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Mission 77 – Teil 4: Nur nicht untergehen

20. Juni 2012 von Meike Maurer

Der neueste Bericht zur Mission 77 ließ etwas auf sich warten, weil Alexander Wütz eine unfreiwillige Zwangspause wegen Angina einlegen musste. Hochintensive Trainingseinheiten und Fieber vertragen sich nicht. Auch Alexander musste das einsehen, als er zu früh wieder ins Training einstieg und prompt einen Rückfall erlitt, der ihm alles in allem drei Wochen Trainingspause einbrachte. Jetzt ist er zurück und feilt an seiner Schwimmperformance.


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Das „Comeback“ von Alex war auch im Fernsehen zu sehen. Ein Team des Südwestrundfunks drehte einen Beitrag über die ungewöhnlichen Trainingsmethoden, mit der sich der Tübinger fit für seine erste Mitteldistanz auf Elba machen möchte. Dabei wurde sowohl über das Aqua Endurance als auch über die allgemeine Krafteinheit berichtet. Der Beitrag wurde in der Landesschau des Südwestfernsehens ausgestrahlt. Für alle, die schon immer wissen wollten, wie das Training in Bewegtbildern abläuft, gibt es den Beitrag in der ARD-Mediathek zum Nachschauen.

Das Projekt Mission 77 bis heute auf triathlon.de:

Vorstellung/Teil1 – Mit X-Fit zur ersten Mitteldistanz
Teil 2 – Aller Anfang ist schwer
Teil 3 – Was ist eigentlich Aqua-Endurance?

Kleine Schwimmschwäche

Im Fernsehebeitrag wurden Alexanders Defizite im Wasser nochmals eindrucksvoll herausgestellt. Während seine Trainingskollegen die Ellbogen locker über Wasser halten können, kämpft Alexander schwer im nassen Element. Deshalb geht er seine große Schwäche systematisch an: er nimmt jetzt an einem Schwimm-Techniktraining teil.

Für triathlon.de befragte Alex Wütz seinen Schwimmcoach Dr. Marcel Fahrner, wo die Probleme vieler Triathleten beim Schwimmen herrühren und welche Lösungsmöglichkeiten es gibt.

Optimale Wasserlage beim Kraulen - von oben.

Das Training für die Disziplinen Radfahren und Laufen geht gut voran. Ich habe weder muskulär noch ausdauermäßig größere Schwierigkeiten. Beim Schwimmen sieht das ganz anders aus. Schon nach wenigen Minuten stoße ich da an meine Leistungsgrenzen. Woran liegt das?
MF: Auf den ersten Blick ist Schwimmen im Vergleich zum Radfahren und Laufen eine ganz ähnliche Aufgabe: gleichmäßige, sich wiederholende Bewegungen unter gleichen Rahmenbedingungen. Aber auf den zweiten Blick merkt man, hoppla, das ist ja was ganz anderes.

Worin liegen denn die größten Unterschiede?
MF: Zunächst spürt man, dass die Auftriebskraft des Wassers ein an Land völlig unbekanntes Gefühl von Leichtigkeit und Schwerelosigkeit ermöglicht. Aber: die Schwerkraft setzt am Körperschwerpunkt an, und die Auftriebskraft des Wasser am Volumenmittelpunkt. Das hat zur Folge, dass man im Wasser permanent ein Drehmoment ausgleichen muss. Unter anderem macht sich das bemerkbar, indem die Beine immer absinken. Die Kontrolle dieser instabilen, ungewohnt schwerelosen waagrechten Körperlage wird meist durch Wasser im Gehörgang – und damit im Gleichgewichtsorgan – zusätzlich erschwert. Und das kann zu echten Orientierungsproblemen führen. Meistens zeigt sich dies daran, dass Schwimmanfänger im Wasser sehr hektisch sind.

Gibt es noch weitere Ursachen für die erschwerte Orientierung im Wasser?
MF: Ja. Aufgrund der waagrechten Wasserlage bleibt dem Schwimmer nur ein kleines Sichtfeld nach vorne – das reicht höchstens zur Beobachtung der Armbewegung. Aber was die Beine machen, wie man im Wasser liegt – Fehlanzeige. Und damit fehlt zur Bewegungssteuerung derjenige Informationskanal, auf den man sich im Alltag am meisten verlässt – das Visuelle.

Welche Möglichkeiten gibt es, dieses Defizit auszugleichen?
MF: Zu Beginn ist eine stabile Wasserlage das Wichtigste. Solange ein Schwimmanfänger es nicht schafft, sich in Rücken-, Seit- und Bauchlage stabil zu halten, braucht man gar keine weitergehenden Technikziele angehen. An der Wasserlage hängt ja auch die Atmungsproblematik unmittelbar mit dran. Wenn man aus der Bauchlage den Kopf in den Nacken reißt und nach vorne atmet, geht die Hüfte von allein runter und dann war’s das mit der strömungsgünstigen Wasserlage.

Optimale Wasserlage beim Kraulen – von der Seite.

Fotos sind mit freundlicher Genehmigung dem Buch Fahrner & Moritz, Doppelstunde Schwimmen, 2. Aufl. 2011, Schorndorf: Hofmann entnommen.

Weiter mit Teil 2 des Interviews


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