Faris al Sultan vom ascis Team Witten wurde Dritter beim Alpen-Triathlon und gewann damit die Einzelwertung beim vierten Bundesliga-Rennen. Für 3athlon schildert der Münchener seine Impressionen.
Die Vorbereitung
Meine indirekte begann Ende Februar in den Vereinigten Arabischen Emiraten,
wo ich bereits meinen Trainingskameraden von meinen großen Ambitionen
diesen Wettkampf zu gewinnen berichtete. Meine direkte Vorbereitung auf
das Schlierseerennen, fing etwa eine Woche vor dem Rennen an. Sie begann
mit einem Anruf bei Thomas Hellriegel meinem Mannschaftskameraden wir
machten ab, daß ich auf dem Rad keinen Druck machen würde,
sondern lediglich alle Attacken anderer Mannschaften mitgehe um Thomas
und Markus Forster die Möglichkeit zu geben zu uns aufzuschließen,
da sie nach dem Schwimmen sicherlich nicht in der ersten Gruppe vertreten
sein würden. Wenn die Beiden dann da wären wollten wir spätestens
am Fuße des Spitzingsattels angreifen, alle anderen kaputtfahren
und hoffen daß wir noch schnell genug laufen.
Warten auf Hellriegel & Forster
Es kam leider etwas anders, denn erstens kommt es anders und zweitens
als man denkt. Das Schwimmen war aus meiner Sicht sehr fair die Schwimmstrecke
ist absolut perfekt für ein Bundesligarennen (Tipp an die Veranstalter
bitte anschauen und soweit als möglich nachmachen), bei dem sich
immer hundert wilde Stiere vor allem beim Start ordentlich verprügeln.
Ich war in der ersten Gruppe mit mir mein Mannschaftskamerad Xavier Llobet,
der wohl Lust zum Attackieren gehabt hätte, aber auf meine Frage
hin, ob wir das denn schon in einer frühen Rennphase machen sollten,
sich nicht klar genug dafür ausprach und wohl auch an diesem Tag
nicht in der Lage dazu war. So wartete ich, immer darauf bedacht niemanden
wegzulassen.
Hellriegel attackierte
Es kam wie man es von Thomas erwartet, er fuhr in die erste Gruppe, Markus
war leider noch ziemlich kaputt vom Ironman Frankfurt, und kam nicht nach
vorn.Schlecht war bloß, dass ich weder Thomas sah als er vorfuhr,
noch er mich. So passierte es, dass ich da relativ weit hinten fuhr, nicht
mitbekam daß er schon da war und angriff. Als ich bemerkte was los
war, war schon eine Gruppe weg. Vorbei war meine bis zu diesem Zeitpunkt
relativ entspannte Haltung. Die Panik ergriff mich, und ich fuhr hinterher
vorbei an den üblichen Bundesligafavoriten, die mir natürlich
gleich am Hinterrad hingen, doch leider hatte die Panik meine sowieso
schon nicht so ausgereiften technischen Fahrkünste äußerst
negativ beeinflusst.
Glück im Unglück
Eine abschüssige Rechtskurve wurde von mir zwar als solche erkannt,
aber der notwendige Bremsvorgang wurde nicht ausreichend ausgeführt.
In einer Millisekunde entschied sich mein Hirn dafür lieber geradeaus
zu fahren. Ich hatte Glück im Unglück es gab keinen Sturz, aber
ich fuhr nur ein Stück in die Wiese - wertvolle Zeit ging verloren
und nun war auch die zweite Gruppe weg. Ich schwang mich aufs Fahrrad
und vor voller Wut wieder auf die zweite Gruppe auf, die erste war mittlerweile
über eine Minute vorn. Und hier in der ersten Gruppe überkam
mich wieder die kalte Wut und ein gewaltiges Unverständnis meinen
Mitsportlern gegenüber. Denn in dieser zweiten Gruppe fuhren einige
der stärksten Athleten der Liga, die für gewöhnlich um
den Sieg kämpfen und von denen erwarte ich, daß sie genau das
tun, kämpfen. Stattdessen ließen sie eine Gruppe von Athleten
ziehen in der Leute mit mehr als guten Siegchancen waren. Ich war stinksauer
den wenn sich Leute nicht an der Führung beteiligen, die nicht können
habe ich dafür vollstes Verständnis, wenn es Shane Reed, Eric
van der Linden oder Vassilis Krommidas tun, wird es lächerlich.
6ter am Gipfel
Zurück zum Rennen. Wir fuhren in den Anstieg nachdem Krommidas sich
ausgetobt hatte, ging van der Linden nach vorn mit dem ich bis zum letzten
Kilometer des Anstiegs fuhr. Dann ging ich aus dem Sattel und zog davon.
Irgendwer rief mir auf dem Gipfel zu, dass ich Sechster sei, da dachte
ich nur noch:"Okay, wenigstens etwas" .
Ich wechselte wie immer langsam aber bei einem Wechseltraining pro Jahr
kann man auch nicht zu viel erwarten.
Faris Aufholjagd
Dann lief ich los und nach drei Kilometern überholte ich Hellriegel
bald darauf Cunningham und Rehula (ist übrigens ein geiles Gefühl
an einem Bronzemedalliengewinner vorbeizulaufen). Dann bekam ich jedoch
Probleme mein Darm war, übrigens zum ersten Mal in einem Kurzdistanzrennen
der Ansicht sich entleeren zu müssen, und obwohl mein Großhirn
stärkste Unterdrückungssignale aussandte, war mein Darm unbeeindruckt
auf Entleerung bedacht. Bei soviel Druck blieb mir nicht anderes übrig
als am Wegesrand einen Laufstop einzulegen und den Druck abzulassen. Cunnigham
dachte wahrscheinlich ich hätte einen Einbruch als er wieder viel
näher an mir war.
Am Ende Dritter und sehr zufrieden
Ich fand aber schnell wieder in meinen Rythmus und konnte nach etwa 7
Kilometer Christian Ruderer, vorbeiziehen.
(mein Respekt vor der Leistung dieses jungen Athleten super Schwimmleistung
& toll Rad gefahren ist Christian). Die beiden Führenden lagen
zu diesem Zeitpunkt bereits uneinholbar vorn, so blieb mir der dritte
Platz. Mein Fazit, körperlich hätte ich wohl um den Sieg bei
diesem schönsten Kurztriathlon Deutschlands mitkämpfen können.
Durch die teilweise natürlich selbstverschuldeten Umstände,
bin ich mit mir sehr zufrieden.
Viele Grüße,
Faris
Link:
Faris al Sultan talks
(08.03.2003)
Ergebnisse
Alpen-Triathlon Schliersee 2003
Website Faris
al Sultan


