrop auf und davon. Zuerst musste Reback
abreißen lassen, später konnte Harrop dann dem fulminaten Endspurt
Taorminas nichts entgegensetzten. Die Amerikanerin gewann auf Madeira
ihren ersten Weltmeistertitel und qualifizierte sich damit für das
US-Olympiateam in Athen.
Von Platz fünf auf Rang vier
Joelle Franzmann konnte im Endspurt die frisch gebackene Europameisterin
Vanessa Fernandez aus Portugal auf Distanz halten. Ich musste um
diesen vierten Platz viel mehr kämpfen als um den fünften im
Vorjahr, sagte Franzmann. Jetzt freue ich mich auf die Vorbereitung
auf Athen. Ich werde auf dem Weg dorthin noch beim ITU-Punkterennen in
den Niederlanden, bei den Deutschen Meisterschaften und bei einem oder
zwei Weltcuprennen starten.
Drei Startplätze bei den Frauen
Anja Dittmer, die auf dem Rad in der zweiten Verfolgergruppe vergeblich
den Anschluss suchte, finishte auf Platz 12, Christiane Pilz wurde 26.
und Ricarda Lisk 38. Pilz war mit dem Ziel einer Platzierung unter den
ersten 15 und damit der Qualifikation für die Olympischen Spiele
angetreten. Deutschland hat nach diesem Rennen drei Startplätze
in Athen sicher. Wir werden Christiane nach dem vierten Platz bei der
Europameisterschaft vor drei Wochen dennoch beim NOK für Athen vorschlagen,
sagte DTU-Sportdirektor Rolf Ebeling. Das NOK entscheidet auf seiner Nominierungssitzung
am 4. Juni in Berlin endgültig über die deutsche Olympiamannschaft.
Bevan Docherty vor Ivan Rana
Im Rennen der Herren fiel die Entscheidung erst auf den letzten Metern,
als sich der Neuseeländer Bevan Docherty im Endspurt gegen den sichtlich
enttäuschten Spanier Ivan Rana durchsetzten konnte. Dritter wurde
der Kasache Dimitry Gaag.
Deutsche Herren nur Mittelmaß
Die deutschen Herren mussten drei Wochen nach der erfolgreichen Europameisterschaft
und Olympiaqualifikation in Valencia feststellen, dass sich zwei Wettkampfhöhepunkte
in einem so kurzen Abstand bei der hohen Leistungsdichte im Elitetriathlon
nicht vertragen. Maik Petzold finishte als bester Deutscher auf Rang 22,
Andreas Raelert wurde 33. und Daniel Unger beendete das Rennen erschöpft
auf Platz 48.
Ich habe auf der Laufstrecke gleich gemerkt, dass die Spritzigkeit von der Europameisterschaft heute nicht da ist, sagte Petzold. Aber auch aus solchen Rennen kann ich lernen. Jetzt geht der Blick nach vorn Richtung Athen.
"Vucko" steigt aus
Stephan Vuckovic war bereits nach dem Radfahren aus dem WM-Rennen ausgestiegen.
Ergebnisse:
ITU Triathlon Weltmeisterschaften, 9.5.2004 Madeira, POR
1.5k S, 37k R, 10k L
Frauen
1. Sheila Taormina (USA) 1:52:17
2. Loretta Harrop (Australien) 1:52:29
3. Laura Reback (USA) 1:53:00
4. Joelle Franzmann (Deutschland) 1:53:21
5. Vanessa Fernandez (Portugal) 1:53:32
6. Machiko Nakanishi (Japan) 1:53:34
...
12. Anja Dittmer (Deutschland) 1:54:56
26. Christiane Pilz (Deutschland) 1:57:12
38. Ricarda Lisk (Deutschland) 2:00:01
Männer
1. Bevan Docherty (Neuseeland) 1:41:04
2. Ivan Rana (Spanien) 1:41:05
3. Dimitry Gaag (Kasachstan) 1:41:18
4. Tim Don (Großbritannien) 1:41:37
5. Igor Sysoev (Russland) 1:41:37
6. Hamish Carter (Neuseeland) 1:41:41
...
22. Maik Pezold (Deutschland) 1:43:20
33. Andreas Raelert (Deutschland) 1:44:20
48. Daniel Unger (Deutschland) 1:46:13
DNF Stephan Vuckovic (Deutschland)

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