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Mentaltraining: Entdecke deine mentalen Potentiale!

4. Januar 2016 von Doris Kessel

Doris Kessel,   einmalig„Entsorge den Müll aus deinem Kopf“, sagte Nick Nolte in dem Film „Peaceful Warrior“ als Coach seinem Olympiaathleten, damit er sich auf das Wesentliche konzentriert. Mark Allen formuliert es etwas krasser: „Think no thoughts. Yes, stop that brain of yours from getting in the way of what you are trained to do. Have no thought.“ Und Profitriathletin Dr. Linda Schücker empfiehlt im Wettkampf lieber den Autopiloten einzuschalten, da es weniger Energie kostet. Wie du dieses Wissen für dich einsetzt, erfährst du hier.


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Ja, unser Gehirn verbraucht tatsächlich 20% unseres Energiehaushaltes. Deshalb ist es so ungemein wichtig, sich darüber bewusst zu sein, was da oben in deinen Kopf abläuft.

Dein Autopilot bestimmt deinen Alltag

Ja, du bist tatsächlich fast den ganzen Tag auf Autopilot, denn zu 90% steuert dein Unterbewusstsein, alles was du tust und denkst. Dein System arbeitet einfach energiesparend. Dazu gibt es das bekannte Bild des Eisbergmodells: Nur die Spitze des Eisbergs ragt aus dem Wasser – was dein Bewusstsein darstellt – der Rest liegt unter der Oberfläche.

Im Wettkampf ist dein Autopilot super. Deshalb solltest du z.B. Bewegungsabläufe vorher ausreichend mental geübt haben. Im Wettkampf wäre es kontraproduktiv, über Bewegungsabläufe nachzudenken, weil es zu viel Gehirnkapazitäten erfordern würde. Das ist ungefähr so, wie wenn du für eine Prüfung lernst: Du paukst vorher alles in deinen Kopf, damit du es nachher nur noch abrufen musst. Zum „Darüber nachdenken“ bleibt nicht großartig Zeit, dann heißt es nur noch: Schreiben was das Zeug hält.

Aber Achtung: Die Sache mit dem „Nicht-Nichtdenken“ ist nicht so einfach und auch nicht wirklich zielführend, denn erstens ist dein Gehirn dazu gemacht ständig zu denken und zweitens kostet der Versuch „Nichtzudenken“ genauso viel Energie, wie zu denken. Deshalb: Nimm lieber das Denksteuer in der Trainingsvorbereitung bewusst in deine Hand und kontrolliere und optimiere das, was da oben passiert.

Du bist der Boss in deinem Kopf!

Das mentale Training lädt dich dazu ein, dir das klar zu machen und wieder mehr dein eigener Chef in deinem Kopf zu werden: Dich immer wieder zu fragen, ob du das tatsächlich gerade denken willst, was du denkst, und ob du das wirklich tun willst, was du gerade tust. Denn die gute Nachricht ist: Du hast immer die Wahl. Du entscheidest. Du hast dich schließlich auch entschieden, Triathlon machen zu wollen – was mit einem extremen Zeitaufwand und gerade bei einer Langdistanz mit großen Entbehrungen einher gehen kann. Aber du hast dich bewusst dafür entschieden und richtest dir jeden Tag so ein, dass du dein Training absolvieren kannst. Du findest Lösungen, wie du alle drei Disziplinen plus Stabitraining, ausreichend Schlaf, wertvolle Ernährung, Physiotermine etc. in dein Leben integrieren kannst – neben Familie, Freunde und Job. Du hast in diesem Fall das Ruder in die Hand genommen, um deinen Triathlonweg zu gehen.

Doris Kessel, einmalig

Damit dir das Ganze auch über viele Jahre mehr Energie gibt, als das es dir Energie zieht, bist du ständig am optimieren. Optimiere dabei auch immer deinen Kopf. Gib ihm, wie deinem Körper, neue Reize und tue alle Dinge mit großer Aufmerksamkeit, sprich Bewusstheit und richte deine Aufmerksamkeit auf das, was du wirklich willst und ersetze alte, unnütze verbrauchte und vor allem negative Gedanken durch Positive. Frage dich immer, ob du das tatsächlich denken willst und ob es dir gut tut und Kraft gibt. Frage dich auch immer, ob der Gedanke wahr ist, den du gerade denkst, z.B. wenn du beim Schwimmen schon denkst, dass das heute nicht dein Wettkampftag ist. Ist das wirklich wahr? Kannst du mit Gewissheit sagen, dass es am Rad nicht besser werden könnte? Vielleicht hast du die Erfahrung gemacht, dass, wenn es sich beim Schwimmen schon unrund anfühlt, dass es dann nicht besser wird. Und wir Menschen sind sehr geprägt von unseren Erfahrungen. Dadurch bist du schon negativ vorprogrammiert und lässt dem ganzen überhaupt nicht die Möglichkeit, dass es heute anders sein könnte.

Der Erfinder von Starbucks hat über 200 Absagen für sein Konzept bekommen. Er hat es trotzdem weiter versucht, weil er wusste, dass es irgendwann anders ein wird, als es im die Erfahrung vorher über 200 Mal anders lehrte. Das nennt man Beharrlichkeit. Und die brauchst du im Triathlon. Vielleicht hilft dir dabei die Vorstellung jeden Tag mit den Augen eines Kindes zu sehen. Voller Neugier, was heute passiert.

Der Hund im Spiegelsaal

Es war einmal ein Hund, der hatte vom dem Saal der tausend Spiegel gehört und wollte diesen umbedingt sehen. Doch der Anstieg war sehr beschwerlich und als er oben angekommen war, war er total genervt und gereizt. Genauso gereizt betrat er den Saal mit den tausend Spiegeln – und tausend genervte und gereizte Hunde blickten ihm entgegen. Als er dann auch noch anfing die Zähne zu fletschen und die Nackenhaare aufzustellen, machte es das Ganze nicht besser. Am nächsten Tag kam ein anderer Hund voller Neugier den Berg nach oben und freute sich schon so sehr auf den Saal, von dem er gehört hatte. Als er den Saal betrat wedelte er voller Freude mit dem Schwanz und tausend Hunde freuten sich mit ihm …

Die Geschichte von dem Hund im Spiegelsaal ist ein schönes Beispiel dafür, wie unsere selektive Wahrnehmung funktioniert: Man geht in der Wissenschaft davon aus, dass unser Gehirn ähnlich wie ein Computer funktioniert. Jede Sekunde bietet uns die Umwelt ca. 11.000.000 Bits an Reizen von außen. Unsere Wahrnehmung ist jedoch nur in der Lage ca. 100 Bits pro Sekunde aufzunehmen. Ja, das ist ganz schön wenig. Und dann braucht man sich nicht mehr wundern, wenn es mit der Kommunikation zwischen zwei Menschen manchmal so schwierig sein kann, denn jeder Mensch selektiert anders. Kommen wir hier wieder zurück zum Bewusstsein: Du hast immer die Wahl, auf was du deine Aufmerksamkeit richten möchtest, z.B. auch bei einem Regenwettkampf dir alles „rauszuselektieren“, was dir Kraft gibt.

Doris Kessel, einmalig

Dein Gehirn ist ein Leben lang veränderbar

Ja, der Spruch „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“ hat schon lange ausgedient, denn die Wissenschaft beweist das Gegenteil: Dein Gehirn verändert sich dein ganzes Leben lang. Der Fachbegriff lautet „Neuronale Plastizität“. Sobald du dich in deinem Leben intensiv mit neuen Dingen beschäftigst, werden neue Netzwerkverbindungen in deinem Kopf dafür angelegt. Gleichzeitig werden Verbindungen verkümmern, wenn du anderen Dingen nicht mehr deine Aufmerksamkeit schenkst.

Für ein qualitativ hochwertiges Training und auch für den Wettkampf solltest du im Alltag möglichst wenig Stress haben, um dir deine Energie zu bewahren. Menschen die ständig von A nach B hetzen, haben ihren Akku vorher schon entleert, bevor das Training am Abend überhaupt begonnen hat. Das Netzwerk für Stress in ihrem Kopf ist ziemlich dominant. Würden diese Menschen nun intensiv damit beginnen, an ihrer Entspannungsfähigkeit zu arbeiten, würden neue neuronale Verbindungen im Gehirn entstehen. Du kannst dir das Ganze so vorstellen: Erst gehst du einen Weg das erste Mal, zuerst sieht man nur deine Fußspuren im Feld oder im Sand. Dann gehst du diesen Weg häufiger und daraus wird ein Trampelpfad. Später wird es eine kleine Straße. Aus der kleinen Straße wird eine große Straße – und irgendwann hast du eine Autobahn. Denn: Dein Gehirn lernt durch Wiederholung. Natürlich ist es am Anfang erst einmal beschwerlicher den Entspannungs-Trampfelpfad zu laufen, vor allem wenn der Stress-Highway so wunderbar ausgebaut ist. Aber: Es lohnt sich – nicht nur für deine Trainingsenergie, sondern für jeden Lebensbereich.

Doris Kessel, einmalig

Du bist, was du denkst

Du hast am Tag ca. 70.000 Gedanken in deinem Kopf. Alles was du denkst, glaubst du ja auch irgendwie. Dieser Glauben formt deine Überzeugungen, z.B. dass du kein guter Schwimmer bist. Das wiederum steuert deine Handlungen, beispielsweise weniger darin zu investieren, da es sowieso nichts bringt. Deine Handlungen bestimmen dein (sportliches) Leben und das steuert deine Erfahrungen, die dich prägen. Mit mentalem Training kannst du diesen Kreislauf stetig hinterfragen und korrigieren. Vor allem, wenn dir von außen irgendwann eingeredet wurde, dass du irgend etwas nicht kannst. Unsere Eltern haben da einen entscheidenen Einfluss auf unsere mentalen Vorgänge, da sie diese in frühester Kindheit stark beeinflusst haben. Das mentale Training lädt dich dazu ein, diese „inneren Kritiker“, die z.B. in Form unserer Eltern, immer noch zu uns sprechen, zu hinterfragen. Die Grenzen zu weiten, die uns gesetzt wurden. Schau dir das Universum an. Hat irgendein Wissenschaftler schon eine Grenze gefunden? Nein. Also: Entdecke deine Potentiale neu mit den neugierigen Augen eines Kindes und entsorge den Müll aus deinem Kopf, damit du 2016 voll durchstarten kannst!

Zur Website von Doris Kessel: Coaching-mit-Phantasie.de

Fotos: Doris Kessel

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