Du bist hier: Triathlon Portal - triathlon.de > Training > Laufen2 > Laufexpertin Kristin Möller: In der T2 startet sie zum Tiefflug durch
Training Triathlon.de

Laufexpertin Kristin Möller: In der T2 startet sie zum Tiefflug durch

4. Mai 2013 von Christine Waitz

Ingo KutscheWenn Kristin Möller am Start ist, zittert die Konkurrenz in der zweiten Wechselzone. Denn erst einmal auf der Laufstrecke, gibt es für die ehemalige Athletin des Team Abu Dhabi kein Halten mehr. Wie im Flug eroberte sie dank ihrer Laufstärke unter anderem zwei Ironman Titel. Uns steht die Laufexpertin auch in Zukunft Rede und Antwort.


Triathlon Anzeigen

Ihre sportliche Kariere begann sie als Hindernisspezialistin, der internationale Durchbruch dort wurde nur durch eine hartnäckige Verletzung verhindert. Wenn es aktiv nicht klappt, dann konzentriere ich mich eben anderweitig auf den Sport, dachte sich Kristin Möller, und begann ihr Sportstudium an der Uni Erlangen. Ganz ohne Bewegung kam das Energiebündel jedoch nicht aus. 2008 finishte sie deshalb ihren ersten Triathlon – laufen allein war ihr zu langweilig geworden. Drei Jahre später gewann sie ihren ersten Ironman. Wenige Wochen später folgte auf den Sieg beim Ironman UK der Titel beim Ironman Wales.

Kristins Spezialität? Natürlich das Laufen. Ihre Erfahrung gibt sie ab sofort als Laufexpertin bei triathlon.de weiter!

Foto: triathlon.de frei

Hallo Kristin! Das Jahr 2013 begann für dich reichlich turbulent. Das Ende des Team Abu Dhabi war mit der Suche nach neuen Unterstützern verbunden, nebenbei bist du als Trainer von einem Trainingslager in das nächste unterwegs. Wie läuft dein Training bei so einem Stress?

Sicherlich musste ich mich nach dem Rückzug von Abu Dhabi als Hautsponsor, was das Team-Aus bedeute, neu ordnen und ausrichten.
Für mich war es ein große Herausforderung, zu diesem recht ungünstig gelegenen Zeitpunkt neue Ausrüster für meine Wettkampfsaison 2013 zu finden. Nicht nur mit dem Hintergrund, dass die Budgets bei den meisten Firmen Anfang des neuen Wettkampfjahres bereits fest verplant waren, sondern auch aus trainingstechnischer Sicht.

Im Januar, Februar und März wollte ich die Grundlagen für meine Sommersaison legen. Eine volle Konzentration auf den Trainingsprozess war leider in dieser Phase aufgrund der Ausrüster- und Sponsorenakquise nicht gegeben. Im Nachhinein betrachtet, habe ich diese Aufgabe aber gut gemeistert und viel in Sachen Eigenvermarktung dazugelernt. Die Trainingslager Ende März in Italien und Anfang April auf Mallorca kamen für mich sehr gelegen, da ich die Schreibtischarbeit einfach zu Hause in Deutschland ließ und das unbeschwerte Training in der Gruppe genoss. Meine Guide Tätigkeit bei Hannes Hawaii Tours bescherte mir eine gute Entwicklung am Rad. Mit viel Spaß trainierte ich mit den Camp-Teilnehmern. Zudem gab ich gern und ausführlich meine Trainings- und Wettkampferfahrungen als Profi-Athletin weiter. Gestresst haben mich diese Trainingslager nicht im entferntesten.

Die Konkurrenz auf der Langdistanz fürchtet deine starken Läufe. Wenn wir dich am 2. Juni beim triathlon.de CUP in München sehen, können wir dich dann auch über die 2,5 Kilometer fliegen sehen, oder gehörst du eher zu den Athleten mit Diesel-Motor?

Sicherlich bringe ich aufgrund meiner Leichtathletischen Grundausbildung eine gewissen Schnelligkeit auf den unteren Distanzen mit. Ob ich auf 2,5 Kilometern den Turbo zünden kann, weiß ich nicht. Auf Betriebstemperatur komme ich nicht von Null auf 100, da bin ich doch durch und durch eine Langstrecklerin, die zehn Kilometer zum Warmlaufen braucht.

Deine sportliche Karriere startete im Hindernislauf. Kurze Rennen mit viel Aktion. Ein Cup-Rennen müsste also ganz nach deinem Geschmack sein? Oder bist du mittlerweile ganz Langdistanzler?

Schnelle Wechsel liegen mir zwar, und auch das Wettkampfformat finde ich eine willkommene Abwechslung zum Ironmanzirkus, nur kann ich leider nicht mit Sprintqualitäten überzeugen. Ich werde dennoch meine langsam zuckenden Musklefasern, die bei mir eine deutlich größere Präsenz haben als die fast-twitch-Fasern, auf diese kurze und hochexplosive Belastung einstellen, sodass ich trotz des Langstreckentrainings schnell auf Touren komme.

Als Lauf- und Fitnesstrainerin bist du schon seit einiger Zeit aktiv. Nun wirst du deine Geheimnisse auch auf traithlon.de verraten und für uns als Laufexpertin schreiben. Hand auf’s Herz – kann man schnelles Laufen wirklich lernen?

Zumindest kann man über die Arbeit am eigenen Laufstil und mit Intervallläufen, also über Ökonomie, seine Laufgeschwindigkeit steigern. Der Fokus liegt hierbei auf einem explosiven Fußabdruck, einer dynamischen Schrittfrequenz, einer entsprechenden Schrittlänge, einer guten, unterstützenden Armarbeit und einer aufrechten Körperhaltung.

Für alle, die vor deinem ersten Beitrag in unserer Expertenrunde schon einmal trainieren wollen: Verrate uns deine liebste Laufeinheit!

15 Kilometer Dauerlauf mit anschließendem Lauf ABC.

Foto: Ingo Kutsche, triathlon.de

Triathlon.de Anzeigen
 
Zum Triathlon.de Newsletter anmelden