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Olaf Sabatschus wurde Fünfter beim Powerman in Zofingen. Nur wenige Wochen später startete der 31jährige beim Ironman Hawaii und lief als 10ter über die Ziellinie. Keine Frage trotz des harten Duathlonswettkampf in der Vorbereitung und einem nicht optimalen Rennverlauf gelang Olaf Sabatschus ein beachtenswertes Ergebnis auf Big Island. Für 3athlon schildert der dreifache Top10 Finisher seine Erlebnisse vom Powerman bis hin zum Ironman Hawaii.

Von Zofingen bis Hawaii
Meine Vorbereitung auf das diesjährige Powerman Saisonfinale in Zofingen verlief prima. Ich habe mich wieder nach meinen bewährten Prinzipien (siehe Bericht von letztem Jahr auf 3athlon) vorbereitet: Kraftausdauer auf dem Rad und Hügelläufe haben die Wettkampfbelastung im Vorfeld bestens simuliert.

Hart und Unrhythmisch
Das Rennen verlief zunächst nach den klassischen Zofingen-Regeln: erster Lauf als Favoritensammeln, hart aber noch nicht zuuuuu schnell. Ich kann zusammen mit Chris McCormack, Olivier Bernhard und Stefan Riesen wechseln und bis zum Bodenberg tut sich pro Runde nicht viel, außer das Mc Cormack es allein versucht, was ihm zwar die Führung bis in die dritte Runde hinein einbringt, dann aber auch das vorzeitige Aus. Stefan Riesen erweist sich als der Stärkste auf dem Rad und alle anderen haben jeweils am Bodenberg Schwierigkeiten. Dadurch wird das Radeln sehr unrhythmisch und hart, beim 3. Antritt von Stefan an der heftigsten Steigung der Radstrecke müssen alle anderen Mitfavoriten abreißen
lassen und Stefan fährt noch eine 3 Minuten Führung auf mich, Bernhard und den späteren 4. und 6. des Gesamtklassements heraus. Dahinter ist etwas Luft, so dass das Rennen zwischen diesen Athleten entschieden wird.

Fünfter in Zofingen - aufsteigende Form für Hawaii
Ich habe anfangs der 2. Laufstrecke so heftigen Energiemangel, das ich auf den ersten sieben Kilometern gleich 5 Minuten verliere - nicht mehr aufzuholen, obwohl ich gegen Ende den Rückstand wieder deutlich verringern kann.
Stefan Riesen bekommt leider Magenprobleme, sonst hätte er die Siegesserie von Oli Bernhard durchbrechen können- muß sich diesmal aber noch mit dem 2. Platz abfinden, der ihn dennoch sehr zufrieden stellt. Der Niederländer Huub Maass wird mit Augenrollen und dem Kommentar "...diese Laufstrecken sind wirklich soooo hart!" 3. und ich komme auf dem 5. Platz ein - nicht ganz glücklich mit dem Rennverlauf, aber durchaus zufrieden mit meiner Radform, die auf dem aufsteigenden Ast ist - wichtig für Hawaii.

Höhentrainingslager in Texas
Danach standen erst mal 2 Wochen nix tun an, um für mein in el Paso geplantes Trainingslager für Hawaii fit zu werden. Am 20.10. ging es los dahin, zu meinen Freunden Francois und MayLise Modave, die ich beim Ironman Brasilien dieses Jahr kennengelernt hatte. El Paso liegt auf 1500m Höhe in den Rocky Mountains. Direkt an der Grenze zu Mexiko, im äußersten Nordwesten von Texas. Es gibt erstaunlich wenig Verkehr, viel Wind und Sonne und tolle Strecken zum Radeln und Laufen. Beim Schwimmen im 25y Pool der Uni (dort ist Francois Professor für theory of computation und ich konnte umsonst rein) habe ich die Höhenlage am ehesten gespürt und ganz schön nach Luft geschnappt. Bei den beiden anderen Disziplinen merkt man das aber nicht. Francois ist Ex-Radler und hat schon einen Profi-Vertrag abgelehnt, dementsprechend anstrengend waren die 1400 Kilometer, die ich in den 2 Wochen mit ihm zusammen auf dem Rad absolviert habe. Alles in allem 36er Schnitt - in der 2. Woche fiel es mir leichter, mit ihm mitzuhalten. Dafür konnte ich im Laufen (90 Kilometer in der Woche mit 2 langen Läufen über 28km) "locker" machen. Die langen Touren über 160 Kilometer, davon habe ich insgesamt 5 in den beiden Wochen gemacht, fielen mir immer leichter - ein gutes Zeichen für den bevorstehenden Ironman in Hawaii.

Hawaii ruft!
Am 6.Oktober bin ich dann auf die Insel der Inseln hinübergeflogen, um mich so langsam auszuruhen und das Höhentraining umzusetzen. Die ersten 3 Tage waren noch prima, dann fühlte ich mich platt - so geht es den meisten nach einem Höhenaufenthalt. Mitte der 2. Woche auf der Insel wurde es dann besser und ich fühlte mich wieder fit. Am Renntag war es unheimlich wellig und wie auch schon die Tage zuvor ziemlich feucht, teilweise regnerisch - so habe ich Hawaii noch nie erlebt!

Startschuß verschlafen - Schwimmen verbessert
Den Schwimmstart habe ich ein bisserl verpasst und konnte meine verbesserte Schwimmtechnik (durch die Zusammenarbeit mit Annette Gasper und Steve Tarpinian) nicht 100%ig umsetzen, war jedoch mit meiner 55er Schwimmzeit und 2 Minuten Rückstand auf Lothar Leder schon durchaus näher an der Spitze als gewohnt. Das Radeln verlief zunächst sehr gut, ich hielt mich noch etwas zurück und orientierte mich an Stefan .Holzner, der gewöhnlich sehr "smart" und erfolgreich fährt.

Rückschlag beim Radfahren
Nach einem Stop and Go mit 3min Zeitstrafe, die ich für einen zu langen Überholvorgang bekam (ist eine komische Regel, oder?), war ich erst mal nicht mehr motiviert. Dachte auch schon an aufhören, denn normalerweise reicht dieser Zeitverlust, um einen guten Endplatz zu verhindern. Aber irgendwann packte mich eine unheimliche Wut, und ich konnte die letzen 80km, die ich alleine zurücklegen musste noch mal so richtig Gas geben.

Frust von der Seele gelaufen
Nach dem Absitzen meiner Zeitstrafe in der Wechselzone war ich als 21. auf der Laufstrecke - gar nicht so schlecht. Die ersten 20km liefen dann super und ich habe mir auch meinen Ärger so richtig von der Seele gelaufen und lag schon auf dem 10.Platz, was ich vor dem Rennen eigentlich nie für möglich gehalten hatte. Die letzen 10 Kilometer wurden dann aber richtig hart, da ich aufgrund des Ärgers doch ein zu ungestümes Anfangstempo beim Marathon gewählt hatte. So wurde ich noch von Markus Forster (super, der Junge hatte vielleicht noch einen tollen Schritt am Ende der 42 km !!!) und Mika Luoto überholt, auch Cameron Widoff, den ich schon abgehakt hatte überspurtete mich noch. Aber alles in allem bin ich doch sehr zufrieden mit meinem 10. Platz , wenn auch bei perfektem Rennverlauf durchaus noch mehr drin gewesen wäre. Ich bin jeden falls für die nächste Auflage hochmotiviert und hoffe und glaube noch weiter nach vorne kommen zu können.

Aloha, Olaf
(www.olafsabatschus.de)


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