Einen Fahrradcomputer galt es, zu testen. Kein Problem. Aussehen, Bedienfreundlichkeit, Funktionen – fertig. Was dann auf unserem Tisch beziehungsweise an unserem Radlenker landete hat vielmehr die Bezeichnung Bordcomputer verdient. Der Mio Cyclo305 HC kann nämlich viel mehr als nur Fahrzeit und Distanz zu messen.

Das ist drin
In der optisch ansprechenden Verpackung erwartet uns neben dem Computer auch reichlich Zubehör. Netzteil, USB-Kabel, Geschwindigkeitssensor samt Befestigung, sowie ein Pulsgurt. Ein Trittfrequenzsensor kann zusätzlich separat erworben werden.Im Lieferumfang sind neben der vorinstallierten Software außerdem 22 Karten (Länder im Bereich Westeuropa) enthalten, die auch ausreichend offroad Material beinhalten. Im ersten Jahr sind Aktualisierungen der Karten kostenlos. Für uns galt also sofort: Einschalten und loslegen!
Erster Eindruck
Dass im Mio mehr steckt als nur ein Fahrradtacho, ist bereits an der Größe ersichtlich. Der etwa Smartphone große Computer ist nicht allzu schwer, 156 Gramm um genau zu sein, und wirkt stabil und gut verarbeitet. Der nach innen versetzte Touchscreen ist dank dieser Konstruktion vor schnellen Schäden bei Fall oder Aufprall geschützt und auch sonst wirkt das wasserdichte Gehäuse so, als würde es den ein oder anderen Sturz verkraften.
Der einzige Bedienknopf ist gleichzeitig Ein-, Aus- und Home-Taste. Etwas klein ist er geraten, der wichtigste Knopf des Gerätes, auch der Druckpunkt ist schon mit bloßem Finger schlecht zu erspüren. Mit langen Handschuhen sollte man den Computer deshalb besser schon vor dem Anziehen anschalten.
Hat man im ersten Schritt die Grundlegenden Daten wie Datum, und Zeit eingestellt, wird ein persönliches Profil angelegt. Neben den individuellen Daten (Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht) wird hier auch der Radtyp festgelegt, auf dessen Basis dann die Route berechnet wird. Der Radtyp kann beziehungsweise muss dann auch stets je nach Art des fahrbaren Untersatzes angepasst werden, sonst landet man am Ende mit dem Straßenrad im Wald. Stellt sich nur noch die Frage, mit welchem Rad wollen wir denn nun los?
Der Hauptbildschirm, der sich uns dann zeigt wirkt ansprechend und aufgeräumt. Sechs große, bunte Schaltflächen wecken das Spielkind im Sportler.
Schön ist, dass man sich bei der Bedienung von Beginn an auf seine Intuition verlassen kann. Jeder Bildschirm erklärt sich von selbst, zum vorhergehenden Screen kommt man durch drücken des Home-Knopfes. Hier hat man in kürzester Zeit alle Funktionen entdeckt und begriffen! Es kann also losgehen!
Das kann der Mio Cyclo 305 HC
Das Hauptmenü hält fünf eindeutige Rubriken bereit: Übersicht, Navigieren, Verlauf, Surprise Me, Training und Einstellungen.
Die Übersicht versorgt den Sportler während der Tour mit allen Informationen ohne überladen zu wirken. Einerseits sind unter den drei einfach zu blätternden Seiten die üblichen Tacho-Infos (Geschwindigkeit, aktive Zeit, Entfernung, Schnitt, Maximale Geschwindigkeit, Höhe, zurückgelegte Höhenmeter und aktuelle Steigung) aufgelistet. Andererseits findet man hier auch die Informationen, die der in der HC Version enthaltene Brustgurt übermittelt (Herzfrequenz und Kalorienverbrauch).
Und auch die Navigation kommt nicht zu kurz. Die verbleibenden Meter bis zur nächsten Abbiegung sind auf der Übersicht zu finden, auf der folgenden Seite findet man die Kartenübersicht zu seiner Reise.
Die Navigation beinhaltet alle Funktionen eines Navigationsgeräts, das nicht nur für die Radtour, sondern auch für die Fahrt mit dem Auto in unbekannte Gefilde vonnöten sind. Die Karten sind detailreich und laden zügig.
Den Ausgangspunkt eingestellt, lässt sich eine Zieladresse schnell eingeben. Mit Auto oder Rad? Rad natürlich. Schnell sind Entfernung und Routenverlauf errechnet und es kann losgehen. Die Turn-by-Turn Navigation bringt mit Hilfe von Pfeilen auf dem Display sowie mit Hinweistönen auch den orientierungschwächsten Radler an das gewünschte Ziel.
Wer gerne Routen am Computer plant, oder Routen Anderer nachfahren möchte, der wird auf der mioshare-Homepage fündig. Auch hier wirkt das Layout aufgeräumt und übersichtlich, die Bedienung ist intuitiv und leicht verständlich. Schnell sind selbst erstellte oder bereits vorhandene Routen importiert. Fremde Karten oder GPS-Daten lassen sich allerdings nicht importieren. Braucht es aber auch nicht. Wir wurden mit dem vorhandenen Material wunschlos erschöpt und glücklich.
Wenn die Tour dann so viel Spass macht, dass sie doch etwas länger dauert als geplant, findet der Mio Radcomputer problemlos die nächste Tankstelle, den nächsten Geldautomaten, Supermarkt oder im Notfall auch Arzt und Krankenhaus. Sicher ist sicher! Die „Zum Start“ Funktion führt zuverlässig nach Hause zurück. Kann also nichts mehr schiefgehen.
Wer gerne drauflosfährt und seine Daten im Nachinein auswertet, der begibt sich in den Verlaufs-Bereich. Hier sind alle gemessenen Werte zuverlässig gespeichert und können direkt angesehen werden, mit der enthaltenen Software auf den Computer importiert und ausgewertet werden, oder auch als Datei exportiert werden. Kleiner Wermutstropfen – Macuser dürfen leider nicht mitspielen.
Die Surprise Me Funktion ist das tolle Überraschungsei für Radler. Man wählt lediglich eine Routenlänge oder -dauer und der Mio errechnet drei verschiedene Runden, die allesamt zum Ausgangspunkt zurückführen. Jetzt muss man sich nur noch für eine der drei Routen entscheiden und los geht die Tour ins Unbekannte. Perfekt um in fremder Umgebung sein Radtraining zu absolvieren und um seinen Abenteuerdrang auszuleben.
Im Trainings-Bereich lassen Sich Ziele nach Entfernung, Zeit oder Kalorien vordefinieren. Ausreden Zwecklos!
Alle wichtigen Einstellungsoptionen finden sich in den Einstellungen. Auch hier gilt, trotz zahlreicher Optionen bleibt alles übersichtlich.
Fazit
Das Display spiegelt zwar hin und wieder etwas, lässt sich aber ansonsten gut ablesen. Die Bedienung des Touchscreens erfordert ein bisschen Druck, funktioniert dann aber reibungslos und ist vor allem durch ausreichend große Schaltflächen auch während der Fahrt und mit Handschuhen möglich.
Mit 4 GB internem Speicher lassen sich so einige Routen und Trainingseinheiten speichern, nur bei der angegebenen Akkulaufzeit von zwölf Stunden sollte man stets sein Netzteil mit ins Trainingslager nehmen, will man nicht auf die altbewährte Papierkarte zurückgreifen!
Daten
Maße (b/h/t): 67mm/211mm/18mm
Gewicht: 156 Gramm
Größe Touchscreen: 3“
Display Auflösung: 240×400
Interner RAM: 128 MB
Interner ROM: 4 GB
Preis Mio Cyclo 305 HC: 399, 99 Euro
Preis Mio Cyclo 300: 349,99 Euro
Fotos: triathlon.de

