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Blog 4: Was unterscheidet den Profi- vom Amateur-Alltag

Wie bereits erwähnt, habe ich während meines Studiums kaum mehr als 15 h in der Woche trainieren können. Wahrscheinlich denkt jeder, der sich vorstellt Profi zu sein, er müsse den ganzen Tag trainieren. Immer mehr und mehr, um sich weiter an die langen Strecken zu gewöhnen. Sicher nicht ganz falsch aber eben auch nicht richtig.

Foto: Markus Thomschke

Trainingslager

Mit meinem Trainer Thomas Weber haben wir einen Plan entwickelt, der mich nicht zu sehr verschleißt. Das bedeutet, dass wir die Umfänge nicht zu schnell steigern, um einen möglichst verletzungsfreien und langfristigen Aufbau zu erreichen. Klar gibt’s da in Trainingslagern auch mal Wochen mit unheimlich hohen Umfängen, doch der größte Unterschied zum „Nichtprofi“ sind sicher die Ruhepausen, in denen man mit Freude auf die nächste Einheit regeneriert.

Der Tag hat nur 24 Stunden

Foto: Markus Thomschke freiWährend meiner Studienzeit und auch in der Zeit danach bis zu meinen Start als Profi hatte auch ich das Vergnügen die hohen Trainingsumfänge irgendwie in den Tag zu zwängen. Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden von einer angemessenen Erholungsphase reden wir hier gar nicht. Ich kann also sehr gut nachvollziehen was es bedeutet „nebenher“ zu trainieren. Umso erstaunlicher ist es, dass es in Deutschland so viele ambitionierte Triathleten gibt. Dass sie dabei auch noch eine sehr hohe Leistungsdichte vorweisen können, finde ich erstaunlich und ziehe den Hut davor. Wir Triathleten brauchen uns also nicht zu verstecken, obwohl unsere mediale Präsenz ausbaufähig zu sein scheint.

Die Regeneration macht den Unterschied

Was unterscheidet sich denn nun genau? Hier mal ein Beispiel: Aufstehen, schnell ein 10ner joggen, schnell Frühstücken, schnell auf Arbeit, ach ja Kinder noch mitnehmen, arbeiten, müde sein, Kinder abholen, hoffen das die Frau da ist, schnell Radfahren, essen, kurz mit der Familie kommunizieren, unter Strom einschlafen. Das könnte ein Beispieltag für einen ambitionierten Triathleten sein.

Bei mir ist es jetzt eher so: Aufstehen, bewusst Frühstücken, 1. Trainingseinheit mit Vor- und Nachbereitung, Büro Kram erledigen, Mittagessen, kurz ausruhen, 2. Trainingseinheit, Abendessen, schlafen. Dabei natürlich ständiger Kontakt zur Familie.

Es scheint nicht jeden Tag die Sonne

Die Umfänge haben sich also ein wenig erhöht. Anstelle von ein bis zwei Trainingslagern im Jahr sind es jetzt drei oder vier. Die Wettkampfvorbereitung ist da noch nicht eingerechnet. Ich habe jetzt natürlich die Möglichkeit mich komplett nur um den Trainings- und Wettkampfalltag zu kümmern, habe aber auch ganz klar im Hinterkopf, dass ich jetzt zur Leistung verpflichtet bin und auch daran gemessen werde. Wie ich künftig mit diesem Druck umgehen kann, wird sich zeigen.

Foto: Markus Thomschke

Markus auf seinem neuen Trek Speed Concept

Wichtig ist für mich eine gewisse Konstanz zu entwickeln. Belastungswochen und Einheiten wird es nach wie vor geben jedoch in die Jahresplanung eingebettet. Früher hatte ein Trainingslager den Nebeneffekt von Abwechslung zum Alltag. Heute ist es so, dass das tägliche Training und auch diese Trainingslager wie Arbeitszeit zu sehen sind und auch mit der entsprechenden Intensität und Qualität zu absolvieren sind. Fahre ich morgens 120 km Rad und darf dann noch vor dem abendlichen Schwimmen 28 km Laufen, dann kann wohl jeder nachvollziehen, dass es eine ziemliche Schinderei ist. Ich für mich habe festgestellt: genau das ist mein Ding. Die perfekte Verbindung von Hobby und Beruf. Sprichwörtlich zählt aber auch für meinen Job: „Es scheint nicht jeden Tag die Sonne“

Im nächsten Blog: Das Unternehmen Markus Thomschke – Profisport und sein Netzwerk (Planungen, Tagesabläufe, wirtschaftlicher Alltag)

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Fotos: Markus Thomschke

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