Fog of War
Penticton, der Ironman Kanada war von den schweren Waldbränden überschattet
die die Durchführung des Wettkampfes ernsthaft gefährdeten.
Wie ernsthaft wurde mir erst bei der Wettkampfbesprechung der Profis am
Freitag klar, wo man noch nicht einmal wusste ob man das Rennen überhaupt
starten würde. Schließlich entschied man sich trotz des Mangels
an Feuerwehrpersonal und einem neuen Brandherd an der Radstrecke das Rennen
durchzuführen, wenn auch leider mit einer Zwei-Rundenschwimmstrecke
und einer Drei-Rundenlaufstrecke.
Schwimmen im Griff
Beim Schwimmen, das nach etwa 3000 m schon sehr nach einem Salomschwimmen
aussah und für mich unterwegs einen ungeplanten Stopp mit Vollkontakt
bereithielt, war ich zwar nicht dramatisch gut drauf, führte aber
die ganze Zeit auch wenn ich Bryan Rhodes und Tom Evans nicht so richtig
abhängen konnte. In der Wechselzone die vor allem bei den Profis
viel zu eng war, dem einzigen echt ernstzunehmenden Kritikpunkt, geschah
das Unglück. Mein Fahrrad war relativ weit innen, das von Bryan Rhodes
relativ weit außen aber in derselben Reihe postiert und als ich
mein Rad zurückzog erwies sich meine Scheibe als härter als
sein Zeh. Noch einmal dickes Sorry an Bryan an dieser Stelle.
Über Motorräder und das Leiden am Berg
Wir fuhren zu dritt los nach etwa zehn Kilometer übernahm ich die
Führung. Nach etwa fünfundzwanzig Kilometern fuhren wir durch
Rauch, was wirklich unangenehm war. Gottseidank nur über wenige Kilometer.
Als ich am Fuß des Richter-Pass nach etwa 60 km abbog musste ich
zu meinem größten Bedauern feststellen, daß ein Orkan
in mein Gesicht blies. "Schön locker bleiben" dachte ich
mir "und oben am Gipfel angreifen". Leider hatte Tom Evans denselben
Gedanken und in sein Gesicht schien kein Orkan zu blasen, denn er fuhr
mit motorradähnlicher Geschwindigkeit an mir vorbei wärend mich
leider die Kräfte verliessen. Die folgenden Hügel konnte ich
nur äußerst langsam und leidend überwinden und sah mich
schon auf Platz fünfzig in die Wechselzone einrollen. Ganz so schlimm
kam es dann doch nicht, aber Garett MacFadyen bei dem man sich fragt ob
er überhaupt jemals Schwimmen trainiert ( Schwimmsplit 1:03) nahm
mir immerhin 18 Min. ab und überholte mich als vierter und letzter
auf dem Rad.
Wirbelwind per Pedes
Beim Laufen fühlte ich mich zunächst sehr gut, nachdem ich ungefähr
1:30 Min. in einem Dixiehäuschen verbracht hatte, um zu urinieren,
weil ich wegen der Schafskälte auf dem Rad fast nicht geschwitzt
habe. Ich überholte schon bald Bryan Rhodes der wegen des gebrochenen
Zehs einfach so starke Schmerzen hatte daß er aufgeben musste. An
dieser Stelle noch einmal Entschuldigung und gute Besserung Bryan. Als
ich schließlich Garett überholte währte die Freude nur
kurz, denn von hinten kam, mit der besten Laufzeit des Tages, Gordo Bryn
und übernahm Platz drei, während an der Spitze Evans von Raynard
Tissink überholt wurde. (Faris Al Sultan, Kai Baumgartner)
Link:
3athlon-Rennbericht 2003
Website Faris Al-Sultan
Website Ironman Kanada


