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Mental Energy: Übungen für mehr Energie im Wettkampf – Teil 2

30. Juli 2015 von Doris Kessel

Doris Kessel,   einmalig Na, hast du fleißig mit den Übungen aus Teil 1 trainiert? Was hat dir am besten geholfen? Das Spannende ist: Unser System sucht sich genau das aus, was am besten passt! Also, falls du mit manchen Übungen gar nichts anfangen konntest, ist das völlig normal. Im zweiten Teil geht es nun schwerpunktmäßig um Übungen, die u.a. deine Konzentrationsfähigkeit und deine mentale Leistungskapazität steigern.


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Das erreichst du vor allem durch ein Training, das deine beiden Gehirnhälften miteinander verknüpft – und dafür wiederum sind alle Bewegungsabläufe gut, die überkreuz laufen bzw. weit über die Körperhälfte hinaus gehen.

Das Fantastische ist, dass wir dadurch neue neuronale Netzwerke im Gehirn bahnen können und damit wiederum leistungsfähiger werden. Die Wissenschaft hat schon lange belegt, dass unser Gehirn ein Leben lang veränderbar ist und wir maßgeblich dazu beitragen können. Das beste Beispiel sind Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben. Durch gezieltes Training sind sie in der Lage, neue Verknüpfungen zu schaffen, die es ermöglichen, Bewegungsabläufe (oder sprachliche Fähigkeiten) wieder neu zu erlernen.

Es ist nicht entscheidend, dass du alle Übungen perfekt kannst. Für dein Gehirn (wie für deinen Körper) ist es wichtig, immer wieder neue Reize zu setzen. Schon alleine das Gefühl „das kann ich schaffen“ bzw. die Fähigkeit, sich etwas vorzustellen, etwas zu können, ist schon ein großer Schritt. Puh, das war ein komplizierter Satz – und los gehts:

Liegende Acht-Variationen

Eine der beliebtesten Übungen zum Verknüpfen der beiden Gehirnhälften ist das Nachformen einer liegenden Acht: Deine Beine stehen hüftschmal. Achte beim Stand immer auf die Entlastung deiner Knie und einen geraden Rücken, d.h. von der Vorstellung her ziehst du dein Steißbein Richtung Boden, dein Schambein nach oben. So richtet sich dein Becken auf und die „Aufrichtungs-Kette“ geht über deine Wirbelsäule weiter nach oben. Deine Schultern sind tief, richte dein Brustbein und deinen Kopf auf. Alleine „aufrechtes“ Stehen hat eine Wirkung auf deine mentale Verfassung, aber das nur am Rande. Nun streck deine Arme nach vorne aus und forme mit deinen Armen eine liegende Acht, die über beide Körperhälften hinaus geht. Natürlich kannst du es auch erst mit einem Arm machen und dann mit dem anderen.

Doris Kessel, einmalig Doris Kessel, einmalig

Genau die gleiche Bewegung kannst du mit deinen Beinen generieren, vorzugsweise nacheinander, aber du kannst es auch gerne gleichzeitig versuchen :-D

Wenn du zum Beispiel im Büro keine Möglichkeit für o.g. Übungen hast, dann stell dir einfach in Gedanken vor, wie du es tust. Denn, wie ich schon in meinem Beitrag auf das Thema „Visualisieren“ eingegangen bin, kommt alleine die Vorstellung eines Ablaufes der tatsächlichen Ausführung sehr nahe.

Das „Haus vom Nikolaus“

Christine Waitz, freiGerade zum „stillen Üben“ eignet sich hervorragend folgende Imaginationsübung: Stell dir vor, wie an deiner Nase ein Farbpinsel befestigt ist und mit diesem malst du das „Haus vom Nikolaus“, wie wir es als Kinder gelernt haben zu zeichnen, d.h. viele Überkreuzbewegungen. Natürlich kannst du hier ebenso eine imaginäre liegende Acht zeichnen. Falls sich nun dein Kopf gleich ein wenig mitbewegt, ist das super, denn so hast du gleich eine kleine Mobilisationsübung dabei.

Kleiner Tipp: Wenn du müde bist und Energie brauchst, dann beweg deine Augen mehrmals von links-schräg-oben diagonal nach rechts-schräg-unten und dann von rechts-schräg-oben nach links-schräg-unten. Und schon fühlst du dich frischer. Diese Übung ersetzt natürlich nicht ausreichend Schlaf und Regeneration ;-)

Übungen mit Bällen

Ja, ich weiß, wir Ausdauersportler sind häufig nicht so scharf auf dieses kleine runde Ding namens Ball. Aber – wir wollen ja neue Reize setzen. Am besten eigenen sich für folgenden Varianten Jonglierbälle, noch einfacher wären Jongliertücher. Und falls dir Life Kinetik etwas sagt – diese Übungsfolge wird genau da gerne angewandt: Nimm je einen Ball in die linke und rechte Hand. Wirf nun beide Bälle gleichzeitig nach oben und fang sie wieder mit derselben Hand auf. Nachdem das ganz gut klappt gehst du einen Schritt weiter und wirst die Bälle wieder nach oben. Während die Bälle noch in der Luft sind, nimmst du deine Hände überkreuz und versuchst die Bälle aus dieser Position heraus zu fangen. Und schon hast du einen neuen Reiz gesetzt. Wahrscheinlich klappt es nicht auf Anhieb, aber das wäre auch zu langweilig für dein Gehirn ;-)

Falls du dich mehr für Life Kinetik interessierst, schau doch mal im Internet, es gibt dazu auch viele tolle Partnerübungen, die einfach nur Spaß machen. Denn wann lernt unser Gehirn u.a. am besten? Genau, wenn wir Spaß haben!

Foto: Nora Reim freiAlternative – Pezziball: Ja, große Ballarten sind uns schon ein wenig vertrauter. So ein Pezziball ist einfach goldwert – nicht nur für die Koordination, sondern auch für die Stabilität, die Balance und zur Mobilisation. Aber bleiben wir bei der Koordination für unser Gehirns: Setz dich auf den Pezziball, hebe dein linkes Bein vom Boden ab und forme damit einen Kreis. Gleichzeitig formst du mit deiner rechten Hand einen Kreis – Seitenwechsel nicht vergessen. Wenn dir das einigermaßen gut gelingt, dann versuche mal eine liegende Acht. Wenn dir auch das zu langweilig wird, dann forme mit dem Bein einen Kreis und mit der Hand eine liegende Acht. Und denk immer dran: Lächeln nicht vergessen :-)

www.coaching-mit-phantasie.de

Fotos: Doris Kessel, triathlon.de, Nora Reim

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