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Joelle Franzmann wird neben Christiane Pilz und Anja Dittmer im Elite Feld der Damen an den Start gehen. Nach langer Verletzungspause gewann sie am vergangenen Wochenende das ITU-Punkte Rennen in Palermo und scheint gut in Form zu sein für die Weltmeisterschaften in Cancun.

3athlon: Joelle, gemessen an deinen Resultaten aus dem Vorjahr ist die Saison alles andere als rosig verlaufen. Bei den bevorstehenden Weltmeisterschaften hättest du Gelegenheit, zu beweisen, dass du dennoch zur Weltspitze gehörst, welche Platzierung rechnest du Dir aus?
Joelle Franzmann: Das ist wohl war, dass meine Resultate in diesem Jahr nicht so rosig waren, aber das hat auch seine Gründe. Das Seuchenjahr wurde bereits im Winter mit einer sehr hartnäckigen Fersenverletzung eingeläutet. Ich konnte knapp 5 Monate nicht laufen und habe mir schon ernsthaft Sorgen um meine Zukunft im Triathlonsport gemacht. Dann bin ich aber trotzdem nach Davos zum Skilehrgang angereist und habe mich von einem zum anderen Trainingslager immer fitter gefühlt, so dass in Südafrika schon wieder eine sehr gute Form vorhanden war. Blöd war nur, dass ich dann mal wieder unvernünftig geworden bin und viel zu viel wollte. Folge war eine Adduktorenverletzung noch bevor ich meinen Einstieg in die Saison feiern konnte. Pech gehabt, dieser hat sich dann auf den 8. September in Hamburg verschoben, da noch eine Übertrainingsphase von 4 Wochen die Misere komplettiert hat. Somit war ich mit meinem 17. Platz in Hamburg sehr zufrieden. Für die WM rechne ich eigentlich mit gar nichts. Ich hoffe natürlich, dass eine Platzierung zwischen 10 und 15 drin ist, aber ich bin zufrieden, wenn eine ansteigende Form zu erkennen ist. Aber ich kann schon versprechen, dass ich im nächsten Jahr wieder angreifen werde. Motiviert bin ich jedenfalls bis in die Haarspitzen!

3athlon: Wie ist das Verhältnis unter den anderen Nationalmannschaftmitgliedern - seit ihr eine richtiges Team oder eine Gruppe von Individualisten?
Joelle Franzmann: Vom Umgang sind wir schon ein richtiges Team. Leichte Probleme gibt es nur im Frauenbereich, wenn es an gemeinsame Trainingseinheiten geht. Das betrifft natürlich nicht alle, aber einzelne Sportler bevorzugen es, sich im stillen Kämmerlein vorzubereiten. Ob das ein Nachteil oder Vorteil ist, muss jeder selber wissen. Ich trainiere ja am Olympiastützpunkt in Saarbrücken und kann nur sagen, dass dort die Stimmung unter den Athleten bestens ist.

3athlon: Wie bereitest du dich mental auf ein großes Rennen vor, kannst du vielleicht unseren Lesern einen Tipp aus deinem Erfahrungsschatz auf den Weg geben?
Joelle Franzmann: Ich habe eigentlich kein bestimmtes Rezept, mich mental auf einen grossen Wettkampf vorzubereiten. Da wir Frauen sowieso immer nachgesagt bekommen, kleine Psychos zu sein, bin ich wohl nicht der geeignete Ratschlaggeber. Ich versuche einfach, so locker wie möglich an die Sache ranzugehen, was mir auch sehr gut gelingt solange das Training und die Trainingsleistungen sehr gut laufen (sonst werde ich zum typischen Frauenpsycho!!). Ansonsten viel abschalten und an andere Sachen denken. Die Aufregung kommt dann ganz von alleine, spätestens wenn man im Briefing sitzt und alle Athleten um sich herum hat. Aber ich denke mal, dass die einfach dazu gehört.

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